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Vahidin Cerim

Vahidin Cerim

Schreibt seit Jahren leidenschaftlich zu Gesundheits- und Wohlfühlthemen, sowohl on- als auch offline. Hilft mit konkreten Tipps anderen dabei, ein gesünderes Leben zu führen und schlechte Gewohnheiten loszuwerden. Obwohl er auch selbst kaffeesüchtig ist.

Das Wissen um die heilende Wirkung von Kräutern ist uralt. Noch vor 5000 Jahren wurde in einem alten pakistanischen Grab ein Destilliergerät aus Ton gefunden – und spätestens seitdem werden ätherische Öle aus Kräutern hergestellt. In der Zwischenzeit hat sich das Wissen über die Aromatherapie und die Vorteile ätherischer Öle dank dem französischen Chemiker René-Maurice Gattefossé1Wer war eigentlich…? René-Maurice Gattefossé – https://www.kloesterl-apotheke.de/blog/wer-war-eigentlich-rene-maurice-gattefosse/ – abgerufen am 19.11.2022 erweitert. Der Chemiker beschäftigte sich intensiv mit der Forschung der Pflanzenessenzen und hatte das heilende Potenzial von Lavendel bei der Behandlung von Verbrennungen entdeckt.

Eine neue Disziplin wurde geboren, die bis zum heutigen Tag immer mehr an Bedeutung gewinnt. Nachfolgend werden die Funktionen, Wirkungen und Einsatzbereiche von ätherischen Ölen zu gesundheitlichen und Wohlfühlzwecken behandelt.

Was genau wird unter Aromatherapie verstanden?

Die Aromatherapie ist Teil der Phytotherapie – einer Disziplin, die Pflanzen und verschiedene Kräuterpräparate zur Erhaltung der Gesundheit, zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten verwendet. Die Besonderheit der Aromatherapie besteht darin, dass zu diesem Zweck spezielle Extrakte aus Pflanzen verwendet werden, die als ätherische Öle (aromatische Öle) bezeichnet werden.

Botaniker bezeichnen den Inhalt spezieller Kräuterdrüsen als ätherische Öle. Aromatherapeuten hingegen verwenden diese Bezeichnung für ein Gemisch, das durch Wasserdampfdestillation oder Kaltpressung ganzer Kräuter, Pflanzenteile oder Harze entsteht. Ätherische Öle sind dementsprechend keine wirklichen Öle, sondern magere Flüssigkeiten hoher Qualität.

Die Kunst der Aromatherapie entwickelt sich langsam aber sicher zu einer eigenständigen Wissenschaft, da sie immer mehr Anerkennung auch in medizinischen Kreisen und Einsatzbereichen findet.

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Obwohl die Wirksamkeit der Aromatherapie nicht offiziell bestätigt wurde, zeigen die Ergebnisse einiger Studien, dass bestimmte ätherische Öle zur Linderung der Symptome einiger Arten menschlicher Krankheiten und Beschwerden beitragen können.

Welche Wirkung haben ätherische Öle auf den menschlichen Körper?

Die Wirkung ätherischer Öle auf den menschlichen Körper ist noch nicht vollständig geklärt. Bekannt ist jedoch, dass die chemischen Bestandteile ätherischer Öle pharmakologisch auf Gewebe, Organe und das Nervensystem positiv wirken. Obwohl jedes Öl mehrere Hauptkomponenten hat, scheint die Wirkung erst durch die Synergie aller – sogar auch der am wenigsten vertretenen Komponenten des Öls – unterstützt zu werden.

Verschiedene Bestandteile ätherischer Öle gelangen durch das Einatmen in die Nase, wo die Schleimhaut gereizt wird und die für den Geruchssinn zuständigen Rezeptoren reagieren. Von dort gelangen Düfte über die Nervenbahnen in den limbischen Teil des Nervensystems, welches die Emotionen, das endokrine System und das vegetative Nervensystem eines Menschen beeinflusst.

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Ätherische Öle sollen mit ihren angenehmen Düften positiv die Stimmung und die Emotionen eines Menschen beeinflussen. Über die Rezeptoren in der Nase gelangen die Geruchsinformationen direkt zum Gehirn.

Wie funktioniert eine Aromatherapie-Behandlung?

Die Anwendung von ätherischen Ölen erfolgt auf zwei Arten – entweder durch Inhalation oder durch Absorption durch die Haut. Im ersten Fall hilft ein Diffusor, der das Öl erhitzt und somit seinen Geruch im Raum freisetzt. Der gleiche Effekt kann aber auch erzielt werden, indem einfach ein paar Tropfen ätherischer Öle (oder ihrer Mischung) in heißes Wasser gegeben werden, wo sich der Duft mittels Verdunstung freisetzt.

Da die Aromatherapie inzwischen weltweit zur Aufrechterhaltung des Wohlbefindens zum Einsatz kommt, sind auf dem Markt neben Diffusoren auch verschiedene Duftkerzen, Sprays, Gesichtsmasken, Lotionen und dergleichen erhältlich.

Ätherische Öle können mithilfe von sogenannter aromatischer Kosmetik auch direkt über die Haut aufgenommen werden. Körpermassagen sind ebenfalls eine gute Idee für diejenigen, die mit der Aromatherapie experimentieren wollen, da eine Vielfalt an Massageölen, Lotionen und Gesichtsmasken für diese Zwecke erhältlich ist.

Bei welchen Beschwerden hilft die Aromatherapie?

Anhänger der Aromatherapie sind davon überzeugt, dass ätherische Öle das Potenzial haben, Erkrankungen zu heilen oder deren Symptome zu lindern. Asthma, Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Depressionen, Entzündungen, periphere Neuropathie, Menstruationsbeschwerden, Alopezie, Krebs, erektile Dysfunktion, Arthritis und Menopause sind nur einige der Beschwerden und Krankheiten auf dieser Liste.

Die Ergebnisse einer Forschung aus 20202Aromatherapie hilft Pflegekräften bei Stress – https://www.pflegen-online.de/aromatherapie-hilft-pflegekraeften-bei-stress – abgerufen am 19.11.2022, geleitet von Prof. Debra Kerr an der Deakin University in der australischen Metropole Melbourne, zeigten, dass ätherische Öle aus Zitrus-Pflanzen wie Grapefruit und Orange einen positiven Effekt auf die Psyche der Pflegekräfte hatten, die als Studienteilnehmer an der Forschung beteiligt waren.

Die wissenschaftliche Evidenz für die Aromatherapie gilt jedoch in einigen Bereichen als begrenzt. Es fehlt immer noch an Forschung zur Unterstützung des Einsatzes von Aromatherapie bei der Behandlung von Alzheimer, Parkinson und Herzerkrankungen.

Die Österreichische Gesellschaft für wissenschaftliche Aromatherapie und Aromapflege (ÖGwA) vertritt jedoch die Meinung3Neue Erkenntnisse über ätherische Öle aus Wissenschaft und Praxis – https://oegwa.at/wp-content/uploads/2013/07/Zusammenfassung-1.-Wintertagung.pdf – abgerufen am 19.11.2022, dass Aromatherapie und Aromapflege auf soliden wissenschaftlichen Grundlagen basieren und aktuelle Erfahrungsberichte und Studien erfolgversprechend sind.

Welches ätherische Öl wählen?

Aromatherapie – Wirkung und Anwendung

Beim Kauf von ätherischen Ölen sollte darauf geachtet werden, dass sie rein sind und aus biologisch angebauten Kräutern stammen. Denn minderwertige Öle können mehr Schaden als Nutzen verursachen. Deshalb gilt es sicherzustellen, dass es sich um ein reines ätherisches Öl und kein Duftöl handelt.

Hersteller, die hochwertige ätherische Öle produzieren, führen immer den lateinischen Namen der Pflanzenart auf, aus der das Öl gewonnen wird. So ist z. B. ätherisches Lavendelöl im Idealfall aus „Lavandula Angustifolia“ oder englischem Lavendel destilliert worden. Ist der lateinische Name der Pflanze nicht aufgelistet, ist es schwierig zu wissen, was sich in dem Fläschchen tatsächlich versteckt.

Da ätherische Öle hoch konzentriert sind, riechen sie normalerweise direkt aus der Flasche ziemlich stark. Rosenöl oder Kamillenöl sind von Natur aus dezenter, aber dennoch unverwechselbar. Die gekauften Öle sollen angenehm und natürlich riechen. Wenn die Öle stattdessen nach Alkohol oder Reinigungsmitteln riechen, ist von einem Kauf abzuraten.

Ätherische Öle können eine teure Substanz sein, da in der Regel eine riesige Menge an Pflanzenmaterial benötigt wird, um kleine Ölmengen herzustellen. Deshalb ist bei Schnäppchen Vorsicht geboten: Sie sind zwar immer großartig, doch wenn man die Seltenheit einer Pflanze und den Arbeitsaufwand für die Destillation berücksichtigt, lässt sich einfacher einschätzen, ob es sich um einen realistischen Preis handelt. Ist der Preis zu niedrig, ist das Öl wahrscheinlich nicht hochwertig und damit auch ungeeignet für die Aromatherapie.

Sind Sie weiterhin unsicher, können Sie sich z. B. von einem zertifizierten Aromatherapeuten beraten lassen, besonders wenn das Ziel der Aromatherapie die Heilung bestimmter Gesundheitsbeschwerden ist. Ein Besuch im Spa oder Yoga-Studio ist ein guter erster Schritt. Gemeinsam kann auch ein Behandlungsplan erstellt werden, um die gewünschten Ziele zu erreichen und Symptome zu bewältigen.

[/infobox]Da die Aromatherapie eine komplementäre Therapie ist, sollte sie abhängig von den zu lindernden Beschwerden vorher mit einem Arzt besprochen werden. Auf diese Weise kann die Aromatherapie einer existierenden medizinischen Versorgung oder Behandlung angepasst werden.[/infobox]

Beliebte ätherische Öle

Es gibt Dutzende ätherische Öle, die jeweils über unterschiedliche Düfte und chemische Zusammensetzungen verfügen. Welche ätherischen Öle für eine Person am besten geeignet sind, hängt davon ab, welche Symptome gelindert werden sollen und welche Düfte bevorzugt werden.

Einige der beliebtesten ätherischen Öle sind:

  • Lavendelöl: Viele Menschen empfinden den Lavendelduft als entspannend. Es wird oft verwendet, um Stress und Angst abzubauen und einen guten Schlaf zu fördern.
  • Teebaumöl: Dieses ätherische Öl, auch Melaleuca genannt, wurde schon von den Ureinwohnern Australiens zur Wundheilung verwendet. Heute wird es häufig bei Akne, Fußpilz und Insektenstichen eingesetzt.
  • Pfefferminzöl: Es gibt Hinweise darauf, dass ätherisches Pfefferminzöl die Symptome des Reizdarmsyndroms (IBS) lindert, wenn es in einer magensaftresistenten Kapsel eingenommen wird. Es kann auch Spannungskopfschmerzen lindern, wenn es topisch angewendet wird.
  • Zitronenöl: Viele Menschen empfinden den Duft von Zitronenöl als Stimmungsaufheller. Es wird auch oft in hausgemachten Reinigungsmitteln verwendet.

Mögliche Risiken und Nebenwirkungen einer Aromatherapie

Die meisten ätherischen Öle sind sicher in der Anwendung, jedoch gibt es einige Vorsichtsmaßnahmen, die vor einer Aromatherapie-Behandlung getroffen werden sollen. Eventuelle Nebenwirkungen ätherischer Öle4Aromatherapie – https://www.meine-gesundheit.de/medizin/naturheilverfahren/aromatherapie#:~:text=Nebenwirkungen%20%C3%A4therischer%20%C3%96le – abgerufen am 19.11.2022 können bei hohen Konzentrationen auftreten und diese sollen in Betracht gezogen werden, insbesondere wenn bereits verschreibungspflichtige Medikamente eingenommen werden.

Ätherische Öle sollten nicht direkt auf die Haut aufgetragen werden, sondern sollten immer mit einem Trägeröl verdünnt werden. Da ätherische Zitrusöle die Haut empfindlicher machen können, sollten diese Öle vermieden werden, besonders dann, wenn die Haut der Sonne verstärkt ausgesetzt wird.

Zu möglichen Nebenwirkungen der Verwendung von ätherischen Ölen gehören:

  • Hautausschläge
  • Asthmaanfälle
  • Kopfschmerzen
  • allergische Reaktionen
  • Hautreizungen
  • Brechreiz

Kinder, Schwangere oder stillende Frauen sollten ätherische Öle mit Vorsicht und unter ärztlicher Aufsicht verwenden. Sie sollten einige Öle komplett vermeiden und niemals ätherische Öle schlucken. Auch Menschen, die unter Heuschnupfen, Asthma, Epilepsie, hohem Blutdruck, Ekzem oder Schuppenflechte leiden, sollen mit der Anwendung ätherischer Öle besonders vorsichtig sein.

Allergische Reaktionen auf ätherische Öle

Bei einer kleinen Anzahl von Menschen können Reizungen oder allergische Reaktionen gegen bestimmte ätherische Öle auftreten. Bei denjenigen, die mit atopischer Dermatitis kämpfen oder in der Vergangenheit eine Reaktion auf topische Produkte gezeigt haben, besteht ein größeres Risiko für die Entwicklung einer Allergie gegen bestimmte ätherische Öle.

Obwohl im Prinzip alle ätherischen Öle eine allergische Reaktion verursachen können, sind die folgenden besonders hervorzuheben:

  • Oregano-Öl
  • Zimtrinden-Öl
  • Jasmin-Öl
  • Zitronengras-Öl
  • Ylang-Ylang-Öl
  • Kamillenöl
  • Bergamotte-Öl

Da reine ätherische Öle stark sind, ist das Verdünnen in einem Trägeröl (geruchsneutrales Pflanzenöl) der beste Weg, um eine schlechte Reaktion beim direkten Auftragen auf die Haut zu vermeiden. Wer nach dem Auftragen von ätherischen Ölen einen roten, juckenden Ausschlag oder Nesselsucht bemerkt, sollte beim Anhalten dieser allergischen Reaktion einen Arzt aufsuchen.

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Ätherische Öle tragen zwar zur Entspannung bei, doch bei der Verwendung sollte ihre Wirkung auf den Gesundheitszustand und das allgemeine Wohlbefinden berücksichtigt werden. Die Aromatherapie sollte immer als ergänzende Therapie zum Einsatz kommen und nicht als Ersatz für einen ärztlich vorgeschriebenen Behandlungsplan.

Quellen & Verweise[+]

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