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Vahidin Cerim

Vahidin Cerim

Schreibt seit Jahren leidenschaftlich zu Gesundheits- und Wohlfühlthemen, sowohl on- als auch offline. Hilft mit konkreten Tipps anderen dabei, ein gesünderes Leben zu führen und schlechte Gewohnheiten loszuwerden. Obwohl er auch selbst kaffeesüchtig ist.

Menschen, die täglich mit Allergien zu kämpfen haben, wissen es am besten, wie lähmend ihre Symptome sein können. Niesen, tränende Augen und Juckreiz sind nur einige der Symptome, die beispielsweise auf eine Pollenallergie bzw. Heuschnupfen hinweisen.

Jedoch bedeutet das Auftreten solcher Symptome nicht automatisch, dass es sich um eine Pollenallergie handelt. Ganz ähnliche Symptome treten nämlich auch bei der Schimmelpilzallergie auf, obwohl die meisten Menschen bei diesen Symptomen nur selten an diese Allergie denken.

Warum eine Schimmelpilzallergie entsteht und wie sie behandelt und verhindert werden kann, wird nachfolgend näher beleuchtet.

Was ist Schimmelpilzallergie und warum entsteht sie?

Anders als viele vermuten, kann Schimmel überall entstehen und nicht nur in unzureichend belüfteten oder feuchten Räumen. Schimmel tritt somit in den meisten Innenräumen, aber auch in der freien Natur auf. Das Immunsystem reagiert auf unsichtbare Sporen und Schimmelpilzbestandteile, die Allergene verbreiten, was zu unangenehmen allergischen Reaktionen führen kann.

Diese Allergene gelangen sowohl durch die Atemwege als auch durch Nährstoffe in unseren Körper und es ist schwierig sie zu vermeiden, da wir täglich und fast überall auf Schimmelpilze stoßen. Besonders im Sommer und Herbst treten charakteristische Allergiesymptome auf, da die Konzentration von Schimmelpilzsporen in der Natur zunimmt.

Schimmelpilzallergie im Kindesalter kommt jedoch besonders häufig vor und verschiedene Studien1Schimmelpilzallergie – https://www.ecarf.org/info-portal/allergien/schimmelpilzallergie/ – abgerufen am 07.12.2022 weisen darauf hin, dass eine feuchte und schimmelbelastete Umgebung bei Kindern das Risiko steigert, eine Schimmelallergie zu entwickeln.

Wo überall befinden sich Schimmelpilze?

Ähnlich wie Pflanzen blüht auch der Schimmelpilz. Während bei Blüten Pollen freigesetzt werden, setzen Schimmelpilze Sporen frei – und sie sind fast überall zu finden. Schimmelpilz tritt somit nicht nur in feuchter Umgebung oder in unzureichend belüfteten Räumen auf, sondern ist z. B. auch in den Töpfen der Hauspflanzen oder sogar in Klimaanlagen zu finden2Schimmelpilzallergie: Infos & Tipps – https://www.allergieratgeber.de/allergiearten/schimmelpilzallergie – abgerufen am 07.12.2022.

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Schimmelpilzsporen gelangen nicht nur über die Atemwege in den Körper, sondern auch durch verschiedene Nahrungsmittel. Da diese Substanz vom Immunsystem als gefährlich eingestuft wird, schaltet sich die Abwehr an und es wird eine allergische Reaktion ausgelöst. Wie die Reaktion im Detail aussieht, hängt vom jeweiligen Allergietyp ab.

Wohnraum

Im Wohnraum kommt Schimmel am häufigsten in Schlafzimmern, Bädern und Kellern vor. Typische Orte für Schimmel sind schlecht belüftete und feuchte Räume. Am häufigsten tritt Schimmel auf Tapeten, Holzvertäfelungen, Klimaanlagen, Waschmaschinen, aber auch Matratzen und Bettwäsche auf.

Oft führen bauliche Mängel zu einer Schimmelpilzbildung, wie zum Beispiel geringe Isolierung der Außenwände oder Wärmebrücken. Nicht erkannte Feuchtigkeitsschäden können ebenfalls Schimmel verursachen. Kondenswasserbildung oder zu eng an kalten Außenwänden stehende Möbel können ein weiterer Grund für den Besuch des unerwünschten Gastes sein.

Laut einer internationalen Langzeitstudie3Internationale Studie: Schimmelpilz im Wohnraum bedroht Gesundheit von Kindern – https://www.isotec.de/fachbetriebe/isotec-mallorca-bwz-spanien-sl/blog/detail/internationale-studie-schimmelpilz-im-wohnraum-bedroht-gesundheit-von-kindern.html – abgerufen am 07.12.2022, bei der Allergietests an über 25.000 Kindern aus 20 Ländern durchgeführt wurden, soll Schimmelpilz im Wohnraum die Gesundheit von Kindern ernsthaft bedrohen.

Demnach sollen feuchte Wohnbedingungen auch unabhängig von der allergischen Veranlagung des Kindes zu allergischem Schnupfen, Asthma und Neurodermitis führen.

In der Natur

In der Natur befinden sich Schimmelpilze oft in Heuhaufen, Blätterhaufen, Komposthaufen, unter Laub und in Brennholz-Stapeln, in Gewächshäusern oder im Getreide. Ihr Vorkommen wird durch hohe Luftfeuchtigkeit, Hitze und Wind verstärkt. Die Artenzusammensetzung und die Schimmelpilzkonzentration in der Außenluft sind stark von Jahreszeit und Witterung abhängig. Die höchste Konzertration der Schimmelpilzsporen in der Natur entwickelt sich im Sommer und im Herbst4Schimmelpilzbelastung in Innenräumen – Befunderhebung, gesundheitliche Bewertung und Maßnahmen – https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/UmweltKommission/Archiv/Schimmelpilze.pdf – abgerufen am 07.12.2022.

In Nahrungsmitteln

Schimmelpilze kommen oft auch in Nahrungsmitteln vor und teilen sich in zwei Gruppen auf:

  • Auf der einen Seite existieren Lebensmittel, bei denen sich die Verarbeitung von angeschimmelten Ausgangsstoffen nicht vermeiden lässt. Hierbei handelt es sich um Getreide, Obstsäfte, Tomatenprodukte oder Essig.
  • Auf der anderen Seite stehen die Lebensmittel, die aus Grund einer Veredelung dem Schimmel ausgesetzt werden, wie zum Beispiel einige Käsesorten oder Wein.

Wenn Schimmelpilzsporen auf eine oder andere Weise in den Körper gelangen, verursachen sie unerwünschte Symptome wie Niesen, Husten oder Juckreiz. Doch die Liste der Beschwerden kann auch viel länger sein.

Welche Symptome zeigen sich bei einer Schimmelpilzallergie?

Häufige Niesattacken im Keller? Es juckt im Mund und beim Rachen? Dann handelt es sich wahrscheinlich um eine Schimmelpilzallergie. Die Symptome einer Schimmelpilzallergie sind zwar vielseitig, doch meistens sind es die typischen Symptome einer allergischen Rhinitis: ständiges Niesen, laufende oder verstopfte Nase, Ohr- und Augenjuckreiz. Die Augenlider können geschwollen und das Licht kann eine wahre Hürde für die Augen sein.

Bei starken allergischen Reaktionen kann Asthma und Migräne eintreten. Darüber hinaus kann es beim Verzehr von sporenhaltiger Nahrung zu Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall oder Erbrechen kommen.

Es wird inzwischen angenommen, dass etwa eine Million verschiedener Arten von Schimmelpilzen existieren, weshalb auch die Reaktionen unterschiedlich ausfallen.

Diagnose – wann zum Arzt?

Schimmelpilzallergie – Ursachen, Symptome und Behandlung

Viele Menschen achten kaum darauf, dass sie das ganze Jahr über an chronischem Schnupfen leiden. Sie achten nicht auf ihren Gesundheitszustand, obwohl sie es jeden Morgen mit Niesanfällen und laufender Nase zu tun haben. Doch das Problem löst sich nicht von alleine, weshalb Betroffene möglichst schnell und konsequent handeln müssen.

Es besteht nicht nur die Gefahr, dass das geschwächte Immunsystem auf immer mehr Stoffe allergisch reagiert, sondern als Folge kann sich auch allergisches Asthma entwickeln.

Treten zudem Symptome wie pfeifender Atem oder Husten auf und sind diese mit Atembeschwerden verbunden, ist es wahrscheinlich, dass die Allergie aus den oberen Atemwegen in die Lunge übergegangen ist. Die Mediziner bezeichnen das als Etagenwechsel und dieser lässt sich nur vermeiden, wenn die Allergie rechtzeitig behandelt wird.

Inzwischen sind verschiedene Test zum Aufspüren der Allergene verfügbar:

  • Bei einem Prick-Test werden verschiedene Allergene auf den Unterarm getropft. Mit einer feinen Lanzette oder Nadel wird die Haut eingeritzt oder eingestochen. Bilden sich juckende Stellen an bestimmten Markierungen, kann der Allergologe ablesen, welche Sensibilisierungen stattgefunden haben.
  • Bei einem Bluttest lässt sich die Gesamtmenge an IgE-Antikörpern bestimmen, doch dieser Wert dient nur als Anhaltspunkt. In einem weiteren Bluttest lässt sich das Blut auf konkrete Antikörper untersuchen.
  • Mit einem Provokationstest versucht der Arzt, unter Überwachung eine allergische Reaktion zu provozieren. Der Test wird heutzutage selten benutzt, da es schwer abzuschätzen ist, wie stark die allergische Reaktion sein wird.

Behandlung und Vorbeugung einer Schimmelpilzallergie

Um eine Schimmelpilzallergie zu behandeln, ist es zunächst notwendig, die Quelle des Schimmels zu finden. Neben ärztlichen Untersuchungen ist es notwendig, den Ort und die Räumlichkeiten, in denen die Zeit verbracht wird, aber auch den Arbeitsplatz gründlich zu überprüfen.

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Die Vermeidung von Schimmelpilzen ist der Schlüssel zur Linderung der Allergiesymptome. Für eine nachhaltige Verbesserung des Gesundheitszustandes von Allergikern sind manchmal radikalere Maßnahmen notwendig, wie z. B. Renovierung des Wohngebäudes oder sogar der Wechsel des Wohnortes.

Zur akuten Linderung der Symptome wird eine Therapie mit Antiallergika verschrieben. Die Arzneimittel sind in Form von Sprays, Tabletten oder Tropfen erhältlich. Antimykotika in Form von Tabletten oder einer Salbe können ebenfalls ein Bestandteil der Behandlung sein.

In einer neuen REACT-Studie5REACT-Studie bestätigt: Allergie-Impfung bringt langfristigen Nutzen – https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20211214_OTS0106/react-studie-bestaetigt-allergie-impfung-bringt-langfristigen-nutzen – abgerufen am 07.12.2022 wurde bestätigt, dass eine Allergie-Impfung bei Atemwegsallergien und Asthma langfristigen Nutzen haben kann.

Zur langfristigen Behandlung ist auch eine Hyposensibilisierung möglich. Hier bekommt der Allergiker den allergieauslösenden Stoff in steigenden Mengen verabreicht. Verläuft die Therapie erfolgreich, kommt es zu einer Desensibilisierung: Durch die Gewöhnung an die Substanz wird der Körper die Substanz nicht mehr als gefährlich einstufen. Doch für ein solches Verfahren muss der jeweilige Stoff, der zu einer allergischen Reaktion führt, vorher bekannt und künstlich hergestellt sein.

Wie lässt sich einer Schimmelpilzallergie vorbeugen?

Obwohl sich einer Schimmelpilzallergie nur schwer vorbeugen lässt, gibt es einige Ratschläge, um sich vom Schimmel fernzuhalten und die Symptome zu lindern:

  • Stoßlüften bzw. Querlüften bei weit offenem Fenster.
  • In der Sommerzeit in den kühleren Nacht- oder Morgenstunden lüften.
  • Für gute Luftfeuchtigkeit sorgen (40-60 %).
  • Wäsche nicht in der Wohnung trocknen.
  • Beim Kochen, Baden, oder Bügeln aufpassen, dass sich nicht zu viel Feuchtigkeit in den Wohnräumen ansammelt.
  • Duschkabine und Wanne nach dem Gebrauch trocken halten.
  • Klimaanlagen regelmäßig reinigen.
  • Abfall regelmäßig entsorgen.
  • Obst und Gemüse im Kühlschrank lagern.
  • Zimmerpflanzen nicht ins Schlafzimmer stellen.
  • Staub regelmäßig abwischen.
  • Bettwäsche regelmäßig wechseln.
  • Schimmelstellen im Wohnraum sanieren.

Quellen & Verweise[+]

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