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Vahidin Cerim

Vahidin Cerim

Schreibt seit Jahren leidenschaftlich zu Gesundheits- und Wohlfühlthemen, sowohl on- als auch offline. Hilft mit konkreten Tipps anderen dabei, ein gesünderes Leben zu führen und schlechte Gewohnheiten loszuwerden. Obwohl er auch selbst kaffeesüchtig ist.

Die Eltern kennen es wahrscheinlich zu gut: Das Kleinkind dreht abends noch einmal extra auf und möchte einfach nicht schlafen. Es ist eine riesige Herausforderung, denn schließlich muss das Kind irgendwie zum Einschlafen bewegt werden. Erwachsene wissen natürlich, dass gerade für Kleinkinder neben einer gesunden Ernährung auch ein guter Schlaf von großer Bedeutung ist.

Die Kinder erleben und lernen täglich so viel, dass nur nachts all diese Eindrücke verarbeitet werden können. Zudem ist das Wachstum gerade bei Kleinkindern sehr ausgeprägt, weshalb sie eine Menge Schlaf nötig haben. Letztlich muss sich der kleine Abenteurer auch einfach erholen und für den nächsten spannenden Tag die benötigte Energie sammeln.

Ursachen für Probleme mit dem Einschlafen

Der Schlaf wird aber von Kleinkindern häufig als nicht so wichtig empfunden, denn es würde lieber immer weiter entdecken und erleben. Wem dies bekannt vorkommt, kann sich über eine Lösung freuen: eine liebevolle Routine für gute Nacht1Mit diesen sieben Schritten findet dein Kind in den Schlaf – https://www.milupa.de/kleinkind/tipps/mit-diesen-sieben-schritten-findet-dein-kind-in-den-schlaf.html – abgerufen am 28.07.2022. Ein erlebnisreicher Tag kann mit einem gemeinsamen Ritual ruhig zu Ende gebracht werden. So kann das Kind trotz aller Aufregung allmählich zur Ruhe kommen und leichter einschlafen.

Wenn das eigene Kind auf einmal nicht einschlafen möchte, muss es dafür nicht unbedingt eine gesundheitliche Ursache geben, denn jedes vierte Kleinkind hat Probleme mit dem Einschlafen. Diese zeigen sich meistens bis zum dritten Lebensjahr bemerkbar, aber auch später. Selbst Kinder zwischen 3 und 4 Jahren können sich manchmal schwertun, abends den Schlaf zu finden.

Für Schlafprobleme kann es unterschiedliche Ursachen geben, jedoch handelt es sich dabei nicht unbedingt um eine Störung. Es ist eine Sache, wenn das Kind einen erlebnisreichen Tag hatte und abends immer noch zu aufgedreht ist, um einzuschlafen. Wenn sich aber Probleme mit dem Einschlafen und Schlafen hartnäckig halten, die Entwicklung sowie Gesundheit des Kindes beeinträchtigen oder die ganze Familie stark belasten, dann sollte professionelle Hilfe eingeholt werden.

Die häufigsten Schlafstörungen im Kindesalter lassen sich in drei Gruppen einteilen:

  • Tagesmüdigkeit und Schläfrigkeit (Hypersomnie)
  • Ein- und Durchschlafstörungen (Insomnien)
  • Aufwachstörungen (Parasomnien)

In der Regel wird von einer Schlafstörung erst dann gesprochen, wenn sich ein bestimmtes Schlafproblem über einen längeren Zeitraum zeigt und das Kind älter als 12 Monate ist2Häufige Probleme des kindlichen Schlafs – https://www.kindergesundheit-info.de/themen/schlafen/schlafprobleme/haeufige-probleme/ – abgerufen am 28.07.2022. Von ernsten Störungen beim Einschlafen wird gesprochen, wenn das Kind nach dem ersten Lebensjahr:

  • Mehr als 30 Minuten dazu braucht (einen Monat lang an mehr als 5 Nächte in der Woche)
  • Regelmäßig nur mit aufwendiger Elternunterstützung einschlafen kann (z. B. durch langes Herumtragen)
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Ist das Problem mit dem Einschlafen erst einmal erkannt, kann es in den meisten Fällen mit etwas Konsequenz und Geduld gelöst werden.

Ein strukturierter Tagesablauf mit festen Zeiten zum Schlafen, Bettroutinen und Einschlafritualen kann jedoch nicht nur das Schlafenlernen erleichtern. Die Problemlösung vieler Schlafprobleme beginnt oft ausgerechnet mit solchen Strukturen und Routinen.

So viel Gesamtschlaf benötigen die Kinder durchschnittlich3Der kindliche Schlaf: Von magischen Momenten und Einschlafstrategien – https://www.element-i.de/magazin/der-kindliche-schlaf-von-magischen-momente-und-einschlafstrategien/ – abgerufen am 28.07.2022, abhängig vom Alter:

Alter durchschnittlicher Gesamtschlaf Episodenzahl
bis zum 2. Lebensmonat ~ 15 h verteilt über den gesamten Tag
3.-6. Lebensmonat ~ 13 h 2-4 Schlafepisoden
1.-2. Lebensjahr ~ 12 h 1-2 Schlafepisoden
2.-3. Lebensjahr 12 h 1 Schlafepisode
3.-5. Lebensjahr 11,5 h 1 Schlafepisode

Gibt es ein Gegenmittel für schlaflose Nächte?

Eine der meistgestellten Fragen während der ersten Baby-Lebensmonate ist, ob es schon durchschläft? Diese Frage wird mit gutem Grund gestellt, da nichts im Leben der Menschen und deren bisherigen Routinen so stark verändert, wie die Ankunft eines Babys. In erster Linie wird hier vom Schlaf gesprochen, da viele Kinder entweder nicht einschlafen können oder mehrmals während der Nacht aus dem Schlaf gerissen werden.

Mittlerweile wurden einige Methoden entwickelt, die den Eltern dabei helfen sollen, das eigene Kind zum Schlafen zu bringen. Diese Methoden führen aber sowohl unter Eltern als auch in der Fachwelt zu hitzigen Diskussionen. So zum Beispiel spaltet der weitverbreitete Ratgeber „Jedes Kind kann schlafen lernen“ seit seinem Erscheinen 1995 die Elternschaft und führt zu erbittert geführten Streitgesprächen zwischen Gegnern und Befürwortern4Jedes Kind kann schlafen lernen? – https://www.urbia.de/magazin/baby/leben-mit-baby/jedes-kind-kann-schlafen-lernen – abgerufen am 28.07.2022.

Handelt es sich dabei tatsächlich um eine wertvolle Hilfe für die Eltern? Kann wirklich jedes Kind einfach nach demselben Schema behandelt werden? Werden durch dieses Programm die Kinder für die Anforderungen der Gesellschaft passend gemacht – unabhängig davon, ob die Kinder es wollen oder nicht? Das sind nur einige der Fragen der Eltern, aber auch von Fachpersonen.

Nach dieser Methode soll das müde Kind nach einer ruhigen Abendphase ohne weitere Einschlafhilfen und wach in sein Bett gelegt werden. Danach verlassen die Eltern das Zimmer. In genau bestimmten Zeitabständen wird auf eventuelles Schreien des Kindes reagiert. Anfangs beträgt dieser Abstand 3 Minuten bis max. 10 Minuten. Dabei geht entweder ein Elternteil oder beide Eltern für höchstens 1 bis 2 Minuten zum Kind zurück und sprechen auf eine beruhigende Weise mit ihm.

Bei der Methode wird aber vermieden, dem Kind irgendwelche Hilfsmittel (Schnuller, Fläschchen) zu geben oder es nochmals aus dem Bett zu nehmen. Nach dem Gespräch mit dem Kind wird das Zimmer wieder verlassen und der Nachwuchs von Neuem einige Minuten allein gelassen.

Die Grundlage dieser Methode basiert auf der Annahme, dass ungünstige Einschlafgewohnheiten den kindlichen Schlaf stören könnten. Die Methode eignet sich laut den Ansichten der Autoren für Kinder ab dem 7. Lebensmonat. Im ersten Kapitel heißt es, dass alle gesunden Babys nach dem 6. Lebensmonat durchschlafen können. Mit dem vorgestellten Programm sollen die Kinder dies bereits innerhalb von 3 Tagen bis max. 2 Wochen lernen.

Die Kraft einer guten Abendroutine nutzen

So findet jedes Kind in den Schlaf

Menschen jeden Alters leben gerne in bewährtem Trott und sind bekannterweise Gewohnheitstiere. So geht es auch bei den Kindern zu: Rituale und Routinen stellen in ihrem Leben gewisse Orientierungspunkte dar. Demnach profitieren die meisten Kinder von einem geregelten Tagesablauf und auch von fixen Zeiten, je nachdem wie empfindsam sie sind.

So hat auch die Abendroutine ihre Kraft, da sie zum späteren Verlauf der Nacht enorm beiträgt. Das Kind wird möglicherweise durch eine ungeeignete Abendroutine nicht komplett runtergebracht, wodurch es sich mit dem Einschlafen schwertun könnte. Dadurch dauert der gesamte Einschlafprozess länger. Da der ideale Zeitpunkt zum Einschlafen schnell verpasst wird, steckt das Kind in einer Hormonfalle: Das Stresshormon Cortisol ist erhöht und begünstigt das Aufwachen5Abendroutine: So findet dein Kind gut in den Schlaf – https://www.stadtlandmama.de/content/kind-nun-schlaf-doch-endlich-vielleicht-kann-diese-abendroutine-helfen – abgerufen am 28.07.2022.

Natürlich tickt auch jedes Kind anders und hat seine eigenen Vorlieben und Bedürfnisse, weshalb jedes Kind auch eine persönliche Abendroutine braucht.

Einige Kinder werden z. B. gleich nach dem Abendessen in einen Ruhemodus geleitet und vergnügen sich mit einem Buch oder ruhigen Spiel. Andere wiederum müssen sich noch einmal nach dem Abendessen austoben, um dabei die restliche Energie zu verbrauchen. Demnach kann sich eine Abendroutine aus einer Kombination der folgenden Aktivitäten zusammensetzen:

  • Familienabendessen
  • Letzte Spielrunde zum Austoben
  • Letzter Milchmoment mit Kuscheleinheit
  • Zeit für das Bad und den Schlafanzug
  • Zähneputzen
  • Gute-Nacht-Geschichte
  • Feste Schlafenszeit
  • Ruhige Atmosphäre vor dem Schlafengehen
  • Ohne Zwang schlafen lernen
  • Ausreichend Bewegung am Tag
  • Richtige Schlafumgebung
  • Körperliche Nähe und Zuwendung

Auch gewohnte Tagesabläufe helfen beim Einschlafen

In erster Linie sorgen viel Bewegung, Spielraum sowie Anregung für eigene Erfahrungen für einen angenehmen Erschöpfungszustand und stellen das beste Schlafmittel für Kinder dar. Jedes Kind braucht einfach sein Maß an Bewegung, auch wenn sich der Bewegungsgrad von Kind zu Kind unterscheiden kann. Am besten ist es daher, dass sich das Kind draußen so richtig austobt. Dabei sollte das Wetter eher eine Nebenrolle spielen, aber die Kleidung muss stimmen.

Tagsüber sollte allerdings nicht nur der Körper des Kindes mit diversen Beschäftigungen gefördert werden, sondern auch sein Denkvermögen. Mit zunehmendem Alter lernen die Kinder dann, sich selbst zu beschäftigen. Sie müssen aber ausreichend Möglichkeiten und Raum zum Spielen zur Verfügung haben. Dann sind die Kinder abends müde und zufrieden und können somit entspannter einschlafen.

Hilfreiche Bettgespräche helfen, den erlebnisreichen Tag des Kindes zu beenden

Oft lassen die vielen Gedanken die Kinder am Abend nur schwer zur Ruhe kommen, insbesondere wenn sie tagsüber sehr viel erlebt haben. Deshalb hilft es noch einmal über diese Geschehnisse zu sprechen. Was hat dem Kind besonders Spaß gemacht? Welche Menschen haben eine Rolle gespielt? Was war heute überhaupt los?

Auch wenn das Kind noch nicht sprechen kann und sehr klein ist, ist es ein schöner Tagesabschluss, wenn man über den aktuell vergangenen Tag noch einmal spricht. Dadurch kann der Tag erfolgreich verabschiedet werden und es hilft dem Kind alles Belastendes beruhigt zur Seite zu legen und ohne Sorgen einzuschlafen.

Gespräche über schwerwiegende Probleme sollten dagegen lieber tagsüber geführt werden.

Rituale zum Einschlafen erleichtern den Start in die Nacht

Vor dem Einschlafen hilft es, sich eine halbe Stunde Zeit zu nehmen, um das Kind fürs Bett entspannt zu machen. Ein regelmäßiges Einschlafritual hilft dabei, dass das Kind zur Ruhe kommt und noch einmal vor dem Einschlafen das Gefühl bekommt, dass es sicher und geborgen ist.

Je nach Alter und Vorlieben kann ein solches Einschlafritual unterschiedlich aussehen und unterschiedliche Aktivitäten umfassen, wie z. B. Singen, eine Geschichte vorlesen oder über die Eindrücke des Tages sprechen. Abschließend folgt ein Gute-Nacht-Kuss.

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Das abendliche Einschlafritual muss möglichst immer in der gleichen Reihenfolge und ähnlicher Form ablaufen – das vermittelt dem Kind das Gefühl, dass alles in Ordnung ist und dass es sicher ist.

Quellen & Verweise[+]

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