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Vahidin Cerim

Vahidin Cerim

Schreibt seit Jahren leidenschaftlich zu Gesundheits- und Wohlfühlthemen, sowohl on- als auch offline. Hilft mit konkreten Tipps anderen dabei, ein gesünderes Leben zu führen und schlechte Gewohnheiten loszuwerden. Obwohl er auch selbst kaffeesüchtig ist.

Kopfschmerzen sind weitgehend ausgebreitet und gehören zu den häufigsten wiederkehrenden Beschwerden vieler Menschen. Am häufigsten verbreitet in Deutschland sind Migräne und Spannungskopfschmerzen.

Im Rahmen einer telefonischen Befragung des Robert Koch-Instituts1https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsJ/JoHM_S6_2020_Migraene_Spannungskopfschmerz.pdf – abgerufen am 07.12.2022, die zwischen Oktober 2019 und März 2020 mit 5009 Befragten durchgeführt wurde, gaben 57,5 ​​% der Frauen und 44,4 % der Männer an, Kopfschmerzen mindestens einmal pro Jahr empfunden zu haben.

Laut Zahlen dieser Befragung leiden 14,8 % der Frauen jährlich an Migräne und 10,3 % an Spannungskopfschmerzen. Bei Männern ist der Prozentsatz etwas geringer: 6 % der Männer leiden unter Migräne, während 6,5 % unter Spannungskopfschmerzen leiden.

Doch was genau sind die Ursachen für Spannungskopfschmerzen, welche typischen Symptome zeigen sich dabei und wie können Spannungskopfschmerzen behandelt werden? Diese wichtigen Fragen werden im Anschluss beantwortet.

Was sind Spannungskopfschmerzen?

Spannungskopfschmerzen sind eine der häufigsten Arten von Kopfschmerzen, die wahrscheinlich viele Menschen mehrmals in ihrem Leben erleben. Im Durchschnitt leidet mehr als jeder zweite Deutsche mindestens einmal im Jahr unter Spannungskopfschmerzen.

Diese Art von Kopfschmerz äußert sich am häufigsten als dumpfer beidseitiger Schmerz, gefolgt von einer Verspannung der Nackenmuskulatur. Betroffene von Spannungskopfschmerzen sagen oft, dass sie eine Art „Druck“ im Kopf spüren oder beschreiben den Schmerz als „ein zu eng um den Kopf gebundenes Band“.

Spannungskopfschmerzen gelten als „primär“, was bedeutet, dass die genaue Ursache ihres Auftretens nicht bekannt ist. Somit treten Spannungskopfschmerzen in der Regel nicht als Folge einer Kopfverletzung, einer anderen Krankheit, Medikamentenkonsums oder einer Stoffwechselerkrankung auf.

Nach Forschungen der Deutschen Gesellschaft für Neurologie2Immer mehr Kinder leiden an Kopfschmerzen – https://www.sueddeutsche.de/wissen/wissenschaft-immer-mehr-kinder-leiden-an-kopfschmerzen-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-191108-99-640339 – abgerufen am 07.12.2022 leiden auch immer mehr Kinder unter Spannungskopfschmerzen.

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Spannungskopfschmerzen werden als Kopfschmerzen leichter bis mittlerer Intensität definiert. Am häufigsten ist der ganze Kopf von Schmerzen betroffen, die sich als Spannung bzw. Druck im Kopf manifestieren.

Episodische und chronische Spannungskopfschmerzen

Laut der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft3Tension-type headache (TTH) – https://ichd-3.org/2-tension-type-headache/ – abgerufen am 07.12.2022 können die Spannungskopfschmerzen episodisch und chronisch sein. Episodische Spannungskopfschmerzen treten gelegentlich und an weniger als 15 Tagen im Monat auf, während chronische drei Monate hintereinander an mehr als 15 Tagen im Monat auftreten oder überhaupt nicht mehr aufhören.

Übergänge von einem Kopfschmerztyp zu einem anderen sind ebenfalls möglich, insbesondere in Richtung vom episodischen zum chronischen Spannungskopfschmerz.

Welche Symptome treten bei Spannungskopfschmerzen auf?

Spannungskopfschmerzen – Ursachen, Symptome und Behandlung

Die Dauer von Spannungskopfschmerzen hängt von Person zur Person ab und die Symptome können von einer Schmerzattacke zur anderen variieren. Meistens dauert der Schmerz einige Stunden bis hin zu einigen Tagen.

Alltägliche Tätigkeiten werden zwar für die Betroffenen erschwert, können aber dennoch durchgeführt werden. Anders als bei Migräne sind Symptome wie Erbrechen, Übelkeit und Sehstörungen nicht typisch für Spannungskopfschmerzen.

Betroffene von Spannungskopfschmerzen sind zwar munter, aber auch geräusch- und lichtempfindlich. Hinzu kommen Symptome wie Nacken- und Schulterverspannungen.

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Im Gegensatz zur Migräne tritt der Spannungskopfschmerz beidseitig auf und wird als drückender und ziehender Schmerz ohne pulsierendes Gefühl beschrieben. Die Schmerzintensität nimmt bei routinemäßigen körperlichen Aktivitäten nicht zu.

Ursachen und Risikofaktoren

Obwohl Spannungskopfschmerzen die häufigste Form von Kopfschmerzen sind, sind die Gründe für ihr Auftreten noch ungeklärt. Früher wurde angenommen, dass Kopfschmerzen durch Verspannungen der Nacken- und Schultermuskulatur verursacht werden, daher der Name „Spannungskopfschmerz“. Obwohl die Möglichkeit besteht, dass Muskelverspannungen im Oberkörper die tatsächliche Ursache der Kopfschmerzen sind, gibt es dafür keinen eindeutigen Nachweis.

Einige Wissenschaftler glauben, dass spezielle Triggerpunkte in der Kopf-, Nacken- und Schultermuskulatur der Betroffenen besonders schmerzempfindlich sind. Andere wiederum weisen darauf hin, dass bei Spannungskopfschmerzen Veränderungen im Blut und im Nervenwasser festgestellt wurden. Durchblutungsstörungen und Venenerkrankungen sind ebenfalls mögliche Ursachen für Kopfschmerzen.

Verschiedene MRT-Untersuchungen zeigten, dass bestimmte Regionen des Gehirns, die für die Schmerzverarbeitung zuständig sind, verändert waren. Obwohl die genaue Ursache dieser Art von Kopfschmerzen nicht klar ist, gibt es bestimmte Risikofaktoren wie Stress, fieberhafte Infektionen und Muskelverspannungen, welche die Entstehung von Spannungskopfschmerzen begünstigen.

Genetische Faktoren wiederum spielen bei episodischen Spannungskopfschmerzen keine große Rolle, obwohl sie für die chronischen durchaus verantwortlich sein könnten. Wenn nur eines der Familienmitglieder an einer chronischen Form dieser Kopfschmerzen leidet, ist das Risiko für die Entwicklung dieser Krankheit bei Kindern um Dreifaches höher4Spannungs-Kopfschmerz: Uniklinik Essen – https://www.uk-essen.de/wkz/patienteninfos/erkrankungen/spannungs-kopfschmerz/ – abgerufen am 07.12.2022

Diagnose von Spannungskopfschmerzen

Der beste Ansprechpartner für den Erfahrungsaustausch zum Thema Spannungskopfschmerz ist ein Facharzt für Neurologie. Bei Kopfschmerzen ist die Analyse der Krankengeschichte von großer Bedeutung für die Diagnosestellung. Der Arzt wird den Betroffenen bitten, Fragen zur Schmerzintensität, zum Ort des Schmerzes, zur Art des Schmerzes und möglichen Zusatzsymptomen wie Sprachstörungen, Übelkeit oder Sehstörungen usw. zu beantworten.

Da andere Arten von Kopfschmerzen durch verschiedene Krankheiten verursacht werden können, kann der Arzt anhand der oben genannten Informationen andere Ursachen ausschließen. Wichtig sind hier vor allem Angaben zur möglichen Medikamenteneinnahme, Schlafqualität, Kopfverletzungen, Auftreten von Krämpfen oder Übelkeit.

Nach der Analyse der Anamnese erfolgt eine neurologische Untersuchung. Der Arzt wird die Funktionen des Gehirns und des Rückenmarks durch verschiedene Tests untersuchen. Anschließend werden Reflexe getestet, wie zum Beispiel der Pupillenreflex oder der Achillesfersenreflex.

Danach wird der Zustand der Nacken- und Schultermuskulatur überprüft. Dies geschieht durch einfaches Abtasten mit den Händen. Zudem wird der Blutdruck gemessen, da er zusammen mit Muskelverspannungen die mögliche Ursache für Kopfschmerzen sein kann. Durch die Laboranalyse einer Blutentnahme können auch eventuelle Anzeichen einer Entzündung ausfindig gemacht werden.

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Wenn sich der Arzt nicht sicher ist, ob der Spannungskopfschmerz primär oder sekundär als Folge einer anderen Krankheit auftritt, müssen weitere Untersuchungen durchgeführt werden, die eine bildliche Darstellung des Gehirns beinhalten. Hier werden Untersuchungen wie die Aufzeichnung der Gehirnströme (EEG) oder die Nervenwasseranalyse durchgeführt.

CT und MRT-Untersuchungen

Besteht der Verdacht, dass die Ursache des Spannungskopfschmerzes ein erkranktes erweitertes Blutgefäß (Aneurysma) oder ein Hirntumor ist, wird der Patient einer bildgebenden Untersuchung wie z. B. einer Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) unterzogen. Damit der Zustand der Blutgefäße gut sichtbar ist, wird dem Patienten vor der Untersuchung ein spezielles Kontrastmittel intravenös verabreicht.

Elektroenzephalogramm (EEG)

Um die Spannungskopfschmerzen von dem möglichen Vorliegen nicht diagnostizierter Krämpfe oder Hirntumoren zu trennen, wird ein sogenanntes Elektroenzephalogramm (EEG) durchgeführt. Bei dieser Untersuchung werden Metallelektroden am Kopf befestigt und mit Kabeln an ein spezielles Gerät angeschlossen. Über das Gerät überwacht der Arzt die Gehirnströme des Patienten im Ruhezustand, im Schlaf oder bei Lichtreizen. Dieses Verfahren ist völlig ungefährlich, weshalb es auch häufig bei der Untersuchung von Kindern eingesetzt wird.

Nervenwasseruntersuchung (Liquorpunktion)

Eine Nervenwasserpunktion ist notwendig, um Veränderungen im Liquor oder das Vorliegen einer Hirnhautentzündung auszuschließen. Vor der eigentlichen Untersuchung nimmt der Patient ein Beruhigungsmittel oder ein mildes Schlafmittel ein. Damit der Patient während der Punktion keine Schmerzen verspürt, bekommt er auch ein Lokalanästhetikum verabreicht. Kinder erhalten in der Regel eine Vollnarkose.

Anschließend schiebt der Arzt die Nadel zum Liquor-Reservoir, das sich im Rückenmarkskanal befindet, bestimmt den Druck des Liquors und entnimmt eine Probe des Nervenwassers für eine Laboranalyse. Der Eingriff ist harmlos, obwohl einige Patienten ihn als unangenehm empfinden.

Wie werden Spannungskopfschmerzen behandelt?

Bei Spannungskopfschmerzen geringerer Intensität ist oft keine spezielle Therapie erforderlich. Die Kopfschmerzen lassen nach kurzer Zeit nach und die Betroffenen kommen ohne spezielle Medikamente aus. Solche Beschwerden können in einigen Fällen mit der Verwendung von ätherischen Ölen, wie zum Beispiel Pfefferminzöl, nachlassen. Dazu reicht es einfach, einige Öltropfen auf der Stirn oder im Nackenbereich einzumassieren.

Werden dennoch Medikamente benötigt, ist die Einnahme von rezeptfrei in Apotheken erhältlichen Schmerzmitteln wie Aspirin, Paracetamol oder Ibuprofen erlaubt. Doch bei Selbstmedikation ist Vorsicht geboten: Obwohl diese Medikamente die Symptome effektiv lindern, können sie auch Nebenwirkungen wie Magenschmerzen verursachen.

Schmerzmittel können bei zu häufiger Einnahme sogar zu wiederkehrenden und noch häufigeren Kopfschmerzen führen5Arzneimittelbedingte Kopfschmerzen – https://www.gesundheitsinformation.de/arzneimittelbedingte-kopfschmerzen.html – abgerufen am 07.12.2022. Daher gilt es zu berücksichtigen, wie oft Analgetika eingenommen werden. Wer Analgetika länger als 10 Tage im Monat einnimmt, sollte seinen Arzt konsultieren.

Manchmal reicht es einfach aus, die Lebensweise zu ändern. Bei manchen Betroffenen reicht bereits ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft, um die Kopfschmerzen verschwinden zu lassen. Daher gilt auch bei Spannungskopfschmerzen die Regel der gesunden Lebensgewohnheiten, ähnlich wie bei vielen anderen Erkrankungen.

Krankheitsverlauf und Prognose

Die Prognose bei Spannungskopfschmerzen ist im Allgemeinen gut, denn meistens verschwinden die Kopfschmerzen von selbst. Andererseits geht bei 3 bis 12 % der Patienten ein episodischer Spannungskopfschmerz in einen chronischen über und ist für die Betroffenen sehr belastend.

Hier könnte Unterstützung im Umgang mit psychischen Problemen und psychischer Gesundheit hilfreich sein. Die gute Nachricht ist, dass sogar diese Form von Kopfschmerzen bei manchen Menschen von selbst verschwindet. Bei Frauen bessern sich die Beschwerden nach der Schwangerschaft.

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Der Abbau von Stress, eine gesunde und vitaminreiche Ernährung sowie ausreichend Bewegung und Schlaf tragen zur Entspannung des Körpers bei, was sich letztendlich positiv auf die Reduzierung von Beschwerden bei Spannungskopfschmerzen auswirken kann.

Quellen & Verweise[+]

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