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Julian Deutsch

Julian Deutsch

Julian schreibt seit Jahren über Gesundheitsthemen und beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit neuen Forschungsergebnissen. Als Autor bei Gesundheitsreport möchte er seinen Lesern einen umfangreichen und informativen Einblick zu ausgewählten Themen geben und zugleich auf aktuelle Trends aufmerksam machen.

Karies zählt zu den häufigsten Erkrankungen in unserer Gesellschaft. Zahnbelag, Zuckerkonsum und schlechte Mundhygiene zählen zu den typischen Ursachen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Zahnfäule erkennen und was sie dagegen unternehmen können.

Die wichtigsten Informationen im Überblick

  • Mangelnde Zahnhygiene, der übermäßige Konsum von Zucker und Zahnbelag gehören zu den größten Risikofaktoren für die Entstehung von Karies
  • Karies wird durch Bakterien ausgelöst
  • Karies ist unter dem Synonym „Zahnfäule“ bekannt
  • In etwa 25 % der Kinder und Jugendlichen putzen ihre Zähne zu selten 1RKI, Gesundheitsmonitoring – https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Studien/Kiggs/Basiserhebung/GPA_Daten/Mundhygiene.pdf?__blob=publicationFile – Abgerufen am 14.09.2022
  • Karies ist im Anfangsstadium kaum sichtbar
  • Karies zählt zu den häufigsten Ursachen für Zahnschmerzen
  • Regelmäßige Kontrollen nehmen in der Prävention eine entscheidende Rolle ein
  • Karies kann im fortgeschrittenen Stadium zu Abszessen und Zahnverlust führen

Karies – Was ist das?

Bei Karies handelt es sich um eine multifaktorielle Erkrankung des Zahnhartgewebes, die durch einen erhöhten Zuckerkonsum, Mikroorganismen und eine schlechte Mundhygiene verursacht wird. Ohne Behandlung schädigt Karies die Zähne und führt zu Schmerzen bis hin zum Zahnverlust. Karies tritt in unterschiedlichen Stadien auf. Das erste Stadium wird als anfängliche Demineralisation (Entkalkung) bezeichnet. Dieses „Initialkaries“ verläuft in vielen Fällen noch schmerzlos, obwohl der Zahnschmelz Mineralien verliert. Häufig äußert sich dies durch das Auftreten von weißen Flecken. Unbehandelt können sich diese Flecken auf Dauer verdunkeln und der Zahnschmelz zerfällt im zweiten Stadium des Kariesprozesses weiter. Wenn Karies sich weiter auf das Zahnbein ausbreitet, sprechen Experten von „Dentinkaries“, welches durch Löcher im Zahn und damit einhergehenden Zahnschmerzen charakterisiert wird. Bei dem knochenähnlichen Dentin handelt es sich um den größten Teil der Zahnsubstanz 2DocCheck Flexikon – https://flexikon.doccheck.com/de/Dentin – Abgerufen am 14.09.2022. Nicht selten treten bei Betroffenen in diesem Stadium Schmerzen beim Verzehr von heißen und kalten Speisen und Getränken auf.

Im vierten Stadium schreitet die Karies weiter fort und es kommt zum Befall des Zahnmarks, dem Kern des Zahns. Hierbei handelt es sich um die innerste Schicht, welche Nervenbahnen, Bindegewebe und Blutgefäße enthält. Eine Entzündung des Zahnmarks ist in der Regel überaus schmerzhaft. In der Folge kommt es häufig zu starken Zahnschmerzen und Schwellungen. Wenn die Entzündung weiter vordringt, kann dies im weiteren Verlauf zu einer Abszessbildung an der Zahnunterseite führen. Diese kann auf den Kieferknochen und andere Bereiche überspringen. Eine sofortige Behandlung ist erforderlich.

Die Lage in Deutschland

Obwohl die „Zahnfäule“ bis heute eine der verbreitetsten Zivilisationskrankheiten in westlichen Industrieländern darstellt, sind Karieserkrankungen heute seltener als vor einigen Jahrzehnten. Dies liegt vor allem an einer besseren Mundhygiene. Dennoch verdeutlichen Statistiken, wie stark die Erkrankung noch immer in unserer Gesellschaft verwurzelt ist. Demnach zeigt der Zahnreport 2020 der BARMER, dass 54 Prozent der 10-Jährigen hierzulande bereits eine Kariesbehandlung hatten. Zudem hat jeder dritte 12-Jährige Karies im bleibenden Gebiss 3BARMER Zahnreport 2020 – https://www.barmer.de/presse/infothek/studien-und-reporte/zahnreporte/zahnreport-2020-1058930 – Abgerufen am 14.09.2022.

Ursachen für die Entstehung von Karies

  • Zahnbelag: Zahnbelag (Plaque) gilt als Hauptursache für Karies und Zahnfleischentzündungen. Bei der rau-klebrige Masse auf den Zähnen handelt es sich um einen Mix aus Speichel, Bakterien und Nahrungsresten. Optisch äußert sich Plaque durch weiß-gelbliche (teilweise auch bräunliche) Färbungen auf der Zahnoberfläche. Darüber hinaus kann man die bakteriellen Beläge mit der Zunge erfühlen, wenn man über die raue Oberfläche streicht. Mundgeruch ist ein weiterer Indikator für Zahnbelag. Auf Dauer entsteht für Bakterien ein optimales Milieu, um den Zahnschmelz zu zerstören.
  • Über den Speichel: Kariesbakterien werden über den Speichel übertragen. Die Techniker äußert sich in diesem Zusammenhang wie folgt: „Die Infektion eines Kleinkindes mit den sogenannten Karies-Bakterien erfolgt normalerweise durch die Mutter oder andere direkte Bezugspersonen über Löffel, Schnuller oder Kuss 4Die Techniker – https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/praevention-und-frueherkennung/zahnvorsorge/uebertragung-von-karies-2015648?tkcm=aaus – Abgerufen am 14.09.2022.“
  • Zucker: Zucker wirkt sich stark auf die Entstehung von Karies aus, da es ein Nahrungsmittel für Mund-Bakterien darstellt. Wenn diese in der Folge des Abbaus Säuren produzieren, wird eine Demineralisierung des Zahns vorangetrieben.
  • Schlechte Mundhygiene: Eine schlechte Mundhygiene spielt Kariesbakterien in die Karten. In vielen Fällen geschieht dies unbemerkt, da die Zahnbürste bestimmte Bereiche nicht erreicht oder eine mangelnde Pflege der Zahnzwischenräume stattfindet.

Die folgenden Symptome können auf Karies hindeuten

Während die Demineralisation normalerweise schmerzlos erfolgt und sich lediglich durch Veränderungen auf der Zahnoberfläche bemerkbar macht, geht das typische „Loch im Zahn“ oft mit spürbaren Zahnschmerzen einher. Abhängig vom Stadium der Karies können unterschiedliche Symptome auftreten:

  • Zahnschmerzen
  • Mundgeruch
  • Wärme- und Kälteempfindlichkeit
  • Süßlicher Geruch
  • Lockerung von Füllungen
  • Stechende Schmerzen beim Konsum bestimmter Lebensmittel

Diagnose

Für eine Kariesdiagnostik genügt Zahnärztinnen und Zahnärzten oftmals ein genauerer Blick auf die Zähne. Zudem können in der Praxis Röntgenbilder zum Einsatz kommen, um den Schweregrad der Infektion zu bestimmen und um Karies unter Füllungen zu identifizieren.

Behandlung

Der Zeitpunkt der Diagnose ist bei der Behandlung von Karies entscheidend. Durch eine professionelle Entfernung von Zahnbelag und Fluoridierungsmaßnahmen können Zahnärzte die Karies oft eindämmen, ohne dabei auf einen Bohrer zurückzugreifen. Im fortgeschrittenen Stadium lässt sich dies jedoch in den meisten Fällen nicht vermeiden. Durch den Einsatz eines Zahnbohrers entfernt der Zahnarzt oder die Zahnärztin alle Bereiche des Zahns, die bereits von Bakterien befallen sind. Im Anschluss säubert er das Loch und schließt es mit einer Füllung, um die ursprüngliche Struktur zu rekonstruieren.

Tipps zur Prävention

  • Zähneputzen: Eine gründliche Mundhygiene zählt zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen im Kampf gegen Karies. Neben regelmäßigem Zähneputzen steht dabei die Reinigung der Zahnzwischenräume im Fokus. Die Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung erklärt: „Die tägliche Anwendung einer Zahnpasta mit 1000-1500 ppm Fluorid gilt als effektivste Methode zur Vorbeugung von Karies 5Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung – https://www.dgz-online.de/patienten/informationen – Abgerufen am 14.09.2022.“ Mit Farbstofftabletten lässt sich Zahnbelag zuverlässig aufspüren.
  • Ernährung: Da eine übermäßiger Zuckerkonsum Karies verursachen kann, sollten Sie den Konsum von zuckerhaltigen Speisen und Getränken im Auge behalten. Es gilt, die Menge von zuckerhaltigen Mahlzeiten niedrig zu halten.
  • Regelmäßige Kontrollen: Regelmäßige Kontrollen in der Zahnarztpraxis sind wichtig, um eine mögliche Karieserkrankung rechtzeitig zu identifizieren. Dies gilt ebenso für Kinder. Ab dem vollständigen Milchzahngebiss sollten Kinder den Zahnarzt zweimal jährlich zur Kontrolle aufsuchen.

Quellen & Verweise[+]

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