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Vahidin Cerim

Vahidin Cerim

Schreibt seit Jahren leidenschaftlich zu Gesundheits- und Wohlfühlthemen, sowohl on- als auch offline. Hilft mit konkreten Tipps anderen dabei, ein gesünderes Leben zu führen und schlechte Gewohnheiten loszuwerden. Obwohl er auch selbst kaffeesüchtig ist.

Eine gesunde Ernährung und die Auswahl hochwertiger Lebensmittel sind von entscheidender Bedeutung, um der Entwicklung von Krankheiten vorzubeugen, die das Magen-Darm-System beim Menschen angreifen. Symptome wie Magenschmerzen können in dem Fall auf eine Dyspepsie hindeuten.

Bei der Dyspepsie handelt es sich um eine Funktionsstörung des oberen Verdauungssystems, die auch als „Reizmagen“ bezeichnet wird1Reizmagen (funktionelle Dyspepsie) – https://www.gesundheitsinformation.de/reizmagen-funktionelle-dyspepsie.html – abgerufen am 06.12.2022. Nach der Refluxkrankheit gilt die Dyspepsie als die zweithäufigste Erkrankung des Magen-Darm-Traktes und es wird angenommen, dass bis zu 20 % der Gesamtbevölkerung mit Symptomen der Dyspepsie zu kämpfen haben.

Im Folgenden werden die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten einer Dyspepsie genauer erläutert.

Was ist eine Dyspepsie?

Dyspepsie ist laut dem Robert Koch-Institut2Gastritis, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre – https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsT/gastritis.pdf – abgerufen am 06.12.2022 ein Zustand, der durch Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Blähungen und Sättigungsgefühl gekennzeichnet ist.

Verschiedene Faktoren – von Stress bis hin zu bestimmten Medikamenten – können die Entwicklung einer Dyspepsie begünstigen. Mit einigen grundlegenden Änderungen des Lebensstils können die meisten Menschen die Symptome dieser Erkrankung leicht loswerden.

Obwohl viele Menschen Dyspepsie mit schlechter Verdauung gleichsetzen, unterscheiden einige Fachärzte zwischen diesen beiden Zuständen. Verdauungsstörungen umfassen unter anderem Blähungen und Magenbeschwerden nach dem Verzehr von Speisen und Getränken. Eine Dyspepsie hingegen bezieht sich normalerweise auf unangenehme Schmerzen und Beschwerden im oberen Bereich des Bauchs.

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Dyspepsie ist eine Funktionsstörung des oberen Teils des Verdauungssystems. Genauer gesagt liegt bei einer Dyspepsie eine Funktionsstörung des Muskel-Nerven-Teils der Verdauungsorgane vor, aber ohne sichtbare Schäden, die sich bei einer endoskopischen Untersuchung oder Gewebeprobenanalyse bemerken lassen.

Welche Ursachen führen zu Reizdarm?

Viele Menschen machen Magenverstimmung und Stress für die Entstehung einer Dyspepsie verantwortlich. Obwohl diese Zustände die vorhandenen Symptome eines Reizdarms zwar verschlimmern können, sind sie wahrscheinlich nicht die einzigen Ursachen.

Unausgewogene Ernährung sowie ein Mangel an Bewegung können weitere Faktoren sein, die eine Dyspepsie begünstigen. In schlimmsten Fällen kann eine Dyspepsie das Ergebnis eines Magengeschwürs, gastroösophagealen Reflux oder Magenkrebs sein.

Weitere mögliche Ursachen sind:

  • Eine chronische Infektion mit dem Bakterium Helicobacter-pylori.
  • Der Magen dehnt sich nach dem Essen nicht ausreichend, wodurch sich der Mageninhalt nicht gleichmäßig verteilt. Es kommt zu einem anhaltenden Völlegefühl und Übelkeit.
  • Der Mageninhalt wird verzögert in den Dünndarm weitertransportiert.
  • Seelische Belastung, Depressionen, Anspannung, Angststörungen und Überforderung können vor allem bei Jugendlichen zu Magenbeschwerden führen.
  • Veränderungen der individuellen Zusammensetzung der Darmbakterien.
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In etwa 60 % der Fälle gibt es keine primäre Erkrankung, Infektion oder Verletzung, die die Symptome einer Dyspepsie erklären könnten.

Was sind die Symptome einer Dyspepsie?

Das Hauptmerkmal der Dyspepsie sind monotone und brennende Schmerzen, die meistens im Magen lokalisiert sind. Der Schmerz kann kontinuierlich und unerbittlich sein, aber auch von selbst abklingen. Als Begleitsymptome können Sättigungsgefühl, Schwäche, Übelkeit und Sodbrennen auftreten.

In seltenen Fällen kann Dyspepsie ein Zeichen für ein viel ernsteres Problem sein: Verlust des Körpergewichts, Schluckbeschwerden, anhaltendes Erbrechen, schwarzer Stuhlgang (häufig ein Zeichen für Darmblutungen), anhaltende Schmerzen im Oberbauch oder das Vorhandensein von Knoten und Schwellungen am Bauch stellen alarmierende Symptome3Reizmagensyndrom (funktionelle Dyspepsie) – https://gesund.bund.de/reizmagen-funktionelle-dyspepsie#symptome – abgerufen am 06.12.2022 dar, bei deren Auftreten unbedingt ein Arzt konsultiert werden soll.

Wie wird eine Dyspepsie diagnostiziert?

Bei einem Arztgespräch werden Betroffene zunächst zu ihren Essgewohnheiten und Lebensstil abgefragt. Danach wird eine körperliche Untersuchung des Patienten sowie weitere Laboranalysen durchgeführt.

Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Existenz von Helicobacter pylori gelegt, das für die Entstehung von Gastritis verantwortlich ist. Gastritis kann wiederum zur Entwicklung verschiedener Beschwerden im Zusammenhang mit dem Magen oder Zwölffingerdarm führen.

Das Hauptziel der Diagnosestellung ist es, weitere Krankheiten auszuschließen, die sich durch ähnliche Symptome äußern, wie z. B. Magengeschwüre, Reflux, Magenkrebs oder Pankreatitis.

Dabei ist es besonders wichtig, die Möglichkeit einer Dyspepsie auszuschließen, die durch die Verwendung verschiedener Medikamente verursacht wird. Beschwerden und Erkrankungen des oberen Verdauungstraktes sind beispielsweise bei der Anwendung nichtsteroidaler Antirheumatika üblich. Allerdings ist zu beachten, dass durch nichtsteroidale Antiphlogistika verursachte Geschwüre selten Symptome zeigen.

Die Anwendung von Metronidazol, Bisphosphonate, oral verabreichtem Kalium, Eisenpräparate, Colchicin, Kortikosteroide, Östrogene, Levodopa, verschiedene Antibiotika und neue Blutgerinnungshemmer verursachen Symptome, die denen einer Dyspepsie sehr ähnlich sind.

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Zur Diagnose einer Dyspepsie können Computertomografie (CT) und Ultraschall einen ersten Einblick in den Magen-Darm-Zustand geben. Weitere Verfahren sind eine Endoskopie, Gastroskopie und bei Bedarf auch eine Biopsie.

Wie verläuft die Behandlung einer Dyspepsie?

Bei der Behandlung der funktionellen Dyspepsie und der gastroösophagealen Refluxkrankheit der Speiseröhre kommen die folgenden Arzneimitteln und rezeptfreien Präparaten in der Selbstmedikation zum Einsatz.

Antazida

Antazida sind Medikamente, die durch die Neutralisierung der Magensäure die Symptome einer Dyspepsie schnell und effektiv lindern4Dyspepsie – Gastrointestinale Erkrankungen – https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/gastrointestinale-erkrankungen/symptome-bei-st%C3%B6rungen-des-gastrointestinaltrakts/dyspepsie – abgerufen am 06.12.2022. Diese Medikamente werden auch zur Vorbeugung und Linderung von Schmerzen bei Gastritis, Magengeschwür und Refluxkrankheit eingesetzt.

Antazida werden normalerweise zwischen den Mahlzeiten oder vor dem Schlafengehen eingenommen, wenn normalerweise mit Magenschmerzen zu rechnen ist. Der große Vorteil von diesem Arzneimittel ist der schnelle Eintritt der Wirkung, während die relativ kurze Wirkungsdauer als ein Nachteil zu nennen ist.

Eventuelle Nebenwirkungen hängen davon ab, ob die Antazida auf Aluminium, Magnesium oder Calcium basieren. Aluminium verursacht Obstipation, mögliche Nephrotoxizität bei Nierenschäden und langfristig mögliches Auftreten von Osteoporose. Magnesiumverbindungen können Durchfall verursachen.

H2-Rezeptor-Antagonisten

H2-Rezeptor-Antagonisten (Cimetidin, Ranitidin, Famotidin, Nizatidin) sind Arzneimittel, die bei der Behandlung von Zwölffingerdarmgeschwüren recht wirksam sind5H2-Rezeptorblocker bei Sodbrennen – https://www.refluxgate.de/h2-rezeptor-antagonisten – abgerufen am 06.12.2022, jedoch weniger Erfolg bei der Behandlung von Magengeschwüren und der gastroösophagealen Refluxkrankheit zeigen. Sogenannte H2-Rezeptorblocker sind die Basistherapie bei Dyspepsie-Beschwerden und es werden hervorragende Erfolge erzielt bei der Beseitigung von Sodbrennen, die nicht Teil einer Refluxkrankheit sind.

Nebenwirkungen dieser Medikamente treten bei weniger als 4 % der Patienten auf und reichen von Störungen des zentralen Nervensystems (Kopfschmerzen, Schwindel, Verwirrtheit, Schwäche und Müdigkeit, Erregung und Halluzinationen), Hautausschlag, Verstopfung und Durchfall bis hin zu Leberschäden und Veränderung des Herzrhythmus.

Protonenpumpenhemmer (PPI)

Protonenpumpenhemmer (Esomeprazol, Omeprazol, Pantoprazol, Lansoprazol) sind starke Inhibitoren der Magensäuresekretion und werden in der Behandlung von Ulkus-Erkrankungen, aber auch Refluxkrankheit und einigen weiteren Krankheiten mit erhöhter Magensäuresekretion eingesetzt. Protonenpumpenhemmer hemmen irreversibel das Enzymsystem in der Belegzellmembran der Magenschleimhaut, was zu einem fast vollständigen Stillstand der Magensäuresekretion führt. Die Magensäuresekretion kehrt 3 bis 4 Tage nach Absetzen der Verabreichung auf normale Werte zurück.

Diese Gruppe von Arzneimitteln hat allerdings zahlreiche Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Juckreiz, Hautausschlag, Verstopfung und Durchfall, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen, Erhöhung der Leberenzyme sowie Myalgie, Arthralgie und Depression verzeichnet. Im Vergleich zu Protonenpumpenhemmer haben sich H2-Rezeptor-Antagonisten in Studien nicht so problematisch gezeigt6Magenkrebs durch Magenschutzmedikamente – https://www.zentrum-der-gesundheit.de/bibliothek/medikamente/nebenwirkungen-medikamente/magenschutzmedikamete-magenkrebs – abgerufen am 06.12.2022.

Diät zur Vorbeugung und Linderung der Reizdarmsymptome

Dyspepsie – Ursachen, Symptome und Behandlung

Ernährungsgewohnheiten und eine bedachte Wahl der Lebensmittel können bei der Entstehung, Therapie und Prävention zahlreicher Magen-Darm-Erkrankungen eine bedeutende Rolle spielen. In vielen Fällen trägt die richtige Ernährung zu einer besseren Verdauung und damit zu einer besseren Lebensqualität bei, da sie Schmerzen und Beschwerden lindert7Reizmagen (funktionelle Dyspepsie) – https://www.gesundheitsinformation.de/was-kann-bei-einem-reizmagen-helfen.html – abgerufen am 06.12.2022.

Bei der Behandlung von Dyspepsie ist es bedeutungsvoll, schädliche Lebens- und Essgewohnheiten zu ändern und andere bestehende Krankheiten zu kontrollieren und zu behandeln. Es wird empfohlen, mit dem Rauchen aufzuhören, übermäßiges Körpergewicht und die tägliche Nahrungsaufnahme zu reduzieren, wobei der Schwerpunkt auf dem Verzehr von fettarmen und nicht zu stark gewürzten Speisen liegt. Die Nahrungsaufnahme soll auf mehrere kleine Mahlzeiten verteilt werden.

Es ist bekannt, dass bestimmte Nahrungsmittel und Gewohnheiten den Druck im unteren Ösophagussphinkter senken und somit den Reflux begünstigen. Aus diesem Grund sollten folgende Nahrungsmittel und Zutaten möglichst vermieden werden:

  • Frittierte und fetthaltige Speisen
  • Schokolade
  • Pfefferminze
  • Knoblauch
  • Zwiebeln
  • Zitrusfrüchte und Zitrussäfte
  • Tomatenprodukte
  • rote Paprika und Chili
  • Pfeffer

Auch eine erhöhte Salzaufnahme ist mit einem erhöhten Risiko für Magengeschwüre verbunden. Übermäßiger Zuckerkonsum ist ebenfalls ein Risikofaktor für Erkrankungen des Ulkus. Zucker verursacht eine erhöhte Sekretion von Magensäure, was unterschiedliche Krankheitssymptome hervorrufen kann.

Koffeinhaltige Getränke (Kaffee, Tee, Cola) und sogar entkoffeinierter Kaffee können die Magensäuresekretion anregen und sollten in moderaten Mengen – am besten nach den Mahlzeiten – konsumiert werden.

Magenschonende Nahrungsmittel bei Reizdarm

Im Allgemeinen wird empfohlen, Olivenöl als Fettquelle zu verwenden und regelmäßig fermentierte Milchprodukte (Joghurt, Acidophilus, Kefir) zu konsumieren. Auch Aloe Vera, Bienenprodukte und verschiedene Kräuter können hilfreich sein.

Wissenschaftliche Studien haben einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Linolsäure und der Heilungsfähigkeit der Magen- und Zwölffingerdarmschleimhaut sowie einer verringerten Häufigkeit von Geschwüren festgestellt. Die beste Nahrungsquelle für Linolsäure sind Gemüse, Samen und Samenöle, insbesondere Leinsamen. Daher empfiehlt es sich, diese Lebensmittel in die Ernährung aufzunehmen.

Omega-3-Fettsäuren haben ebenfalls eine schützende Wirkung gezeigt. Daher sollte die Ernährung von Dyspepsie-Patienten viel Fisch enthalten, insbesondere Fisch aus der Nordsee wie Kabeljau, Lachs, Thunfisch und Schwertfisch.

Auch Schwarzkümmel-Honig kann bei Magenbeschwerden helfen. In einer Studie8https://www.uniklinik-freiburg.de/fileadmin/mediapool/08_institute/rechtsmedizin/pdf/Addenda/Schwarzk%C3%BCmmel.pdf  – abgerufen am 17.11.2022 an einer Stichprobe von 70 Patienten, die acht Wochen lang täglich 5 ml Schwarzkümmel-Honig zu sich nahmen, wurde festgestellt, dass die Beschwerden der Patienten gelindert wurden.

Fermentierte Milchprodukte enthalten Probiotika, die das Gleichgewicht im Darmsystem wiederherstellen und vor schädlichen Bakterien und anderen pathogenen Mikroorganismen schützen. Lactobacillus acidophilus und andere Arten von Probiotika haben in In-vitro-Studien bakterizide und bakteriostatische Wirkungen auf Helicobacter pylori gezeigt.

Probiotische Produkte sind auch nützlich, weil sie die Nebenwirkungen von Medikamenten reduzieren, die zur Ausrottung von Helicobacter pylori verwendet werden (z. B. antibiotikainduzierter Durchfall).

Zu guter Letzt ist es notwendig, das Stresslevel zu reduzieren. Dazu können regelmäßig Entspannungstechniken wie Yoga, Dehnübungen oder Meditation praktiziert werden.

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Dyspepsie ist eine Krankheit, die an sich keine schwerwiegenden Folgen hat. Für eine bessere Lebensqualität ist es von großer Bedeutung, die Krankheit zu akzeptieren und zu lernen, wie man im Alltag mit ihr umgeht. Vorbeugung, Linderung und Behandlung der Symptome lassen sich durch eine Umstellung der Lebens- und Essgewohnheiten erreichen.

Quellen & Verweise[+]

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