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Marvin Gerste

Marvin Gerste

Marvin begeistert sich seit vielen Jahren für alles rund um die Gesunderhaltung. Er hat sich dabei auf gesunde Ernährung, Prävention sowie Wasserfiltersysteme spezialisiert.

Passend dazu betreibt er seit 2013 einen YouTube-Kanal sowie persönlichen Blog rund um die Themen Ernährung, Gesundheit und Wohlbefinden.

Zu Zeiten der Dinosaurier besaß der Mensch noch eine sehr ausgeprägte Körperbehaarung. Sie schützte ihn vor kalten Nächten. Durch den technologischen Fortschritt und die Evolution bedingt, ging die Behaarung zurück. Die Hornfäden verloren an Dicke sowie Länge. Lediglich auf dem Kopf wachsen Haare noch unbegrenzt weiter. Was den regelmäßigen Besuch beim Friseur beschert.

Doch wie sind Haare eigentlich aufgebaut und welche Funktionen übernehmen sie heute? Dieser Ratgeber geht zudem auf einige der häufigsten Erkrankungen mit der menschlichen Körperbehaarung ein.

Das Haar in 5 Sektionen

Auf den ersten Blick mag das menschliche Haar sehr simpel im Aufbau erscheinen. Tatsächlich ist es jedoch ein sehr komplexer Bestandteil. Unter dem Mikroskop lassen sich fünf Sektionen erkennen, in die sich ein jedes Haar einteilen lässt.

  • Haarwurzel/Haarzwiebel: Der Ursprung eines jeden Hornfadens. In der Haarzwiebel steckt die Produktionsfabrik für neue Haare. Gemeinsam mit der Haarwurzel sorgt sie für festen Halt in der Haut. Damit dies gelingt, ist das Ende deutlich dicker und gleicht einer Zwiebel (also nach oben spitz zulaufend).
  • Haarmatrix: In der Haarzwiebel liegen alle Informationen, um ein neues Haar bilden zu können. Dieser Bereich nennt sich die Haarmatrix. Sofern alle wichtigen Nährstoffe vorhanden sind, entstehen hier neue Hornzellen. Dank Kreatin erhalten sie ihre Widerstandskraft, bevor es zum Austritt aus der Haut kommt.
  • Haarpapille: Die Haarzwiebel stellt ein geschlossenes System dar, welche sich von ihrer Umgebung abtrennt. Mit Ausnahme der Haarpapille, die den einzigen Zugang herstellt. Sie wächst von unten in die Haarzwiebel hinein. Somit hält sie das Haar mit fest und ist zugleich an der Bildung neuer Zellen beteiligt. Diese schieben sich immer weiter nach oben.
  • Haarschaft: Alles was oberhalb der Haut zu sehen ist, wird der Haarschaft genannt. Durch das konstante Nachschieben neuer Zellen, werden die Haare durchgehend länger. Seine Farbe erhält der Haarschaft übrigens von der Haarwurzel. Das Pigment Melanin bestimmt dabei, welche Farbe sich zeigt.
  • Haarfollikel: Eine weitere Schicht, die eine Verbindung mit der Haarwurzel eingeht. Das Haarfollikel gibt dem Haarschaft mehr Halt. Außerdem sitzt im Follikel eine Talgdrüse, welche das Haar leicht einfettet und somit widerstandsfähiger macht.
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Das einfach wirkende Haar ist in Wirklichkeit sehr komplex aufgebaut. Es besteht aus fünf Sektionen, welche alle wichtige Aufgaben erledigen.

Das Haar unter dem Mikroskop: 3 Schichten

Der gebildete Hornfaden ist ebenso interessant, da er sich in drei Schichten separiert. Zusammen ergeben sie ein gesundes sowie robustes Haar.

  • Medulla: Das Innere des Haares liegt sein Mark. Ein kleiner Tunnel, welcher das Zentrum bildet. Jede Medulla umgibt eine Faserschicht. Ihr Aussehen unter dem Mikroskop ändert sich, in Abhängigkeit vom Durchmesser des Haares, ein wenig.
  • Cortex: Die erwähnte Faserschicht, die sozusagen den Mittelteil des Haares bildet. Zugleich die dickste Schicht, denn der Cortex nimmt etwa 80% vom Volumen ein. Hier sind Keratin-Fasern, besser bekannt als Fibrillen. Eine Substanz namens Zellmembrankomplex sorgt für den Zusammenhalt und macht die Haare elastisch.
  • Cuticula: Die Medulla sowie den Cortex umgibt die Schuppenschicht. Verhornte Zellen greifen ineinander und verlaufen in Richtung der Haarspitze. Die Struktur bzw. Beschaffenheit der Cuticula gibt Aufschluss darüber, wie gesund die Haare sind.

So wachsen Haare: Die drei Phasen vom Haarzyklus

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Nachdem nun der Aufbau der Haare im Detail bekannt ist, geht es weiter deren Wachstum. Während die Haare an den Armen und Beinen nur wenige Zentimeter erreichen, können sie auf der Kopfhaut theoretisch unendlich lang wachsen. Bei allen kommt der sogenannte Haarzyklus ins Spiel, welcher sich in drei Phasen einteilt:

  • Anagenphase: Ein neuer Hornfaden beginnt seinen Zyklus in der Wachstumsphase. Sie nimmt einen Zeitraum von einigen Jahren ein. Die Mehrheit unserer Haare befindet sich stets in der Anagenphase. Andernfalls würde die Kopfhaut schnell kahl aussehen.
  • Katagenphase: Nach maximal fünf Jahren wechselt das Haar in die Übergangsphase. Die Zellteilung verlangsamt sich und in der Haarwurzel kommen weniger Nährstoffe an. Eine Katagenphase dauert nur zwei Wochen an und dient als Vorbereitung für den letzten Abschnitt.
  • Telogenphase: Im Haarfollikel ist Ruhe eingekehrt. Sein Austausch steht bevor, damit das Haarwachstum von vorn beginnen kann. In der Telogenphase kommt es zum natürlich gewollten Haarausfall. Danach beginnt der Haarzyklus von vorn.
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Am Tag verlieren wir auf dem Kopf bis zu 100 Haare. Alles was darüber hinausgeht und dies mehrere Tage am Stück, sollte mit einem Hautarzt besprochen werden.

Welche Funktionen übernehmen unsere Haare?

In erster Linie sorgen Haare für einen Kälteschutz. Sie verhindern ein übermäßiges Abfließen von Wärme. Weil wir durchgehend Kleidung tragen, ist diese Funktion nur noch auf der Kopfhaut entscheidend.

Die zweite Aufgabe dient dem mäßigen Sonnenschutz. Während am Körper kaum noch Haare zu sehen sind, entfällt diese Aufgabe ebenso auf die Kopfhaut. Zugleich können Fremdkörper, bspw. Staub oder Bakterien, nicht so leicht Kontakt zur Haut herstellen.

Haare verstehen sich als Teil vom Sinnesorgan Haut. Die Haarwurzeln werden von vielen Nervenenden durchzogen. Kommt es zur Berührung der Haare, leitet das Nervensystem dieses Signal weiter. Auf diese Weise erkennt der Körper leichter, wenn Insekten oder Schmutz auf der Haut landen.

Erkrankungen am Haar und der Kopfhaut

Die möglichen Erkrankungen sind zahlreich und daher ist die korrekte Diagnose durch einen Hautarzt wichtig. Am häufigsten sind folgende Krankheiten für Haarausfall verantwortlich:

  • Es kann sich um einen genetisch bedingten Haarausfall handeln. Der Arzt spricht von einer Alopezie bzw. dem androgenetischen Haarausfall. Diese Ursache gilt als nicht umkehrbar. Jedoch stehen verschiedene Behandlungsansätze bereit, um diese auszuprobieren.
  • Die Alopecia Areata bezeichnet den kreisrunden Haarausfall. Er ist auf eine relativ kleine Stelle auf dem Kopf, am Bart oder anderswo begrenzt. Jedoch fallen die Haare relativ schnell und schubweise aus.
  • Eine stark ausgeprägte Schuppenflechte führt manchmal zu verstärktem Haarausfall. Dabei hemmen die Entzündungen die Versorgung mit Nährstoffen. Der Körper fährt fortan auf Sparflamme und trennt sich von allem, was nicht zwingend fürs Überleben erforderlich ist. Dazu zählt auch die Körperbehaarung.
  • Ähnliches geschieht bei einer akuten Essstörung. Wird die Aufnahme von Kalorien auf ein extremes Minimum reduziert, muss der Körper mit der verbleibenden Energie gut haushalten. Hinzu kommt die oftmals sehr einseitige Ernährung, welche einen Mangel an Zink, Eisen, Kupfer und Vitaminen erzeugt, welche für das Haarwachstum relevant sind.

Gewichtige Gründe für den Haarausfall

Männer wie Frauen sind gleichermaßen vom Haarausfall betroffen. Jedoch unterscheiden sich die Gründe dafür mitunter deutlich. Wenn das Haar dünner wird oder gar übermäßig ausfällt, liegt vermutlich eine Erkrankung vor. Es können aber auch Umweltgift1Quelle: Haarausfall und Umwelteinflüsse – https://www.aerzteblatt.de/archiv/17686/Haarausfall-und-Umwelteinfluesse – Abgerufen am 27.07.2022 oder übermäßiger Stress sein, welche das Problem auslösen. In fast allen Fällen ist die Haut mit dem Haar als gemeinsamer Ort der Symptome zu verstehen.

In Frage kommen unter anderem diese Umstände:

  • Während der Schwangerschaft, als frischgebackene Mama sowie in den Wechseljahren. In diesen drei Phasen durchlebt der Körper starke hormonelle Veränderungen. Als Resultat kann das Haar dünner werden und vermehrt ausfallen.
  • Werden die Haarfollikel schlecht durchblutet, mangelt es ihnen an wichtigen Nährstoffen für das Wachstum. Dies kann durch Krankheiten, eine schlechte Ernährung, Bewegungsmangel oder Medikamente beeinflusst werden.
  • Apropos Medikamente: Wer unter Haarausfall leidet und Präparate vom Arzt oder direkt aus der Apotheke einnimmt, sollte den Beipackzettel prüfen. Relativ häufig steht Haarausfall als mögliche Nebenwirkung darauf.
  • Manchmal ist ein anhaltend hoher Stresslevel schuld daran, dass die Haare dünner werden und irgendwann vermehrt ausfallen.
  • Die Qualität der Ernährung führt nur in seltenen Fällen zu akutem Haarausfall. Sie sollte aber unbedingt eine Rolle spielen, wenn dem künftig entgegenwirkt werden soll.
  • Ein gesundes Haarwachstum ist nicht nur auf viele Nährstoffe angewiesen. Ebenso sind Hormone beteiligt. Weshalb eine gestörte Funktion der Schilddrüse zu einem übermäßigen Haarverlust führen kann.
  • Manchmal ist die Ursache gar nicht so komplex, sondern es liegt lediglich an der falschen Haarpflege. Ein zu häufiges Färben und Föhnen können Gründe sein. Stets Kämmen und Stylen erzeugt hohe, wiederkehrende Zugkräfte. Es kommt zu einer Überbelastung der Haarwurzeln. Aber auch die falschen Shampoos oder ein zu intensiver Gebrauch von Haarspray, sind als Probleme bekannt.

Die richtige Behandlung bei Haarausfall finden

Knapp 40% aller Männer leiden unter einer Form von Haarausfall2Quelle: Haarausfall Betroffene – https://www.bvz-info.de/Endverbraucher/Haarausfall/ – Abgerufen am 28.06.2022. Aber auch bei Frauen kommt er vor. Weil die Ursachen so zahlreich sind, kann nicht pauschal über eine Behandlung entschieden werden. Es braucht zunächst eine zielgenaue Diagnose.

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Beim Thema Haarausfall braucht es fachmännische Unterstützung. Eine Behandlung in Eigenregie ist nicht empfehlenswert.

Eine erste Begutachtung erfolgt durch den Hausarzt. Sieht er den Haarausfall (Männer und Frauen) als gegeben an, wird er eine Überweisung an den Hautarzt stellen. Dieser kann durch gezielte Fragen sowie Tests eine konkrete Diagnose stellen. Auf Basis dieser erfolgt dann eine angepasste Behandlung.

Quellen & Verweise[+]

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