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Gesundheitsreport Redaktion

Die Redaktion von Gesundheitsreport.com besteht aus verschiedenen Expertinnen und Experten aus den Bereichen Gesundheit, Medizin, Vorsorge, Wissenschaft und Pharma. Die Kombination aus fachspezifischen Ausbildungen, langjähriger Expertise und Erfahrungen sorgen für fakten- und studienbasierte Inhalte für unsere Lesenden.

Auch hierzulande erleiden jährlich ca. 180.000 Menschen einen Bandscheibenvorfall und viele müssen sich in der Folge einer Operation unterziehen1www.tagesspiegel.de. [Online] 28. Juni 2007. https://www.tagesspiegel.de/berlin/bandscheibenvorfall-zahlen-fakten-hilfe/971658.html#:~:text=R%C3%BCckenprobleme%20kennen%20%C3%BCber%2060%20Prozent,80%20000%20deswegen%20operiert%20werden(Abgerufen am 2. Juni 2022) . Andere leben lange Zeit mit einem Bandscheibenvorfall ohne diesen zu bemerken. Wir zeigen, welchen Präventivmaßnahmen wirklich Sinn machen.

Kurz und knapp – Die wichtigsten Informationen auf einen Blick

  • Die meisten Bandscheibenvorfälle treten im Bereich der Lendenwirbelsäule auf
  • Nicht immer löst ein Bandscheibenvorfall typische Symptome aus. Bandscheibenvorfälle bleiben manchmal unbemerkt
  • Übergewichtige haben ein größeres Risiko, einen Bandscheibenvorfall zu erleiden
  • Körperliche Aktivität stärkt den gesamten Bewegungsapparat und hilft bei der Prävention von Bandscheibenvorfällen
  • Eine gezielte Stärkung der Rückenmuskulatur entlastet die Bandscheiben

Bandscheibenvorfall – Was ist das?

Bei einem Bandscheibenvorfall handelt es sich um einen Durchbruch des Gallertkerns einer Bandscheibe. Insgesamt sitzen in der Wirbelsäule 23 Bandscheiben, die aus einem Bindegewebsring und einem weichen, gallertartigen Kern bestehen2www.apotheken-umschau.de. [Online] https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/gelenks-und-knochenerkrankungen/bandscheibenvorfall-symptome-diagnose-therapie-740735.html(Abgerufen am 2. Juni 2022) . Wenn der Bindegewebsring reißt, treten Teile des Gallertkerns aus und es kommt zu einem Bandscheibenvorfall. Wenn die elastischen Bandscheiben, die zwischen den Wirbelkörpern sitzen und normalerweise Stöße in der Wirbelsäule abfedern, an Elastizität verlieren, können gleich mehrere Ursachen (z. B. Fehlbelastung oder übermäßiger Verschleiß) zugrunde liegen.

Bandscheibenvorfall erkennen

Weil ein Bandscheibenvorfall nicht immer Symptome verursacht, werden diese oft zufällig bei MRT-Untersuchungen erkannt. Wenn ein Bandscheibenvorfall hingegen mit Schmerzen und Beschwerden auftritt, kommen diese häufig in dem betroffenen Wirbelsäulenabschnitt zum Vorschein und strahlen in Arme oder Beine aus. Darüber hinaus ist es möglich, dass ein Bandscheibenvorfall auf Nerven drückt und ein Taubheitsgefühl oder enormen Nervenschmerzen verursacht: „Bei Druck der verrutschten Bandscheibe auf die Nervenwurzeln im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule  entstehen Schmerzen, die vom Gesäß bis ins Bein ausstrahlen und neurologische Ausfälle wie Lähmungen oder Taubheitsgefühle nach sich ziehen. Diese Störung wird vom Mediziner als Ischialgie bezeichnet3www.neurologen-undpsychiater-im-netz.org. [Online] https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/erkrankungen/bandscheibenvorfall-diskusprolaps/symptome-und-krankheitsbild#:~:text=Bei%20Druck%20der%20verrutschten%20Bandscheibe,vom%20Mediziner%20als%20Ischialgie%20bezeichnet(Abgerufen am 2. Juni 2022)

Die meisten Bandscheibenvorfälle treten im Bereich der Lendenwirbelsäule auf (lumbalen Bandscheibenvorfall), jedoch kann in seltenen Fällen auch ein Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule (zervikaler Bandscheibenvorfall) vorliegen.

Ursachen für einen Bandscheibenvorfall

Bei der Ursachenforschung lassen sich zunächst chronische Verschleißerscheinungen anführen. So erklären Experten der Schön Klinik Gruppe: „Chronische Verschleißerscheinungen führen zum Bandscheibenvorfall. Damit sich die Wirbel Ihrer Wirbelsäule harmonisch bewegen, liegen zwischen ihnen 23 Bandscheiben. Wie Gelkissen puffern sie Druck und Stöße ab. Mit dem Alter schrumpft die Bandscheibe, verliert an Elastizität und verschleißt durch die langjährige Belastung.“ Häufig entsteht ein Bandscheibenvorfall durch den natürlichen Alterungsprozess des Bindegewebes. Eine weitere Gefahrenquelle stellen Sportverletzungen, Haltungsschäden, Fehlstellungen und Übergewicht dar. Demnach haben Mediziner an der Universität Hong Kong eine Korrelation zwischen Übergewicht und dem Risiko für Bandscheibenvorfälle festgestellt4Samartzis, Dino, et al. The association of lumbar intervertebral disc degeneration on magnetic resonance imaging with body mass index in overweight and obese adults: a population-based study(Abgerufen am 2. Juni 2022) .

Symptome

Ein Bandscheibenvorfall äußert sich in vielen Fällen durch neurologische Erscheinungen. Wenn ein Bandscheibenvorfall an der Lendenwirbelsäule vorliegt, leiden Betroffenen oft an Gesäß- oder Beinschmerzen. Ebenso können Lähmungen und Empfindungsstörungen auf einen Bandscheibenvorfall hindeuten. In der Folge klagen Betroffene oftmals über heftige Rückenschmerzen, die aus dem Druck auf die Nerven entstehen. Nacken-, Arm- oder Handschmerzen deuten dagegen auf einen Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule hin. In manchen Fällen wird auch hierbei von neurologischen Ausfällen berichtet. Symptome wie Rückenschmerzen können ebenfalls auf einen Bandscheibenvorfall an der Brustwirbelsäule hindeuten, jedoch treten „thorakale Bandscheibenvorfälle“ in der Regel sehr selten auf5Martina Feichter. www.netdoktor.de. [Online] 17. Dezember 2021. https://www.netdoktor.de/krankheiten/bandscheibenvorfall/(Abgerufen am 2. Juni 2022) .

Bandscheibenvorfall - Ursachen, Symptome und Behandlung

Diagnose

Schmerzen, die in den Rücken-, Bein- oder Armbereich ausstrahlen, können Vorboten für einen Bandscheibenvorfall sein. Wenn Sie derartige Schmerzen beobachten, sollte Sie mit dem Gang zum Arzt nicht zögern.

Dieser kann sich im Zuge einer ausführlichen Patientenbefragung (Anamnese) Hinweisen nachgehen und Informationen sammeln. Neben einer Lokalisation der Schmerzen erkundigt sich der Arzt darüber, seit wann die Schmerzen präsent sind. In der Regel reichen dem Arzt bereits einfache neurologische Tests, damit sich der Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall erhärtet. Im Anschluss erfolgt die körperliche Untersuchung, wobei der Arzt auf unterschiedliche Hilfsmittel (CT, MRT, etc.) zurückgreifen kann.

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Mit diesen Untersuchungen kann ein Bandscheibenvorfall erkannt werden
  • Computertomographie (CT)
  • Körperliche Untersuchung
  • Neurologische Untersuchung
  • Kernspintomographie (MRT)
  • Elektromyografie (EMG)
  • Elektroneurografie (ENG)
  • Laboruntersuchung

Behandlung

Zunächst differenziert man zwischen der konservativen Behandlung und der operativen Therapie. Bei der konservativen Behandlung liegt der Fokus auf dem Rückbildungsprozess, der ohne operative Eingriffe erreicht werden soll. Hierbei verfolgen Ärzte das Ziel, dass die Zeit bis zur endgültigen Abheilung möglichst schmerzfrei gestaltet wird. Bei über 90 Prozent der Patienten genügt diese Behandlungsmethode6NetDoktor. www.netdoktor.de. [Online] https://www.netdoktor.de/krankheiten/bandscheibenvorfall/(Abgerufen am 2. Juni 2022) .

In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Behandlungsmaßnahmen deutlich verändert. Während es früher durchaus üblich war, dass Ärzte Patienten mit Bandscheibenvorfällen zu Bettruhe geraten haben, setzt man heutzutage zunehmend auf Bewegung, spezielle Massagen und Physiotherapie. Darüber hinaus können Schmerzmittel, Beruhigungsmittel und Opioide zum Einsatz kommen.

Beim Auftreten von schweren Symptomen wie Lähmungen und Entleerungsstörungen stellt ein operativer Eingriff eine Lösung dar. Bei einer mikrochirurgischen Diskektomie wird der Bandscheibenvorfall entfernt, damit die eingeklemmten Nerven entlastet werden. Dabei kommen unterschiedliche Methoden infrage:

  • Klassische offene OP
  • Schlüsselloch-OP

Prävention

Um einem Bandscheibenvorfall frühzeitig entgegenzuwirken, raten Fachleute immer wieder zu den folgenden Präventionsmaßnahmen:

  •  Bewegung: Körperliche Aktivität stärkt den gesamten Bewegungsapparat und das Herz-Kreislauf-System. Beim Laufen werden die Bandscheiben abwechselnde be- und entlastet. Das fördert zudem die Nährstoffaufnahme. Während eine moderate Belastungssteuerung die Elastizität der Bandscheibe verbessern kann, können Überbeanspruchung und dauerhafte Fehlbelastungen das Gegenteil bewirken.
  • Stärkung der Rückenmuskulatur: Eine gezielte Stärkung der Rückenmuskulatur entlastet die Bandscheiben. Allerdings sollte man es zu Beginn nicht übertreiben. Wer zu viel Gewicht hebt, riskiert ernsthafte Rückenverletzungen. Lassen Sie sich vor dem Training von einem Experten beraten und sprechen Sie nach einer längeren Sportabstinenz zunächst mit Ihrem Arzt.
  • Fehlhaltung vermeiden: Ein Bandscheibenvorfall kann das Resultat einer Fehlhaltung sein. Arbeiten Sie von daher gezielt an Ihrer Haltung.
  • Übergewicht vermeiden: Übergewichtige Menschen leiden häufiger an Rückenproblemen und Bandscheibenvorfällen. Wer einem Bandscheibenvorfall präventiv begegnen möchte, sollte versuchen ein Normalgewicht zu erreichen.

Quellen & Verweise[+]

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