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Vahidin Cerim

Vahidin Cerim

Schreibt seit Jahren leidenschaftlich zu Gesundheits- und Wohlfühlthemen, sowohl on- als auch offline. Hilft mit konkreten Tipps anderen dabei, ein gesünderes Leben zu führen und schlechte Gewohnheiten loszuwerden. Obwohl er auch selbst kaffeesüchtig ist.

Bei Hepatitis E handelt es sich um eine Leberinfektion mit dem HEV (Hepatitis-E-Virus). Obwohl es sich hauptsächlich um eine akute Leberentzündung handelt, wurde in den letzten Jahren auch über chronische Krankheitsverläufe berichtet.

Das HEV ist vor allem in den Tropen und Subtropen verbreitet. Aber auch in Europa können Antikörper gegen Hepatitis E bei über 15 % der Erwachsenen nachgewiesen werden. In einer Studie1Hepatitis-E-Viren in Schweinefleisch nachgewiesen – https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/das-klinikum/pressemeldungen/meldung/287 – abgerufen am 30.11.2022 des Universitätsklinikums Tübingen konnten Hepatitis-E-Viren in kommerziellem Schweinefleisch nachgewiesen werden.

Vor dieser Form der Leberentzündung sollten sich vor allem Schwangere schützen, denn bei ihnen kann eine Hepatitis-E-Infektion Frühgeburten verursachen oder im schlimmsten Fall zum Leberversagen und Tod führen.

Was eine Hepatitis-E-Infektion verursacht, welche Symptome dabei auftreten und wie die Erkrankung behandelt werden kann, wird im Anschluss genauer erörtert.

Was ist Hepatitis E und in welchen Formen kommt es vor?

In Europa sind Infektionen und Leberentzündungen durch das Hepatitis-E-Virus eher selten. Betroffen sind besonders Erwachsene in Mittel- und Südamerika, Zentral- und Nordafrika, Asien sowie Urlauber in diesen Ländern. Jedes Jahr infizieren sich weltweit 20 Millionen Menschen mit dem Virus, so die Angaben der Weltgesundheitsorganisation2Hepatitis E – https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/hepatitis-e – abgerufen am 30.11.2022

Die Infektion mit dem Virus verläuft bei gesunden Personen meistens leicht und heilt ohne Folgen innerhalb von wenigen Wochen. Eine Impfvorsorge ist leider nicht möglich. Eine Infektion kann zu typischen Symptomen einer viralen Hepatitis führen, einschließlich Unwohlsein, Anorexie und Gelbsucht.

Fulminante HEV und Tod sind nicht häufig, außer bei Schwangeren. Da eine Infektion mit Hepatitis E zu Komplikationen und Risiken in der Schwangerschaft führen kann, sollte sich diese Risikogruppe besonders gut gegen diese Form der Leberentzündung schützen.

Eine Diagnose von Hepatitis E wird mit einem Antikörpertest gemacht. Menschen können sich mit insgesamt vier Genotypen des HEV anstecken3HEV- Erkrankungen der Leber, der Gallenblase und der Gallenwege – https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/erkrankungen-der-leber,-der-gallenblase-und-der-gallenwege/hepatitis/hepatitis-e – abgerufen am 30.11.2022. Alle vier können einen akuten viralen Erkrankungsverlauf verursachen:

Genotypen 1 und 2 Diese Genotypen werden meistens durch eine fäkale Kontamination der Wasserversorgung übertragen. Sie haben einen epidemiologischen Charakter, wie die HAV-Epidemien. Solche Ausbrüche gab es bisher in Zentral- und Nordafrika, Russland, Peru, Pakistan, Mexiko, Indien sowie China. Es können aber auch sporadische Fälle auftreten. Eine Hepatitis-E-Infektion in entwickelten Ländern wird in den meisten Fällen bei Reisenden in Risikogebiete nach ihrer Rückkehr nachgewiesen.
Genotypen 3 und 4 Typischerweise verursachen diese Genotypen des HEV eher sporadische Fälle. Die Infektion wird mit dem Konsum von Krustentieren, Hirsch und Schweinefleisch in Verbindung gebracht. Somit erfolgt die Übertragung dieser Genotypen durch Lebensmittel und kann das Essen von zu wenig gekochtem Fleisch oder Ungekochtem beinhalten.

Anfangs wurde vom HEV nicht angenommen, dass es zu einer chronischen Leberentzündung oder Leberzirrhose führen kann. Doch bei Patienten, deren Immunsystem bereits kompromittiert ist, wurde über eine chronische Hepatitis E des Genotyps 3 berichtet. Dabei handelt es sich um HIV-infizierte Patienten, Betroffene mit Chemotherapie gegen Krebs und Organspende-Empfänger.

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Es gibt vier Hepatitis-E-Genotypen, die entweder oral oder fäkal-oral übertragen werden und in der Regel alle eine akute Leberentzündung auslösen. Bei Schwangeren und Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann sich daraus eine chronische Erkrankung bilden, die schwerwiegende Folgen haben kann.

Ursachen und Risikofaktoren bei Hepatitis E

Die Hauptursache für die Infektion mit Hepatitis E sind schlechte Hygienestandards in Entwicklungsländern, wobei die Übertragung fäkal-oral erfolgt. Das heißt, das Virus gelangt aus dem Kot einer bereits infizierten Person in den Mund einer anderen, die sich dadurch ansteckt. Darüber hinaus sind Schmier- und Kontaktinfektion möglich.

Das Virus gelangt in das Trinkwasser durch mangelhafte hygienische und sanitäre Standards. Die meisten Infektionen in den Industrieländern entstehen durch den Konsum von verseuchtem Fleisch, durch unzureichend erhitztes Schweinefleisch4Hepatitis E – https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/leber/hepatitis-e.html – abgerufen am 30.11.2022 und seltener beim Konsum von Muscheln.

Direkte Übertragungswege zum Menschen sind:

  • Kontaminiertes Badewasser und Trinkwasser
  • Mit Fäkalien gedüngte Salate, Früchte, Gemüse
  • Ungenügend gegartes oder rohes Fleisch (vor allem Wild und Schwein)
  • Genutzte Spritzen, Blut oder Blutprodukte (sehr selten)
  • Bei der Geburt, wenn die Mutter bereits infiziert ist
  • Beim Stillen, wenn die Mutter infiziert ist

Eine Person, die mit HEV infiziert ist, kann bis zu 4 Wochen nach dem Ausbruch der Krankheit ansteckend sein. Besonders gefährdet sind Schwangere und Menschen mit einer vorhandenen Lebererkrankung, da es bei diesen Risikogruppen wegen der HEV-Infektion zu einem schweren Krankheitsverlauf kommen kann.

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Die Infektion wird fäkal-oral übertragen und ist typisch für Länder mit mangelhaften hygienischen und sanitären Standards. Eine Übertragung des HEV ist grundsätzlich in allen Situationen möglich, in denen Kotreste über den Mund zu sich genommen werden. Ein umsichtiges Verhalten während dem Aufenthalt in einem Risikogebiet ist der beste Schutz gegen Hepatitis E.

Welche Symptome zeigen sich bei HEV?

Beim Großteil der Betroffenen verläuft die Infektion mit HEV asymptomatisch oder mit Symptomen, die für eine klassische Hepatitis typisch sind:

  • Gelenkschmerzen
  • Juckreiz und Ausschläge
  • Oberbauchschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Appetitlosigkeit bis hin zu Anorexie
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Fieber
  • Eine leicht vergrößerte Leber
  • Gelbsucht mit hellem Stuhl und dunklem Urin

Meistens halten diese Symptome zwischen 1 und 6 Wochen an und lassen sich von Symptomen anderer Hepatitis-Infektionen nicht unterscheiden. Eine Infektion kann in seltenen Fällen fulminant verlaufen und zum Leberversagen führen, vor allem bei Schwangeren. In diesen Fällen sind 20 bis 25 % der Hepatitis-E-Infektionen tödlich, wenn die Infektion im 3. Trimenon der Schwangerschaft auftritt. Besonders risikoreich sind Infektionen mit dem Genotyp 1.

Extrahepatische Manifestationen sind ein weiteres Risiko einer Hepatitis-E-Infektion. Dabei kommt es zu Erkrankungsverläufen, die symptomatisch keine Ähnlichkeit mit Hepatitis haben. Dazu zählen beispielsweise Myositis, Meningoenzephalitis, Enzephalitis, neuralgische Amyotrophie oder das Guillain-Barré-Syndrom.

Wie wird Hepatitis E diagnostiziert?

Hepatitis E – Ursachen, Symptome und Behandlung

Die Diagnose von HEV wird von einem erfahrenen Hepatologen bzw. in hepatologischen Spezialeinrichtungen gestellt. Dabei schließt die Diagnose verschiedene Untersuchungen5Hepatitis E: Symptome & Behandlung der Viruserkrankung – https://www.minimed.at/medizinische-themen/infektion-allergie/hepatitis-e/ – abgerufen am 30.11.2022 ein. In erster Linie steht eine ausführliche Befragung des Betroffenen sowie körperliche Untersuchung an, um eine Anamnese stellen zu können. Der Arzt erkundigt sich während der Anamnese, ob der Infizierte zuvor auf Reisen in den Hepatitis-E-Risikogebieten war.

Wichtige Untersuchungen zur Diagnose von Hepatitis E sind Laboranalysen von Blutproben. Dadurch lassen sich Abwehrreaktionen des Immunsystems im Blut feststellen, wenn Hepatitis-E-Viren eingedrungen sind. Dabei bildet der menschliche Organismus bestimmte Antikörper, die sich im Blut nachweisen lassen und spezifisch gegen das HEV richten.

Folgende Labortests werden zur Diagnose von Hepatitis E angewendet:

ELISA-Test

Dieser Bluttest soll vorliegende HEV-Antikörper im Blut nachweisen. Wenn die Krankheit ausbricht, sind IgM-Antikörper für eine Zeit lang nachweisbar, bis sie wieder verschwinden. Ab Krankheitsbeginn sind IgG-Antikörper ebenfalls nachweisbar und können im Vergleich zu IgM-Antikörpern jahrelang überleben. Zeigt der ELISA-Test Antikörper an, obwohl gerade keine akute Hepatitis-E-Infektion besteht, so war der Betroffene in seinem Leben bereits früher durch HEV infiziert.

PCR-Test

Dieser Test dient als direkter Nachweis, ob die genetische Grundausstattung (Ribonukleinsäure des Virus) des Erregers vorliegt. Der Erreger von Hepatitis E lässt sich anhand von Stuhl- oder Blutuntersuchungen nachweisen. Ein spezieller PCR-Test macht den Erreger durch eine chemische Reaktion im Zuge einer Laboruntersuchung sichtbar.

Hierbei handelt es sich um kein diagnostisches Routineverfahren, da es nur in sehr speziellen Verdachtsfällen auf Hepatitis E durchgeführt wird. Diese Untersuchung wird besonders Immungeschwächten empfohlen, wie z. B. HIV-Erkrankten oder Patienten, die eine Transplantation hinter sich haben. Das Hepatitis-E-Virus ist im Stuhl bereits 1 bis 2 Wochen vor dem Ausbruch der Krankheit und bis zu 2 Wochen nach Heilung nachweisbar.

Angestiegene Leberwerte

Weitere Laboruntersuchungen dienen der Kontrolle, ob zum Beispiel die Konzentration der Leberwerte erhöht ist. Eine erhöhte Konzentration der Leberwerte kann auf eine Leberfunktionsstörung hinweisen. Dabei gilt: Je höher die Leberwerte sind, umso schwerer ist die Krankheit. Es gibt auch andere Parameter, die als Labormarker analysiert werden und die bei vorliegender Entzündung erhöht sein können.

Wie wird Hepatitis E behandelt?

Bei Menschen mit gesundem Immunsystem erfordert eine akute Infektion mit Hepatitis E in der Regel keine Behandlung, da sie von allein ausheilt. Wenn Medikamente zum Einsatz kommen, dann nur gegen Übelkeit und Erbrechen, also um die Begleiterscheinungen der Hepatitis-E-Infektion zu lindern6Hepatitis E: Symptome, Übertragung, Vobeugung –https://www.netdoktor.de/krankheiten/hepatitis/e/ – abgerufen am 30.11.2022.

Menschen mit bereits geschädigter Leber (durch Hepatitis B, C oder Alkoholmissbrauch) haben ein höheres Risiko dafür, dass HEV einen fulminanten Verlauf nimmt. In solchen Fällen tritt die Infektion plötzlich auf und der Krankheitsverlauf ist schwerwiegend oder kann sogar tödlich enden. Schwere Verläufe sind auch bei Personen mit geschwächtem Immunsystem möglich.

Diese Betroffenen werden in einem Krankenhaus therapiert, wo antiviral wirkende Medikamente zum Einsatz kommen, wie zum Beispiel Ribavirin. Beim chronischen Verlauf richtet sich die Therapie auf die Elimination der Erreger im Körper. Sollte die Leber bei einem fulminanten Verlauf der HEV versagen, bleibt als einzige Behandlungsmöglichkeit eine Lebertransplantation übrig.

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Da die meisten Infektionen mit Hepatitis E einen akuten Verlauf haben, werden in solchen Fällen lediglich die Symptome behandelt. Wird die Erkrankung chronisch, kommen antiviral wirkende Medikamente wie Ribavirin zum Einsatz. Im schlimmsten Fall kommt es zum Leberversagen, sodass nur noch eine Lebertransplantation übrig bleibt.

Vorbeugung von HEV

Eine zugelassene Impfung gegen Hepatitis E gibt es bislang nur in China. Daher ist ein verantwortungsbewusstes Reisen in Hepatitis-E-Risikogebiete die beste Weise, eine Infizierung zu vermeiden.

So können sich Menschen gegen Hepatitis E am besten schützen:

  • Umsichtige Körperhygiene
  • Verzicht auf Eiswürfel
  • Nur abgekochtes Wasser oder abgefülltes Mineralwasser trinken
  • Obst und Gemüse schälen oder mit abgekochtem Wasser reinigen
  • Verzicht auf rohe Gerichte (Meeresfrüchte, Salat etc.) und Speiseeis
  • Essen an Imbissständen vermeiden

Für unterwegs gilt grundsätzlich: schälen, braten, kochen oder lieber komplett verzichten. Menschen in Industrieländern können sich aber auch zu Hause mit Hepatitis E anstecken, ohne in Risikogebiete gereist zu sein. Dies geschieht über den Verzehr von unzureichend gegartem oder rohem Fleisch, welches aus Risikogebieten importiert wurde. Daher gilt es, solches Fleisch auf min. 70 Grad zu erhitzen, um eventuelle Bakterien und Viren im Fleisch abzutöten.

Quellen & Verweise[+]

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