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Julian Deutsch

Julian Deutsch

Julian schreibt seit Jahren über Gesundheitsthemen und beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit neuen Forschungsergebnissen. Als Autor bei Gesundheitsreport möchte er seinen Lesern einen umfangreichen und informativen Einblick zu ausgewählten Themen geben und zugleich auf aktuelle Trends aufmerksam machen.

Bei Fisteln handelt es sich um abnormale Kanäle, die in verschiedenen Formen auftreten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie eine Fistel erkennen und behandeln können.

Die wichtigsten Informationen im Überblick

  • Bei einer Fistel handelt es sich um einen abnormalen Kanal zwischen zwei Strukturen
  • Fisteln können sich im Körperinneren bilden oder vom Körperinneren an die Körperoberfläche verlaufen
  • Man unterscheidet zwischen inneren und äußeren Fistel
  • Fisteln werden häufig durch Infektionen oder Verletzungen verursacht
  • Es gibt verschiedene Arten von Fisteln
  • Übersetzt bedeutet Fistel so viel wie „Röhre
  • Fisteln können künstlich gelegt werden

Fisteln – Was ist das überhaupt?

Bei einer Fistel handelt es sich um eine abnormale Verbindung zwischen zwei Hohlorganen, die normalerweise nicht miteinander verbunden sind. Von einer inneren Fistel ist die Rede, wenn zwei Hohlräume im Körper miteinander verbunden werden, die sonst voneinander getrennt sind. Von einer äußeren Fistel wird gesprochen, wenn zwischen einem Hohlraum im Körper und der Körperoberfläche eine Verbindung über einen Fistelkanal entsteht.

Fisteln können in verschiedenen Bereichen des Körpers auftreten. Als Ursache verbergen sich häufig Infektionen oder Verletzungen hinter den anatomischen Strukturen. Im Hinblick auf den Aufbau im Feingewebe wird zwischen Lippenfisteln und Röhrenfisteln differenziert. Eine Lippenfistel ist durch ein Epithel ausgebildet und verheilt nach der Beseitigung nicht spontan. Im Gegensatz dazu werden Röhrenfisteln von Granulationsgewebe ausgekleidet, was eine Heilung begünstigt.

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Was ist ein Abszess?

Ein Abszess ist eine abgekapselte Eiteransammlung, die sich innerhalb eines Gewebes oder Organs befindet. In den meisten Fällen sind bakterielle Infektionen für die Entstehung eines Abszesses verantwortlich. Im Gegensatz dazu wird ein Abszess als steril bezeichnet, wenn eine Infektionskrankheit als Auslöser identifiziert wird. Von außen ist ein Abszess oft als kleine Beule ertastbar, da die Membranwand um die Eiteransammlung verdickt ist.

Formen von Fisteln

Fisteln (Fistulas) treten in verschiedenen Teilen des Körpers auf und sie unterschieden sich anhand ihrer Lage und ihres Aussehens. Ebenso stecken mitunter unterschiedliche Ursachen hinter verschiedenen Formen. Im Folgenden sehen Sie einige Beispiele:

Analfisteln

Analfisteln treten meist zwischen dem Enddarm und der perianalen Haut im Bereich des Afters auf. Als Ursache können sich infektionsbedingte Eiteransammlungen (Abszesse) oder Entzündungen der Analdrüse hinter der abnormalen Verbindung verbergen. Über die Analfistel kann sich eitriges Sekret entleeren, welche oft mit Stuhl vermischt ist1apotheken.de – https://www.apotheken.de/krankheiten/4328-analabszess-und-analfisteln – Abgerufen am 27.12.2022. Betroffene klagen häufig über Schmerzen, unangenehme Schwellungen, nässende Eiterverfärbungen und Juckreiz. Männer leiden in der Regel dreimal häufiger an Analfisteln als Frauen. Oft treten diese zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf2Schön Klinik Gruppe – https://www.schoen-klinik.de/analfistel – Abgerufen am 28.12.2022.

Wie werden Analfisteln behandelt?

Die Behandlung von Analfisteln richtet sich zunächst nach ihrer Größe und Tiefe. Das Universitäts Spital Zürich erklärt in diesem Zusammenhang: „Die Behandlung einer Analfistel besteht in einer Operation. Nur sehr selten heilt sie ohne Therapie wieder aus. Es gibt verschiedene Operationstechniken. Welche Methode Chirurginnen und Chirurgen einsetzen, hängt vom Typ der Analfistel, ihrem Verlauf und besonders in Bezug zum Schliessmuskel ab3Universitäts Spital Zürich – https://www.usz.ch/krankheit/analfisteln/ – Abgerufen am 28.12.2022.“ Eine mögliche Behandlungsmethode besteht in der sogenannten „Fistulotomie“. Hierbei wird die Fistel zunächst vollständig gespalten und entfernt, sodass eine offene Wunde entsteht. Der Eingriff kann unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose erfolgen.

Lungenfisteln

Bei Lungenfisteln handelt es sich um „abnormale Kurzschlussverbindungen (Fisteln) im Lungengewebe4Dr. Frank Antwerpes – https://flexikon.doccheck.com/de/Lungenfistel – Abgerufen am 28.12.2022”. Es können sich Defekte an der Oberfläche des Lungengewebes bilden, wenn Lungenbläschen plötzlich platzen. Dies kann beispielsweise im Zuge von COPD oder Komplikationen während einer Operation der Fall sein. Wenn in der Folge Luft in den Spalt zwischen Lunge und Brustwand eindringt, spricht man von einem Pneumothorax. Hierdurch wird die Lunge zusammengedrückt. Das Universitätsklinikum Heidelberg erklärt: „In diesem Fall muss eine Thoraxdrainage eingelegt werden, um die Luft nach außen abzuleiten. Dieses Leck an der Lungenoberfläche wird „Fistel“ genannt. Fisteln können sich mit der Zeit von selbst verschließen, wenn die Lunge trotzdem entfaltet ist und Kontakt zur Brustwand bekommt. Verschließt sich das Luftleck nicht spontan, kann der Fistelverschluss im Rahmen einer meist minimal-invasiven Operation (VATS) durch Übernähung des Defekts erfolgen5Universitätsklinikum Heidelberg – https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/erkrankungen/lungenfistel- – Abgerufen am 28.12.2022.“

Arteriovenöse Fistel

Arteriovenöse Fisteln (AVF) beschreiben eine direkte Verbindung zwischen einer Vene und einer Arterie. Das Blut gelangt in der Folge mit hohem Druck in die abführende Vene, anstatt über die Kapillaren zu fließen6Universitäts Spital Zürich – https://www.usz.ch/krankheit/arteriovenoese-fistel/ – Abgerufen am 28.12.2022. Die Kurzschlussverbindung verursacht eine Umgehung des normalen Blutflusses und kann zu verschiedenen Beschwerden und Komplikationen führen.

Diese Fistelformen können an verschiedenen Stellen des Körpers auftreten, oftmals sind jedoch die Beine oder das Gehirn betroffen. Ähnlich wie bei vielen anderen Fisteln stellen Infektionen, Abszesse oder Verletzungen die Ursache für die Entstehung einer AVFs dar. In anderen Fällen sind AVFs angeboren.

Die Symptome einer arteriovenösen Fistel hängen häufig von ihrer Position und Größe ab. AVFs können Schwellungen, Rötungen, Schmerzen und Funktionsstörungen bestimmter Organe hervorrufen. Während in vielen Fällen eine Verödung ausreicht, müssen andere arteriovenöse Fisteln chirurgisch entfernt werden.

Magenfisteln

Bei einer Magenfistel handelt es sich um eine abnormale Verbindung, die zwischen dem Magen und Gewebe oder einem anderen Organ auftritt. Oftmals markieren Magengeschwüre, Infektionen oder Magenoperationen die Ursache für die Entstehung von Magenfisteln. Je nach Größe und Lage kann eine Magenfistel verschiedene Symptome (z. B: Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen oder Fieber) verursachen.

Enterogenitale Fisteln

Bei enterogenitalen Fisteln formen sich Gänge oder Kanäle zwischen dem Darm und den Genitalien. Sie können zwischen dem Darm und der Harnblasen, dem Penis oder der Vagina entstehen und verschiedene Beschwerden hervorrufen. Hierzu zählen unter anderem Schmerzen, Blutungen und unangenehme Schwellungen. Enterogenitale Fisteln müssen in der Regel chirurgisch durch eine Operation behandelt werden.

Künstliche Fisteln

Künstliche Fisteln werden in einem operativen Eingriff angelegt, um eine Verbindung zu schaffen. Dies kann zum Beispiel bei einer „Ernährungsfistel“ der Fall sein. Eine direkte Verbindung von der äußeren Bauchdecke in den Magen ermöglicht es, dass Nahrung mit einer Sonde zugeführt werden kann.

Quellen & Verweise[+]

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