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Julian Deutsch

Julian Deutsch

Julian schreibt seit Jahren über Gesundheitsthemen und beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit neuen Forschungsergebnissen. Als Autor bei Gesundheitsreport möchte er seinen Lesern einen umfangreichen und informativen Einblick zu ausgewählten Themen geben und zugleich auf aktuelle Trends aufmerksam machen.

Der Wandel unserer Arbeitswelt sorgt dafür, dass immer mehr Menschen im Büro arbeiten. Längst warnen Experten vor den gesundheitlichen Folgen. „Bürokrankheiten“ wie das RSI-Syndrom sind auf dem Vormarsch und die Bedeutung einer angemessenen Prävention rückt in den Fokus.

Die wichtigsten Informationen im Überblick

  • RSI steht für „Repetitive Strain Injuries
  • Das RSI-Syndrom wird häufig als „Mausarm“ oder „Sekretärinnenkrankheit“ bezeichnet
  • Beim RSI-Syndrom handelt es sich um eine Gruppe von Erkrankungen und Beschwerden, die durch Fehlhaltungen und eine wiederholte Belastung der Sehnen, Muskeln und Gelenke verursacht werden
  • Permanente Überlastung und Repetitivbewegungen stellen die häufigste Ursache dar
  • Geeignete Präventionsmaßnahmen zählen zu den besten Mittel im Kampf gegen das RSI-Syndrom
  • Stundenlanges Sitzen kann die Gesundheit gefährden
  • Eine gute Ergonomie am Arbeitsplatz ist wichtig
  • Durch den digitalen Wandel rücken „Bürokrankheiten“ in den Fokus

RSI-Syndrom – Was ist das überhaupt?

Das sogenannte RSI-Syndrom (Repetitive Strain Injuries) fasst als Sammelbegriff verschiedene Beschwerden und Krankheitsbilder des Bewegungsapparates und der Oberkörperextremitäten zusammen. Diese betreffen vorwiegend den Nacken-, Schulter-, Hand- und Armbereich. Die Verletzungen werden dabei vor allem durch monotone, sich oft wiederholende Bewegungen (z. B.: Tastentippen) oder eine falsche Sitzhaltungen ausgelöst. Statistiken verdeutlichen, wie verbreitet RSI-Probleme in unserer Arbeitswelt heutzutage sind. Demnach sind bereits „22 – 40 % der Berufstätigen an Computerarbeitsplätzen betroffen1Gelbe Liste – https://www.gelbe-liste.de/krankheiten/mausarm-rsi-syndrom – Abgerufen am 19.12.2022.“

Die Symptome im Detail

Ein RSI-Syndrom kann sich durch verschiedene Symptome äußern. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über die möglichen Symptomen:

Karpaltunnelsyndrom: Computerarbeit kann die Ursache für ein Karpaltunnelsyndrom (KTS) darstellen2ÄrzteZeitung – https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Die-Arbeit-am-Computer-ist-eine-der-Ursachen-des-Karpaltunnel-Syndroms-400077.html – Abgerufen am 19.12.2022. Hierbei wird der Mittelhandnerv im Handgelenkstunnel (Karpaltunnel) eingeklemmt. Die Deutsche Gesellschaft für Neurochirugie erklärt in diesem Zusammenhang: „Für das Missverhältnis zwischen dem Tunnel und seinem Inhalt (Nerv und Sehnen) werden viele Ursachen angeschuldigt. Es spricht vieles dafür, dass der Tunnel bei manchen Menschen (wahrscheinlich bis zu 10 % der erwachsenen Bevölkerung) von Geburt an zu eng angelegt wurde und dass diese Enge familiär gehäuft vorkommt. Sie werden möglicherweise in Ihrer Familie weitere Mitglieder (meist die Mutter) kennen, die ähnliche Beschwerden wie Sie haben3Deutsche Gesellschaft für Neurochirugie- https://www.dgnc.de/gesellschaft/fuer-patienten/karpaltunnelsyndrom/ – Abgerufen am 19.12.2022.“ In der Folge klagen viele Betroffene über ein unangenehmes Kribbeln oder Taubheitsgefühl. Häufig machen sich diese Beschwerden vor allem nachts und morgens beim Aufwachen bemerkbar. Manchmal strahlen die Schmerzen in die ganze Hand aus.

Kraftlosigkeit: Ein RSI-Syndrom kann sich in Form von Kraftverlust äußern. Meist tritt die Schwäche dabei in den betroffenen Extremitäten auf.

Verminderte Koordination: Eine verminderte Koordinationsfähigkeit kann aus anfänglichen Empfindungsstörungen resultieren.

RSI-Syndrom - Ursachen, Symptome und Behandlung

Ellenbogenschmerzen: Stechende Ellenbogenschmerzen zählen zu den häufigsten Symptomen eines Mausarms.

Sensibilitätsverlust: Sensibilitätsstörungen stehen oftmals am Anfang eines RSI-Syndroms. Hierbei klagen Betroffene unter anderem über ein Kribbeln in den Händen oder Handgelenken. Ebenso kann ein Taubheitsgefühl in den Extremitäten auftreten.

Nackenschmerzen: Verspannungen aus den Schultern und Armen können in Richtung Nacken „hochwandern“ und Schmerzen auslösen.

Steife Gelenke: Steife Fingergelenke müssen nicht zwangsläufig auf eine Arthrose hindeuten, sondern können ebenso als Symptom einer RSI-Erkrankung auftreten.

Kalte Hände: Kalte Hände zählen zu den typischen Begleitsymptomen im Zuge eines RSI-Syndroms.

Sehnenentzündungen: Repetitivbewegungen können auf Dauer zu Verletzungen im Sehnengewebe beitragen.

Sehnenscheidenentzündungen: Bei Sehnenscheiden handelt es sich um Bindegewebshüllen, die Sehnen und Gelenke umhüllen und schützen. Bei einer dauerhaften Überlastung kann es zu einer Entzündung kommen und die Sehnenscheiden schwellen in der Folge an. Dies kann mit starken Schmerzen und starken Beweglichkeitseinschränkungen einhergehen.

Nintendo-Daumen: RSI-Erkrankungen sind auch unter dem Synonym „Nintendo-Daumen“ geläufig und das Resultat aus wiederholten monotonen Bewegungen. Heutzutage spricht man eher von einem „Smartphone-Daumen“ oder einem „Handy-Daumen“, der durch einseitiges Tippen und einer Überanstrengung des Daumens resultiert.

Muskelkrämpfe: Verkrampfungen im Arm-, Schulter- und Nackenbereich zählen zu den typischen Symptomen des RSI-Syndroms.

Gerade im Anfangsstadium treten Symptome oft nur vage und bei langer Anstrengung auf. Diese klingen in der Regel schnell wieder ab, sobald der Betroffene eine Pause einlegt. Langfristig bleiben die Begleiterscheinungen bestehen und selbst kleinere Reize genügen, um Schmerzen hervorzurufen.

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Das sind die typischen Ursachen für RSI-Probleme
  • Überanstrengung
  • Schlechte Sitzhaltung am Arbeitsplatz
  • Einseitige Belastungen wie z. B. beim Mausklicken
  • Zu wenig Pausen
  • Häufige Wiederholungen mit gleichbleibenden Bewegungen (z. B.: Tippen am Computer)
  • Stress
  • Langes Arbeiten am Bildschirm

Die typischen Gefahrenquellen – Deshalb ist Prävention so wichtig

Die digitale Revolution und der Wandel unserer Arbeitswelt stehen in direkter Korrelation mit dem RSI-Syndrom, da immer mehr Menschen mit dem Computer arbeiten und einem Bürojob nachgehen. Die langanhaltende Nutzung von Maus und Tastatur und die sich ständig wiederholenden Bewegungen können auf Dauer zu Schmerzen und Steifheit in den Armen und der Schulter führen. Aus diesem Grund ist es zunächst wichtig, ein Bewusstsein für typische Gefahrenquellen zu schaffen. Um einen Mausarm frühzeitig entgegenzuwirken, sollten Sie regelmäßige Pausen einlegen und auf eine richtige Arbeitshaltung achten. Mithilfe ergonomischer Mäuse und Tastaturen können Sie die Haltung Ihrer Hände und Handgelenke positiv beeinflussen und für Entlastung sorgen. Wer mit 10 Fingern schreibt, entlastet seine Daumen und Zeigefinger. Darüber hinaus sollte das Stressniveau nach Möglichkeit reduziert werden, da anhaltender Leistungsdruck auch zu physiologischen Verspannungen führen kann.

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Die Ergonomie am Arbeitsplatz

Eine saubere und ordentliche Arbeitsumgebung wirkt sich bekanntlich auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter aus, jedoch beinhaltet eine gesunde Büroarbeit viel mehr als nur das. Zu den wichtigsten ergonomische Regeln zählen unter anderem:

  • Eine gute Beleuchtung
  • Ein niedriger Lärmpegel
  • Eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 – 60 %
  • Eine angenehme Raumtemperatur
  • Ein ergonomischer Bürostuhl und die passende Schreibtischhöhe
  • Ein passender Abstand zwischen den Augen und dem Bildschirm
  • Armlehnen am Bürostuhl

Behandlung von RSI

Wenn bereits ein RSI-Syndrom vorliegt, können Massagen, Stretching und physiologische Übungen zum Einsatz kommen. Bei einer stärkeren Ausprägung kommen Medikamente und chirurgische Eingriffe infrage. Generell richtet sich die Behandlung nach der Schwere der Erkrankung. Bei Missempfindungen, Verspannungen oder Schmerzen sollten Sie zunächst Ihren Hausarzt oder Orthopäden kontaktieren. Eine wirksame Behandlung kann über Veränderungen des Arbeitsstils erfolgen. Hierbei stehen Belastungspausen und die Optimierung der Arbeitsumgebung und Körperhaltung im Fokus. Wenn Sie an RSI-Symptomen leiden, ist es wichtig, dass Sie rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten, um das Risiko von Komplikationen zu reduzieren.

Quellen & Verweise[+]

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