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Robert Klatt

Robert Klatt

Robert Klatt hat während seines Studiums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU Düsseldorf) in der Stabsstelle Kommunikation erste journalistische Erfahrungen gesammelt. Durch seine langjährige Mitarbeit am wissenschaftlichen Nachrichtenportal Forschung-und-Wissen.de konnte er seine Expertise in den Bereichen Gesundheit, Medizin und Ernährung vertiefen.

Kopfläuse (Pediculus humanus capitis) sind flügellose Insekten, die in den Haaren leben und sich vom Blut der Kopfhaut ernähren. Sie sind zwar harmlos und übertragen keine Krankheiten, führen aber zu juckenden Stellen am Kopf. Glücklicherweise lassen sich die Parasiten leicht beseitige.

Symptome von Kopfläusen

Einen Kopfläusebefall erkennen die meisten Menschen nicht direkt. Wenn die Läuse jedoch anfangen, sich zu vermehren und ihre Anzahl zunimmt, kann es zu folgenden Symptomen kommen:

  • starkes Kitzeln der Kopfhaut und das Gefühl, dass in den Haaren etwas lebt
  • starkes Jucken an den Biss- und Einstichstellen
  • Wunden an der Kopfhaut durch starkes Kratzen
  • Schlafstörungen durch das Jucken, weil die Kopfläuse nachtaktiv sind

Häufigkeit, Ursachen und Risikofaktoren

Laut Schätzungen von Experten sind in Deutschland bis zu drei Prozent der Kinder von Kopfläusen befallen. Am häufigsten sind die Parasiten bei Kindern bis zwölf Jahre, weil sie beim Spielen intensiven Körperkontakt haben und dabei die Kopfläuse weitergeben. Es kommt in Kindergärten, Kindertagesstätten und Schulen deshalb häufig zum sogenannten Läusealarm. Mädchen stecken sich häufiger mit Kopfläusen an als Jungen. Dies liegt laut Kinderärzten daran, dass sie noch öfter und länger Körperkontakt zu anderen Kindern haben als Jungen.

Ein Vorurteil, laut dem Kopfläuse vor allem Menschen mit schlechter Hygiene treffen, ist falsch. Weil die Läuse sich ausschließlich vom Blut ihrer Opfer ernähren, ist es irrelevant, ob die Haare sauber oder schmutzig sind. Prinzipiell kann sich also jeder Mensch Kopfläuse einfangen.

Infobox: Kopfläuse ernähren sich von Blut. Ob die Haare sehr sauber und eher schmutzig sind, beeinflusst das Ansteckungsrisiko deshalb nicht.

Diagnose von Kopfläusen

Wenn es im Kindergarten oder in der Schule zu einem Läusealarm gekommen ist oder wenn die Kinder von einem Jucken und Kitzeln am Kopf berichten, sollten die Haare mit einem speziellen Läusekamm kontrolliert werden. Diese sind in Apotheken, Drogerien oder Sanitätshäusern erhältlich. Ein Arztbesuch ist also in der Regel überflüssig.

Zur Diagnose der Kopfläuse werden die Haare nass gemacht und dann vom Haaransatz in Richtung Haarspitze mindestens zweimal sorgfältig gekämmt. Der Kamm sollte zwischendurch auf einem Handtuch oder Küchenpapier ausgestrichen werden, weil die Läuse so besser erkannt werden können. Die ausgewachsenen Läuse sind zwischen zwei und drei Millimeter groß. Der Körper der Insekten ist flach, flügellos und hat meistens eine graubraune Farbe. Kopfläuse lassen sich also auch von Laien leicht erkennen

Kopfläuse richtig behandeln

Eine Behandlung ist notwendig, wenn lebende Läuse oder lebensfähige Eier in den Haaren entdeckt werden. Um ein weiteres Ausbreiten der Kopfläuse zu verhindern, sollte schnell gehandelt werden.

Nasses Auskämmen von Kopfläuse

Mit einem speziellen Läusekamm können die kleinen Parasiten nicht nur erkannt, sondern auch bekämpft werden. Die Haare werden dazu nass gemacht. Bei langen und schwer kämmbaren Haaren sollte zudem eine Haarpflegespülung vor dem Auskämmen verwendet werden. Anschließend kämmt man die Haare gründlich von Strähne zu Strähne mit dem feinen Läusekamm durch. Dieser Prozess sollte mehrfach wiederholt werden. Bei Kindern konnte das nasse Auskämmen die Kopfläuse an den Tagen 1, 5, 9 und 13 zu 57 Prozent beseitigen.

Das nasse Auskämmen ist eine aufwendige Methode, die sowohl vom Behandler als auch vom Behandelten viel Geduld erfordert. Besonders bei Kindern ist sie deshalb häufig problematisch. Außerdem lassen sich in vielen Fällen nicht alle Kopfläuse durch die mechanische Methode entfernen. Es ist deshalb meist sinnvoll, das Auskämmen von Kopfläusen mit weiteren Mitteln zu kombinieren.

Professionelle Mittel gegen Kopfläuse

Zur Behandlung von Kopfläusen gibt es unterschiedliche Mittel auf Basis von Silikon (Dimeticon) oder Insektiziden. Diese sind als Tinktur, Spray oder Shampoo in der Apotheke und in Drogeriemärkten erhältlich. Weil sich die Anwendung der Mittel teils deutlich voneinander unterscheidet, ist es wichtig, die Packungsbeilagen zu beachten.

Insektizide

In Deutschland werden die synthetischen Wirkstoffe Allethrin und Permethrin sowie der pflanzliche Wirkstoff Pyrethrum gegen Kopfläuse eingesetzt. Die Insektizide töten die Kopfläuse, indem sie ihr Nervensystem schädigen. Die Behandlung mit dem Insektengift muss mehrfach wiederholt werden. In Abhängigkeit vom gewählten Mittel ist dies nach sieben bis zehn Tagen nötig. In der Schwangerschaft und Stillzeit sowie beim MCS-Syndrom (multiple Überempfindlichkeit gegen chemische Substanzen) und bei einigen Allergien sollten Insektizide nicht verwendet werden.

Silikonöl

Kopfläuse haben Resistenzen (Widerstandsfähigkeit) gegen einige Insektizide entwickelt, weil diese schon seit Jahrzehnten verwendet werden. Inzwischen werden die Parasiten deshalb auch mit Mitteln auf Basis von Silikonöl (Dimeticon) bekämpft [4]. Weil diese kein Insektengift beinhalten, können die Kopfläuse keine Resistenzen entwickeln. Zur Behandlung werden die Mittel mit Dimeticon in das trockene Haar einmassiert. Die Ölschicht erstickt dabei die Kopfläuse und Nissen. Dazu muss das Silikonöl teilweise über mehrere Stunden einwirken.

Infobox: Achtung: Silikonhaltige Mittel brennen leicht. Bei einer Behandlung mit Silikonöl sollten Menschen deshalb keinen Fön benutzen und Abstand zu offenen Flammen halten.

Auskämmen und Insektizid oder Silikonöl kombinieren

Gesundheitsexperten empfehlen bei Kopfläusen eine Kombination aus dem Auskämmen und einem Insektizid oder Silikonöl [5]. Die beste Erfolgsquote hat folgendes Behandlungsschema:

TABELLE

Hausmittel zum Bekämpfen von Kopfläusen

Neben Insektiziden und Silikonöl können Kopfläuse laut Erfahrungsberichten auch mit diversen Hausmitteln bekämpft werden. Deren Wirksamkeit wurde bisher wissenschaftlich aber kaum untersucht.

  • ätherische Öle (z.B. Teebaum- und Lavendelöl) sollen bei Läusen ein Enzym des Stoffwechsels blockieren. Das Öl wird dazu in die Haare einmassiert und dann eine halbe Stunde dort belassen.
  • Essigwasser aus Haushaltessig (z.B. Apfelessig) soll Kopfläuse ebenfalls bekämpfen können. Dazu muss die Tinktur laut Erfahrungsberichten eine halbe Stunde in den Haaren einwirken.

Mitbehandlung bei Kopfläusen in der Familie

Wenn es in einer Familie oder Wohngemeinschaft zu einem Fall von Kopfläusen gekommen ist, sollten auch die übrigen Bewohner auf die Parasiten untersucht werden. Behandelt werden müssen nur Personen, bei denen ebenfalls Parasiten in den Haaren vorkommen. Zudem sollte enger Körperkontakt vermieden werden, bis die Parasiten vollständig beseitigt wurden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Plasma-Läusekamm zur schnellen Beseitigung der Parasiten

Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Schicht- und Oberflächentechnik (IST) entwickeln aktuell einen Plasma-Läusekamm, der die Parasiten ohne chemische Mittel schnell abtöten können soll. In klinischen Tests konnte das kalte Plasma Kopfläuse und Nissen beseitigen, ohne die Haare oder die Kopfhaut anzugreifen. Laut den Entwicklern soll der Plasma-Läusekamm in Zukunft einen Befall innerhalb eines Tages vollständig beseitigen.

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