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Gesundheitsreport Redaktion

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Die Hausstaubmilbe liebt Luftfeuchtigkeit und macht es sich besonders gerne im heimischen Bett bequem. Hier finden die kleinen Spinnentiere optimale Zustände vor. Sie ernähren sich von Hautschuppen und führen ein regelrechtes Schattendasein, da wir sie mit blossem Auge nicht erkennen können. Dadurch werden die kleinen „Hautfresser“ für Allergiker zu einer unsichtbaren Gefahr.

Was Sie in diesem Artikel erfahren

  • Was sind Hausstaubmilben?
  • Was ist eine Hausstaubmilbenallergie?
  • Wie erkennt man eine Hausstaubmilbenallergie?
  • Welche Präventionsmassnahmen und Behandlungen gibt es?

Was sind Hausstaubmilben?

Hausstaubmilben, oder auch Dermatophagoides, sind winzige Spinnentiere, die sich von menschlichen und tierischen Hautschuppen ernähren. In der Regel erreichen die Hautfresser mit den haarigen Borsten eine Grösse von 0,1 bis 0,5 mm. Da sie keine Krankheiten übertragen, sind die Milben harmlos für den Menschen. Die Hausstaubmilbenallergie geht von dem Kot der Hausstaubmilbe aus, aber dazu später mehr.

Hausstaubmilben lieben Häuser und Wohnungen. Hier können sie sich ungestört ausbreiten und von Hautschuppen ernähren. Den grössten Anteil der kleinen Spinnentiere findet man im Bett. Wegen dem feuchten Klima und den vielen Hautschuppen finden sie hier paradiesische Zustände vor. Dabei hat das Vorkommen der Hausstaubmilbe keineswegs etwas mit mangelnder Hygiene zutun.

Was ist eine Hausstaubmilbenallergie?

Während gesunde Menschen von den Milben im Normalfall nichts mitbekommen, leiden Allergiker teilweise enorm. Viele Menschen reagieren nämlich allergisch auf den Kot oder auf die Eier der Spinnertiere. Durch die Atmung gelangen die darin enthaltenen Allergene in den Körper. In der Schweiz leiden etwa 5 % der Bevölkerung an einer Hausstaubmilbenallergie, 13 % der Schulkinder zeigen eine Bereitschaft für die Allergie1Bundesamt für Gesundheit BAG. www.bag.admin.ch. [Online] [Zitat vom: 2020. August 4.] https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/gesund-leben/umwelt-und-gesundheit/wohngifte/gesundes-wohnen/hausstaubmilben.html..

Die Symptome einer Hausstaubmilbenallergie können vielfältig auftreten. Dabei können die folgenden Systeme betroffen sein:

Die Nase

Betroffene leiden unter allergischen Schnupfen (Rhinitis), häufigem Niesreiz, einer verstopften oder laufende Nase. Die Symptome machen sich oft nach dem Aufstehen bemerkt. Zudem können die Nasenschleimhäute anschwellen. In der Folge sprechen Allergiker manchmal nasal.

Das Auge

Eine Hausstaubmilbenallergie kann sich ebenfalls durch tränende oder errötete Auge äussern. Nicht immer fällt der erste Verdacht auf eine Allergie, da andere Augenbeschwerden mit ähnlichen Symptomen einhergehen

Die Bronchien/ Lunge

Husten, Asthma, Verschleimung sind mögliche Folgen einer Hausstaubmilbenallergie

Die Haut

Quaddeln, Rötungen und Juckreiz können durch eine Hausstaubmilbenallergie erfolgen
Weitere Symptome: Müdigkeit, Kopfschmerzen

Wie erkennt man eine Hausstaubmilbenallergie?

Da die Symptome bei einer Hausstaubmilbenallergie individuell unterschiedlich auftreten können, wird diese teilweise erst sehr spät, oder gar nicht, festgestellt. Bei einem Verdacht sollte ein HNO-Arzt kontaktiert werden, der einen sogenannten Prick-Test durchführt. Hierbei lassen sich allergische Reaktionen feststellen, indem verschiedene Allergene auf die Haut aufgetragen werden. In der Folge kann ein nasaler Provokationstest das Ergebnis bestätigen.

Welche Präventionsmassnahmen und Behandlungen gibt es?

Nach der Diagnose gibt es viele Möglichkeiten, um die Allergie zu bekämpfen. Da man die Milben normalerweise nicht vollständig aus den eigenen vier Wänden verbannen kann, sollte der Fokus darauf liegen, den Kontakt so weit wie möglich zu reduzieren. Die folgenden Tipps können dabei helfen:

Encasings für das Bett

Encasings sind spezielle Bezüge, die für die Milben eine Grenze darstellen. Die Schutzbezüge für Bettdecken, Kopfkissen und Matratzen halten die kleinen Spinnentiere im Schach, da die Milben darin eingeschlossen werden. Hierbei sollte man stets auf die Qualität achten und Testergebnisse vergleichen, da sich die Encasings oft stark unterscheiden.

Lüften und Raumtemperatur niedrig halten

Milben lieben eine Zimmertemperatur ab 25 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 65-80%2Lungenärzte im Netz. www.lungenaerzte-im-netz.de. [Online] [Zitat vom: 4. August 2020.] https://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/hausstaubmilbenallergie/was-ist-hausstaubmilbenallergie/.. Von daher empfehlen Experten häufiges Lüften. Darüber hinaus kann zum Beispiel ein Luftentfeuchter helfen.

Staubsaugen

Beim Staubsaugen kann es von Vorteil sein, wenn Allergiker einen HEPA-Filter benutzen. Im besten Fall übernimmt ein Nicht-Allergiker diese Aufgabe.

Bettwäsche wechseln

Ein häufiges Wechseln der Bettwäsche gehört zu den besten Mitteln im Kampf gegen die Milben. Die Wäsche sollten Sie bei mindestens 60 °C waschen. Einige Anbieter bieten dafür spezielle Anti-Milben-Waschmittel an.

Kuscheltiere vermeiden

Kuscheltiere können sich als echte Brutstätten für Milben entpuppen.

Vorsicht bei Teppichen

Generell sollten Hausstaubmilbenallergiker nach Möglichkeit auf Teppiche verzichten. Zudem raten Experten dazu sämtliche Staubfänger zu vermeiden. Dazu gehören u. a. Vorhänge, Polster und offene Schränke.

Teebaumöl

Immer wieder wird Teebaumöl als vielversprechendes Hausmittel gegen die kleinen Hautfresser genannt. Eine Studie, die den Nutzen belegt, konnten wird bei unserer Recherche jedoch nicht finden.

Neben der Verhinderung des Kontaktes mit dem Allergen kommen neben den genannten Methoden verschiedenen Therapien in Frage:

  • Antihistaminika
  • Nasensprays
  • Augentropfen
  • Asthmasprays/ Allergospasmin
  • Spezifische Immuntherapien
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Bei der spezifischen Immuntherapie haben sich in den vergangenen Jahren die subkutane Immuntherapie und die sublinguale Immuntherapie empfohlen. Bei der subkutanen Immuntherapie wird eine steigende Dosis des Allergens unter die Haut gespritzt. Bei der sublingualen Therapie nehmen die Betroffenen allergenhaltige Tabletten ein.

Etagenwechsel vermeiden

Während Encasings und regelmässiges Lüften die Verbreitung der Spinnentiere eindämmen sollen, lindern Sprays, Augentropfen und Antihistaminika die Beschwerden. Eine spezifische Immuntherapie bekämpft hingegen die Ursache der Allergie. Im Mittelpunkt der Behandlung steht die Vermeidung eines sogenannten „Etagenwechsels“. Hierbei verlagern sich die Beschwerden von der Nase auf die Bronchien oder die Lunge.

Quellen & Verweise[+]

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