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Robert Klatt

Robert Klatt

Robert Klatt hat während seines Studiums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU Düsseldorf) in der Stabsstelle Kommunikation erste journalistische Erfahrungen gesammelt. Durch seine langjährige Mitarbeit am wissenschaftlichen Nachrichtenportal Forschung-und-Wissen.de konnte er seine Expertise in den Bereichen Gesundheit, Medizin und Ernährung vertiefen.

Ein Hühnerauge ist eine kleine Verhornung der Haut, die durch eine dauerhafte Druckbelastung oder Reibung entsteht. Weil der Hornhautkegel auch tiefe Hautschichten erreicht, kann ein unbehandeltes Hühnerauge starke Schmerzen auslösen. Glücklicherweise können medizinische Fußpfleger Hühneraugen meist problemlos diagnostizieren und behandeln.

Hühnerauge im Überblick

  • Hühneraugen entstehen durch häufigen Druck und Reibung
  • Die Hautveränderung tritt meist an den Füßen und Händen auf
  • Hühneraugen lassen sich durch salicylhaltige Mittel oder mechanisch problemlos entfernen

Ursachen und Risikofaktoren von Hühneraugen

Hühneraugen entstehen durch permanenten oder häufig wiederkehrenden Druck und Reibung. Die Zellen in der oberen Hautschicht (Epidermis) teilen sich durch die mechanische Belastung häufiger als normal. Dadurch entsteht mehr Hornsubstanz (Keratin) und die Haut wird dicker. Allmählich entsteht an der Druckstelle dadurch eine ovale oder runde Hornhautschwiele.

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Hühneraugen entstehen meistens durch zu enge Schuhe. Frauen sind deshalb deutlich häufiger betroffen als Männer.

In der Regel treten Hühneraugen an den Händen und Füßen auf, weil diese im Alltag öfter Druck und Reibung ausgesetzt sind. Der wohl größte Risikofaktor für Hühneraugen sind drückende Schuhe wie High Heels. Die Hautveränderung tritt bei Frauen deshalb deutlich häufiger auf als bei Männern. Hühneraugen können sich aber auch durch Gelenkerkrankungen und Fehlstellungen der Füße und Zehen bilden, wenn durch diese einzelne Hautstellen stärker belastet werden. Zudem begünstigen eine genetische Veranlagung zur Hornhautbildung, eine Hauttrockenheit sowie bestimmte Stoffwechselerkrankungen das Entstehen von Hühneraugen.

Symptome

Hühneraugen sind etwa fünf bis acht Millimeter große, rundliche Hornhautverdickung. Im Mittelpunkt des Hühnerauges (Clavus) sitzt ein verdicktes Horn (Keratinkegel), das die tieferen Hautschichten erreicht. Die meisten Hühneraugen sind gelblich. In den Zehenzwischenraum entstehen oft weißliche Hühneraugen. Diese sind aufgrund der höheren Feuchtigkeit deutlich weicher als Hühneraugen an anderen Stellen des Fußes.

Bei einem kleinen Hühnerauge kommt es meist ausschließlich beim Gehen zu Schmerzen. Größere Hühneraugen können hingegen permanent starke Schmerzen verursachen und Betroffenen in ihrer Beweglichkeit stark einschränken.

Diagnose von Hühneraugen

Befindet sich eine schmerzhafte Hautveränderung an einer Position, die häufig Druck ausgesetzt ist, handelt es sich dabei sehr wahrscheinlich um ein Hühnerauge. Ein routinierter medizinischer Fußpfleger oder Arzt kann die Diagnose mit bloßem Auge durchführen. Im Zweifelsfall wird der Keratinkegel des Hühnerauges unter einer Lupe sichtbar.

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Medizinische Fußpfleger und Ärzte können ein Hühnerauge meist mit bloßem Auge erkennen. Im Zweifelsfall ist eine Laboruntersuchung nötig.

Hühnerauge oder Warze?

Manchmal werden Hühneraugen mit ähnlichen Hautveränderungen wie etwa Warzen verwechselt. Diese entstehen ebenfalls oft an Hautstellen mit starker mechanischer Belastung und können sich auf den ersten Blick ähneln. Bei Warzen fehlt jedoch der glasige Hornhautkeil in der Mitte. Zudem betreffen Warzen nur die oberen Hautschichten und sind deshalb flacher. Kann optisch nicht eindeutig bestimmt werden, ob die Hautveränderung eine Warze oder ein Hühnerauge ist, muss eine Hautprobe im Labor untersucht werden.

Behandlung von Hühneraugen

Hühneraugen können sowohl mit salizylsäurehaltigen Pflastern und Tropfen als auch mechanisch entfernt werden1So lassen sich Hühneraugen am besten entfernen – https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/haut-und-allergie/so-lassen-sich-huehneraugen-am-besten-entfernen/ – Abgerufen am 25.05.2022. Je früher ein Hühnerauge behandelt wird, desto besser verläuft der Heilungsprozess. Um einen Rückfall zu verhindern, müssen aber auch die Ursachen beseitigt werden.

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Wenn die Ursachen des Hühnerauges nicht behoben werden, bildet sich die Hautveränderung nach ihrer Behandlung schnell neu.

Hühneraugenpflaster

Spezielle Hühneraugenpflaster mit Chemikalien wie Salizylsäure sind aktuell die beliebteste Behandlungsmethode bei Hühneraugen. Die in Apotheken und Drogeriemärkten erhältlichen Pflaster werden drei bis fünf Tage lang getragen, um die verdickten Hornhautschichten aufzuweichen. Anschließend können diese leicht entfernt werden.

An manchen Körperstellen, besonders unter den Füßen, sind Hühneraugenpflaster jedoch nicht ungefährlich. Wenn die Pflaster durch die Bewegung verrutschen, kann die Säure die empfindliche, gesunde Haut neben dem Hühnerauge verletzten. Dies begünstigt Infektionen und Entzündungen. Besonders Menschen mit Durchblutungsstörungen, Menschen mit empfindlicher Haut und Diabetiker sollten deshalb keine Selbstbehandlung mit einem Hühneraugenpflaster durchführen.

Salicylhaltige Tropfen

Salicylhaltige Tropfen haben eine ähnliche Wirkung wie Hühneraugenpflaster. Die Tropfen werden über mehrere Tage auf das Hühnerauge aufgetragen. Vor dem Entfernen des Hühnerauges wird die Hornhaut mit einem heißen Fußbad aufgeweicht.

Hühnerauge - Ursachen, Symptome und Behandlung
Hühnerauge: Verschiedene Mittel können helfen

Mechanische Entfernung

Orthopäden, medizinische Fußpfleger (Podologen) und Ärzte können Hühneraugen mechanisch entfernen. Dazu wird die Hornhaut in einem heißen Wasserbad aufgeweicht. Anschließend werden die überschüssigen Hautschichten mit einem medizinischen Instrument (Skalpell, Fräse…) entfernt. Der freigelegte Kern kann nun mit Wasserstoffperoxid aufgeweicht werden. Bei besonders tiefsitzenden Keratinkegeln muss zum Aufweichen eine hornhautlösenden Substanz für mehrere Tage einwirken. Alternativ lassen sich besonders tiefsitzende Hühneraugen auch operativ entfernen.

Hühneraugen bei Kindern behandeln

Bei Kindern müssen Hühneraugen besonders vorsichtig behandelt werden. Weil die Kinderhaut empfindlich ist und Pflaster beim Spielen häufig verrutschen, sind Hühneraugenpflaster und salicylhaltige Tropfen nicht zu empfehlen. Am besten sollte das Hühnerauge deshalb mechanisch durch einen erfahrenen Kinderarzt entfernt werden.

Hühneraugen bei Diabetes mellitus

Bei Menschen mit Diabetes mellitus (diabetische Neuropathie) kann es durch Nervenschäden dazu kommen, dass ein Hühnerauge keine Schmerzen verursacht2Hühnerauge – https://gesund.bund.de/huehnerauge – Abgerufen am 25.05.2022. In diesem Fall wird das Hühnerauge oft erst sehr spät erkannt. Das eigentlich ungefährliche Hühnerauge kann somit lange wachsen und dabei Verbindungsgänge zwischen einem Organ (Fisteln) oder ein Geschwür (Ulkus) und der Haut bilden. In schlimmen Fällen kann dadurch das  Gewebe am Fuß absterben (diabetische Gangrän). Diabetiker sollten deshalb ihre Füße intensiv pflegen oder regelmäßig zu einem Podologen gehen. Hautveränderungen sollten zudem stets durch einen Arzt oder Fußpfleger untersucht werden.

Quellen & Verweise[+]

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