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Vahidin Cerim

Vahidin Cerim

Schreibt seit Jahren leidenschaftlich zu Gesundheits- und Wohlfühlthemen, sowohl on- als auch offline. Hilft mit konkreten Tipps anderen dabei, ein gesünderes Leben zu führen und schlechte Gewohnheiten loszuwerden. Obwohl er auch selbst kaffeesüchtig ist.

Scharlach ist ein bleicher, papulöser Hautausschlag, der bei Kindern im Schulalter und bei Jugendlichen am häufigsten mit bakterieller Pharyngitis in Verbindung gebracht wird. Das verursachende Bakterium ist Streptococcus pyogenes (Streptokokken) das ein Endotoxin erzeugt, das für die Hautinfektion verantwortlich ist. Der Ausschlag an sich ist nicht gefährlich, aber dennoch ist die Behandlung einer akuten Infektion notwendig, um eventuelle Komplikationen zu verhindern.

Doch wie kommt es eigentlich zur Verbreitung von Streptokokken, was sind die möglichen Ursachen und Symptome für den Hautausschlag und wie verläuft die Behandlung? Diese und andere wichtige Fragen werden im Folgenden näher aufgegriffen.

Wie wird Scharlach übertragen?

Streptokokken der Gruppe A leben in Nase und Rachen und können leicht auf andere Menschen übertragen werden. Es ist wichtig zu wissen, dass nicht alle Infizierten auch die gleichen Symptome haben werden oder überhaupt krank erscheinen.

Infizierte verbreiten die Bakterien durch Sprechen, Husten oder Niesen, wodurch kleine Atemtröpfchen entstehen, die die Bakterien enthalten. Sie können auch die Bakterien von infizierten Wunden auf ihrer Haut verbreiten1SCHARLACH Informationen über Krankheitserreger beim Menschen – https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/scharlach/ – abgerufen am 11.07.2022.

Scharlach ist aufgrund der leichten Übertragung in Klassenzimmern und Kindergärten eine Krankheit des Kindesalters, wobei auch Kleinkinder im gleichen Haushalt gefährdet sind. Kinder sind aufgrund der fehlenden oder noch nicht stark entwickelten Immunität wesentlich stärker betroffen als Erwachsene, wobei es keine Geschlechtspräferenz für Scharlach gibt. In Entwicklungsländern ist die Prävalenz höher, was wahrscheinlich auf überfüllte Wohnräume zurückzuführen ist.

Scharlach wird übertragen, indem das Kind z. B.:

  • Atemtröpfchen einatmet, die die Bakterien enthalten.
  • Ein Gegenstand oder eine Oberfläche berührt, auf der sich diese Tröpfchen befinden und danach sein Mund oder die Nase berührt.
  • Aus demselben Glas trinkt oder von demselben Teller isst wie eine Person, die mit Streptokokken der Gruppe A infiziert ist.
  • Eine Hautwunde berührt, die durch Streptokokken der Gruppe A verursacht wurde oder mit Flüssigkeit aus den Wunden in Berührung kommt.

In seltenen Fällen können Menschen das Streptokokken-Bakterium der Gruppe A durch Lebensmittel verbreiten, die nicht ordnungsgemäß gehandhabt werden.

Wer ist einem erhöhten Risiko ausgesetzt?

In Deutschland infizieren sich jährlich bis zu 1,5 Millionen Menschen mit dem A-Streptokokken-Bakterium2Scharlach – was für eine Krankheit ist das? – https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/kinderkrankheiten/scharlach-was-fuer-eine-krankheit-ist-das-789641.html – abgerufen am 11.07.2022. Im Prinzip kann jeder Scharlach bekommen, doch es gibt einige Faktoren, die das Risiko für diese Infektion bei bestimmten Personengruppen erhöhen können. Scharlach tritt jedoch häufiger bei Kindern als bei Erwachsenen auf.

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Am häufigsten sind Kinder im Alter von 5 bis 15 Jahren von Scharlach betroffen, selten jedoch Kinder unter 3 Jahren.

Zu den Erwachsenen mit erhöhtem Risiko für Scharlach gehören:

  • Eltern von Schulkindern
  • Erwachsene, die häufig Kontakt zu Kindern haben

Enger Kontakt mit einer anderen Person mit Scharlach ist der häufigste Risikofaktor für eine Erkrankung, da sich die Bakterien oft auf andere Personen in ihrem Haushalt ausbreiten.

Überall dort, wo es zu großen Menschenansammlungen kommt, breiten sich Infektionskrankheiten aus. Deshalb herrscht in überfüllten Umgebungen wie z. B. Schulen, Kindertagesstätten und militärischen Ausbildungsstätten ein erhöhtes Risiko, eine Streptokokken-Infektion zu bekommen.

Symptome bei Scharlach

Scharlach - Ursachen, Symptome und Behandlung

Der Ausschlag bei Scharlach ist bleich und papulös und unterscheidet sich von Ausschlägen, die durch allergische Reaktion entstehen und bei denen es zu einem Zusammenfluss der Läsionen kommt. Deshalb fühlt sich der Scharlach-Ausschlag wie „Sandpapier“ an. Bemerkenswert ist auch, dass beim Scharlach-Ausschlag keine Bläschen oder Pusteln vorhanden sind.

Obwohl das Erscheinungsbild im Anfangsstadium an Windpocken erinnert, weisen die Pusteln auf eine lokale Infektion hin. Möglich sind aber auch lokale eitrige Infektionen des Rachens oder der Haut3Streptococcus pyogenes-Infektionen – https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Streptococcus_pyogenes.html – abgerufen am 11.07.2022. Zu den häufigsten Symptomen von Scharlach gehören:

  • errötetes Gesicht
  • blasse Haut um die Lippen
  • rote Falten in den Knien, Achselhöhlen und Ellbogen
  • rote Punkte auf der Zunge
  • Halsschmerzen
  • geschwollene Mandeln und Drüsen am Hals
  • Schüttelfrost und Fieber
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Bauchschmerzen

Symptome, die einer Notfallbehandlung bedürfen

Bei Kindern und Jugendlichen wird bei einem der folgenden Symptome dringende ärztliche Untersuchung empfohlen:

  • Atembeschwerden und Atemnot in ruhendem Zustand
  • Lautes, pfeifendes oder kratzendes Atmen
  • Brustschmerzen
  • Unfähigkeit, Flüssigkeiten oder Speichel zu schlucken
  • gedämpfte Stimme
  • Unfähigkeit, den Mund vollständig zu öffnen
  • Verwirrtheit und Schwindel beim Sitzen oder Stehen
  • Energiemangel oder Unfähigkeit, aufmerksam und wach zu bleiben
  • Sabbern (ab 3 Jahren)
  • Anhaltendes oder schweres Erbrechen oder Durchfall

Welche Körperstellen werden von Scharlach betroffen?

Der Ausschlag entwickelt sich innerhalb von 2 bis 3 Tagen nach der Infektion4Scharlach und andere Infektionen durch A-Streptokokken – https://www.sozialministerium.at/dam/jcr:aa29f9b0-5a32-4d7e-891a-a4a0cd6ae801/Scharlach%20Information%20f%C3%BCr%20medizinisches%20Fachpersonal.pdf, kann sich aber bis zu 7 Tage verzögern. Zuerst sind Rumpf, Achselhöhlen und Leiste betroffen, dann breitet sich der Ausschlag auf die Extremitäten aus. Besonders stark ausgeprägt sind die Hautschuppen an den Fußsohlen und den Handinnenflächen.

Der Bereich um den Mund wird ebenfalls ausgespart, was ihn blass erscheinen lässt. Auf der Zunge entsteht ein weißer Zungenbelag mit hyperplastischen Papillen. Wenn sich die weiße Beschichtung auflöst, bleiben die Papeln zurück. In den Hautfalten wie dem Hals, der Ellenbeuge und der Leiste entwickeln sich sogenannte Pastia-Linien, lineare Ansammlungen von Papeln um Druckpunkte herum.

Nachdem der anfängliche Hautausschlag abzuklingen beginnt, kann es zu einer Abschuppung kommen, die in einigen Fällen bis zu zwei Wochen andauern kann.

Wie verläuft die Behandlung von Scharlach?

Sobald eine Streptokokkeninfektion bestätigt ist, wird eine Antibiotikakur (normalerweise Penicillin) für bis zu 10 Tage verschrieben. Dabei ist es wichtig, die gesamte Antibiotikakur durchzuführen, um sicherzustellen, dass die Infektion ausgeheilt ist. Dadurch wird das Risiko von möglichen Komplikationen verringert.

In einigen Situationen kann eine Einzeldosis Penicillin durch intramuskuläre Injektion verabreicht werden, wobei Penicillin-allergische Patienten mit einem alternativen Antibiotikum wie Erythromycin behandelt werden können.

Eine Behandlung mit Antibiotika bringt viele Vorteile mit sich:

  • verringert die Dauer der Ansteckung und Krankheit
  • schwächt die Symptome ab und führt dazu, dass sich die Person besser fühlt
  • verhindert, dass sich die Bakterien auf andere Personen ausbreiten
  • beugt schweren Komplikationen (wie z. B. rheumatisches Fieber) vor

Zusätzliche Behandlungen umfassen:

  • Paracetamol bei Fieber, Kopf- und Halsschmerzen
  • weiche Speisen und ausreichend kühle Flüssigkeiten, insbesondere wenn der Hals sehr schmerzt
  • Orale Antihistaminika zur Linderung des Juckreizes bei Hautausschlag
  • Fingernägel bei kleinen Kindern abschneiden, um zu verhindern, dass sie die Haut kratzen und beschädigen

Das Fieber bessert sich normalerweise innerhalb von 12 bis 24 Stunden nach Beginn der Antibiotikagabe und die meisten Patienten erholen sich nach 4 bis 5 Tagen, wobei die Hautsymptome oft erst nach mehreren Wochen verschwinden.

Scharlach Symptome zu Hause behandeln

Es ist wichtig, die Antibiotikakur vollständig einzunehmen, auch wenn die Symptome früher verschwinden. Dies ist notwendig, um die Infektion loszuwerden, aber auch das Risiko zu verringern, dass sich eventuelle Post-Streptokokken-Erkrankungen entwickeln.

Wenn sich der Patient innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach Beginn der Antibiotikabehandlung nicht besser fühlt, sollte er erneut einen Arzt aufsuchen. Der Patient ist 24 Stunden nach Beginn der Antibiotikagabe nicht mehr ansteckend5Scharlach – https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Uebertragbare-Krankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/Scharlach.html#:~:text=besteht%2024%20Stunden%20nach%20der%20ersten%20Einnahme – abgerufen am 11.07.2022, sollte aber während der gesamten Antibiotikakur zu Hause bleiben.

Im Anschluss an die Antibiotikabehandlung können auch andere Maßnahmen helfen, die Symptome zu lindern:

  • Es ist wichtig, viel Flüssigkeit zu trinken, besonders wenn kein Appetit vorhanden ist.
  • Die Umgebung sollte kühl gehalten werden.
  • Paracetamol kann dabei helfen, Schmerzen zu lindern und Fieber zu senken.
  • Calamine-Lossionen und ähnliche Präparate können helfen, den Juckreiz zu reduzieren.

Prognose und Komplikationen

Die Behandlungsmöglichkeiten von Scharlach sind im Vergleich zum frühen 20. Jahrhundert deutlich effizienter geworden. Historisch gesehen war Scharlach eine Krankheit mit einer hohen Komplikationsrate und sogar Todesfällen bei Kindern. Mit der Entwicklung von Antibiotika und erfolgreicher Behandlungsschemata gilt Scharlach heute als relativ milde Krankheit, obwohl es bei verzögerter Behandlung zu Komplikationen kommen kann.

Mögliche Komplikationen sind:

  • Abszesse (Eitertaschen) um die Mandeln
  • Geschwollene Lymphknoten im Nacken
  • Ohr-, Nebenhöhlen- und Hautinfektionen
  • Rheumatisches Fieber (betrifft Gelenke, Gehirn und Haut)
  • Arthritis (Gelenkentzündung)
  • Lungenentzündung
  • Mittelohrentzündung
  • Sepsis (Blutvergiftung)
  • Osteomyelitis (Infektion des Knochens und des Knochenmarks)
  • Glomerulonephritis (Nierenerkrankung)
  • Tod

Unbehandelt steigt die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen, denn es kommt oft zu Verschlechterung, Ausdehnung oder Ausbreitung des ursprünglichen Infektionsbereichs. Eine Behandlung mit Antibiotika kann jedoch die meisten der genannten Gesundheitsprobleme verhindern.

Vorbeugung von Scharlach

Menschen können auch mehrmals an Scharlach erkranken6Scharlach – https://www.wolfs-apotheke.de/gesundheitsbibliothek/index/scharlach/#:~:text=mehrfach%20mit%20Scharlach%20infizieren – abgerufen am 11.07.2022, weshalb sich niemand sicher sein kann, dass er nicht auch in der Zukunft erneut Scharlach bekommen wird. Es gibt keinen Impfstoff zur Vorbeugung von Scharlach.

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Eine gute Hygiene hilft, Streptokokken-Infektionen der Gruppe A vorzubeugen.

Die besten Möglichkeiten zur Vorbeugung von Scharlach sind die gleichen wie die Standardvorkehrungen gegen Infektionen, wie z. B.:

  • Hände waschen: Die Hände regelmäßig und mindestens für 20 Sekunden lang gründlich mit warmem Seifenwasser waschen. Wenn Seife und Wasser nicht verfügbar sind, kann auch ein Händedesinfektionsmittel auf Alkoholbasis verwendet werden.
  • Kein Essgeschirr oder Lebensmittel teilen: Das Kind sollte sein Trinkglas, Essgeschirr sowie andere Utensilien wie Bettwäsche oder Handtücher grundsätzlich nicht mit Freunden oder Mitschülern teilen. Diese Regel gilt auch für das Teilen von Speisen.
  • Mund und Nase bedecken: Beim Husten und Niesen sollen Mund und Nase bedeckt sein, um eine mögliche Ausbreitung von Keimen zu verhindern. Benutzte Taschentücher in den Abfallkorb werfen.

Wenn das Kind schon Scharlach hat, sollen benutzte Trinkgläser und andere Utensilien nach in heißem Seifenwasser oder in der Spülmaschine gewaschen werden.

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