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Vahidin Cerim

Vahidin Cerim

Schreibt seit Jahren leidenschaftlich zu Gesundheits- und Wohlfühlthemen, sowohl on- als auch offline. Hilft mit konkreten Tipps anderen dabei, ein gesünderes Leben zu führen und schlechte Gewohnheiten loszuwerden. Obwohl er auch selbst kaffeesüchtig ist.

Für Kleinkinder bis drei Jahre lauern an jeder Ecke des eigenen Zuhauses kleine und große Gefahren. Besonders Verbrühungen, Verbrennungen sowie Kopfverletzungen sind häufige und zugleich schwerwiegende Unfallfolgen bei Kleinkindern. Deshalb sind die Eltern dafür verantwortlich, neben Zusammenstößen, Stürzen, Unfällen mit spitzen Gegenständen und Geräten auch Vergiftungen und Verbrennungen vorzubeugen und für ein kindersicheres Zuhause zu sorgen. Alles für ein Ratgeber für ein kindersicheres Zuhause.

In der Fähigkeit der Eltern, Gefahren zu identifizieren und zu beseitigen, liegt schließlich das größte Präventionspotenzial. Die Eltern sollten dazu die Wohnung „mit den Kinderaugen sehen“, um auch versteckte Gefahren zu erkennen: Plötzlich wird ein herunterhängendes Bügeleisenkabel zum gefährlichen Spielzeug, eine rutschende Fußmatte zur Stolperfalle und ein Regal zum Kletterturm. Und diese Gefahren können nur von denen gebannt werden, die sich solcher Situationen bewusst sind.

Wie kindersicher ist das Zuhause? Das sagen die Statistiken

Einer Umfrage zufolge1Unfälle bei Kindern: Eltern unterschätzen die Risiken zuhause – https://dgou.de/news/news/detailansicht/artikel/unfaelle-bei-kindern-eltern-unterschaetzen-die-risiken-zuhause – abgerufen am 21.07.2022 gaben 85 % der Eltern an, dass der Straßenverkehr die Hauptgefahr für Kinder ist, während 82 % der Befragten das eigene Zuhause oder den Garten als eine geringe Gefahrenzone einstufen. Doch die Realität sieht oft anders aus und Eltern müssen ihre Aufmerksamkeit auf das eigene Heim lenken, um das nötige Maß an Kindersicherheit zu gewährleisten.

Die gleiche Studie ergab, dass sogar 60 % der Kinder im eigenen Zuhause einen Unfall erlebten, während nur 14 % der Unfälle bei Kindern im Straßenverkehr geschahen. Der Hauptgrund dafür ist das mangelnde Gefahrenbewusstsein sowie der Entdeckungsdrang der Kleinkinder, weshalb die Eltern alles in ihre Hände nehmen und das eigene Zuhause kindersicher machen müssen.

Unfallort Kinder mit Unfall Gesamt Kinder bis 5 Jahre zum Unfallzeitpunkt Kinder ab 6 Jahre zum Unfallzeitpunkt
Beim Vereinssport 4 % 1 % 7 %
Im Straßenverkehr 14 % 7 % 21 %
In Betreuungseinrichtungen 18 % 16 % 20 %
Zu Hause, in der Freizeit 60 % 66 % 41 %

Quelle: https://dgou.de/news/news/detailansicht/artikel/unfaelle-bei-kindern-eltern-unterschaetzen-die-risiken-zuhause

Wo im Haus ist es besonders gefährlich für Kinder?

Für die meisten Eltern wird wohl die Küche der erste Gedanke für eine Gefahrenzone im eigenen Heim sein, da dort der Wasserkocher und Herd täglich im Einsatz sind und die Kinder vielleicht auch nach scharfen Messern greifen könnten. Doch nicht nur die Küche ist gefährlich für Kleinkinder: In kleinen Unterschränken im Badezimmer unter dem Waschtisch befinden sich oft diverse Reinigungsmittel und das in unmittelbarer Greifhöhe.

Die Risikofallen werden durch Fenster, Türen und Steckdosen abgerundet. Die absolute Kindersicherheit im eigenen Zuhause kann fast nicht erreicht werden – auch dann nicht, wenn alle möglichen Gadgets dafür gekauft werden. Das Kind jede Sekunde im Auge zu behalten und zu überwachen ist aber genauso unmöglich.

Daher ist es von großer Bedeutung, die gängigen Gefahren für Kinder im Haus zu identifizieren und die passenden Sicherheitsmaßnahmen für die wesentlichen Wohnungsräume aufzuzeigen. Dabei ist es wichtig, die Risiken und Gefahren gemeinsam mit dem Kind kennenzulernen.

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Die Eltern sollten die Wohnung mit den Kinderaugen sehen, um auch versteckte Gefahren zu erkennen.

Was sind die häufigsten Verletzungen bei Kleinkindern?

Nur wenn die Eltern die Perspektive ihres Kindes einnehmen, haben sie die besten Chancen, die möglichen Gefahren im eigenen Zuhause zu erkennen. Einfach das Kind im Alltag beobachten und feststellen, was aus Kinderaugen besonders anziehend, verlockend und spannend wirkt.

Dazu einige statistische Werte zum Thema Kinderverletzungen:

  • 85 % aller 1- bis 2-Jährigen verunglücken in den eigenen vier Wänden
  • Kopfverletzungen führen am häufigsten zu einer stationären Behandlung
  • Jedes 8. Kind muss nach einem Unfall eine Nacht im Krankenhaus verbringen
  • Die häufigste Todesursache bei Kindern zwischen 1 und 4 Jahren ist Ertrinken

Auflistungen der häufigsten Verletzungen bei Kleinkindern nach Altersabgrenzung:

0 bis 6 Monate

  • Ersticken
  • Transportunfälle
  • Sturzunfälle, vor allem vom Wickeltisch

7 Monate bis 4 Jahre

  • Ertrinken
  • Elektrounfälle (z. B. mit Steckdosen)
  • Stürze
  • Verbrennung/Verbrühung
  • Verätzung/Vergiftung
  • Verschlucken von Gegenständen

 Ab 5 Jahren

  • Verkehrsunfälle
  • Freizeit- und Sportunfälle, vor allem Zusammenstöße und Stürze
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Sicherheitstipp: Die Sicherheitsvorkehrungen sollten an das jeweilige Alter des Kindes angepasst werden.

Wie kann ein kindersicheres Zuhause geschaffen werden?

Ratgeber für ein kindersicheres Zuhause

Jedes Jahr verletzen sich in Deutschland mehr als 1,9 Millionen Kinder in den eigenen vier Wänden2Ein sicheres Zuhause für Kinder – die ultimative Anleitung – https://www.karaenke.com/sicheres-zuhause-kinder/ – abgerufen am 21.07.2022. Das Tragische daran ist, dass ungefähr 60 % solcher Unfälle hätten verhindert werden können. Doch die Eltern sind sich bei vielen dieser Unfälle nicht der Gefahren bewusst oder haben diese unterschätzt.

Viele Erwachsene nehmen es oft einfach nicht wahr, dass in jedem Raum des eigenen Heims einige Gefahren lauern. Aus diesem Grund kann nicht oft genug betont werden, dass die beste Gefahreneinschätzung kommt, wenn die Perspektive des eigenen Kindes eingenommen wird. Daraus kommen automatisch viele gefährliche Stellen hervor, die vorher überhaupt nicht erkannt wurden.

Zuerst gilt es jedoch die allgemeinen Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen:

  • Glasflächen mit einer Schutzfolie vor Bruch absichern
  • Notfallnummern immer griffbereit haben
  • Tüten und Taschen für Kinder unzugänglich machen/aufbewahren
  • Mit einem Treppengitter unbedingt Treppenzugang und -abgang absichern
  • Treppenstufen rutschsicher machen
  • Kinderfinger mit Türstoppern oder Fingerklemmschutz schützen
  • Verschluckbare Kleinteile und Gegenstände außerhalb der Reichweite von Kindern halten
  • Waschmaschinen- und Trocknerklappe verriegeln
  • Haustiere nie mit dem Kind allein lassen
  • Auf Stolperfallen achten
  • Rauchmelder in Schlaf- und Wohnräumen anbringen
  • Balkontüren und Fenster vor dem Öffnen sichern
  • Gefährliche Bereiche einzäunen (z. B. Kamin)
  • Steckdosenschutz anbringen
  • Kanten und Ecken mit einem Kinderstoßschutz versehen
  • Chemikalien immer verschließen und außer Kinderreichweite aufbewahren

Wie kann das Wohn- und Esszimmer kindersicher gemacht werden?

In diesen zwei Bereichen können sich die Eltern um die gängigsten Gefahren kümmern, um Kinderunfällen vorzubeugen, wie z. B.:

  • Blumenerde mit Blumentopfgitter abdecken
  • Entsorgung giftiger Zimmerpflanzen
  • Offen liegende Kabeln vermeiden
  • Teppiche entweder entfernen oder rutschsicher machen
  • Feuerzeuge und Streichhölzer immer wegräumen
  • Zigaretten und Alkohol nie liegen und offenstehen lassen
  • Flachbildschirme vor dem Umkippen absichern
  • Tischdecken entfernen

Ratgeber für ein kindersicheres Zuhause: Die Küche

Die Küche wird von den meisten Eltern als die größte Gefahrenzone in den eigenen vier Wänden betrachtet. Mit den folgenden Vorkehrungen kann aber auch die Küche kindersicherer gemacht werden:

  • Mülleimer darf für Kinder nicht erreichbar sein
  • Elektrogeräte nach Anwendung immer aufräumen
  • Kühlschrank und Gefrierfach immer verriegeln
  • Scheren und scharfe Messer unzugänglich verstauen
  • Löschdecke in Herdnähe aufbewahren
  • Backofenfenster und Backofentür sichern
  • Heiße Speisen und Getränke hochstellen
  • Heiße Töpfe und Herdplatten mit Herdschutzgitter abschirmen

Was kann für ein sicheres Kinderzimmer getan werden?

Obwohl viele Eltern das Kinderzimmer als sehr sicher einstufen, können sich hier tatsächlich viele Gefahren verstecken. Um Unfällen vorzubeugen, können folgende Sicherheitsmaßnahmen in die Wege geleitet werden:

  • Nachtlichter wirken beruhigend und bieten zugleich Orientierung nachts
  • Es sollte immer auf altersgemäße Spielsachen geachtet werden
  • Möbelstücke vor dem Kippen sicherstellen (eventuell an der Wand befestigen)
  • Am besten Schlafsäcke im Kinderbett verwenden und keine Kissen und Decken
  • Während des Wickelns mit einem Wärmestrahler angenehme Temperatur erzeugen
  • Für einen absturzsicheren Wickeltisch sorgen

Wie wichtig ist ein kindersicheres Badezimmer?

Im Bad kann das Kind auf viele Gefahren stoßen, die zu schweren Unfallfolgen und sogar zu Vergiftungen führen können. Aus diesem Grund sollte unbedingt für die Kindersicherheit im Badezimmer vorgesorgt werden:

  • Elektrogeräte und Rasierklingen sicher und außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren
  • Toilettendeckel stets verschlossen halten
  • Reinigungsmittel und Medikamente stets im Schrank und außerhalb der Reichweite von Kindern halten
  • Erste-Hilfe-Apotheke gut ausgestattet halten
  • Badewanne rutschsicher machen
  • Auf die richtige Wassertemperatur (max. 37 °C) achten
  • Kinder nie ohne Beaufsichtigung baden lassen

Vorsicht: Garten und Balkon nicht vergessen!

Es ist nicht nur der Innenbereich im eigenen Zuhause, der Gefahren birgt, sondern auch der dazugehörende Garten und Balkon. Mit den folgenden Tipps können auch diese Bereiche für das Kind sicher gemacht werden:

  • Außensteckdosen auf dem Balkon absichern
  • Balkonzaun auf Sicherheit und gemäßen Zustand prüfen
  • Rasenmäher und andere Gartengeräte vor unsachgemäßem Zugriff und Umfallen absichern
  • Pflanzen und Sträucher darauf kontrollieren, ob sie giftig sind (wenn ja, dann beseitigen)
  • Gefährliche Gartenbereiche einzäunen (z. B. Gartenteiche)

Fazit für ein kindersicheres Zuhause: Das Hast mit Kinderaugen betrachten

Ein kindersicheres Zuhause zu schaffen ist nicht schwierig, wobei es fast unmöglich ist, eine vollkommen sichere Umgebung zu schaffen. Dieses Ziel sollte auch nicht um jeden Preis angestrebt werden, denn ansonsten können sich daraus ernste Angstzustände und -reaktionen auf bestimmte Situationen entwickeln. Stattdessen sollten die Eltern lieber auf die gängigsten Gefahren zugehen und diese beseitigen. Viele Gefahren können bereits dann abgesichert werden, wenn die Eltern die ganze Wohnung, Balkon und den Garten „mit Kinderaugen betrachten“. So können schwere Unfälle und Verletzungen bei Kindern verhindert werden.

Quellen & Verweise[+]

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