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Robert Klatt

Robert Klatt

Robert Klatt hat während seines Studiums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU Düsseldorf) in der Stabsstelle Kommunikation erste journalistische Erfahrungen gesammelt. Durch seine langjährige Mitarbeit am wissenschaftlichen Nachrichtenportal Forschung-und-Wissen.de konnte er seine Expertise in den Bereichen Gesundheit, Medizin und Ernährung vertiefen.

Mumps (umgangssprachlich: Ziegenpeter) ist eine Infektionskrankheit, die vom Mumpsvirus ausgelöst wird. Charakteristisch sind die Entzündung und Schwellung der Ohrspeicheldrüsen. Das Mumpsvirus ist global verbreitet und kann Menschen in jedem Lebensalter infizierten.

Das Wichtigste zu Mumps

  • Mumps ist eine Viruserkrankung, die nur von Menschen übertragen wird.
  • Die Krankheit führt zu erkältungsähnlichen Symptomen und einer Schwellung der Ohrspeicheldrüsen.
  • Bisher gibt es keine wirksamen Medikamente gegen Mumps.
  • Eine Impfung kann eine Mumpsinfektionen jedoch in den meisten Fällen (95 %) verhindern.

Wie wird das Mumpsvirus übertragen?

Mumpsviren werden ausschließlich von Menschen übertragen1Mumps – https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Mumps.html  – Abgerufen am 15.05.2022. Die Krankheitserreger sind in kleinen Speicheltröpfchen enthalten, die beim Sprechen, Niesen und Husten in die Luft abgegeben werden. Andere Menschen atmen diese Tröpfchen ein und infizieren sie dabei. Das Mumpsvirus kann auch über direkten Kontakt, zum Beispiel beim Küssen, übertragen werden. Zudem erfolgen selten Übertragungen über verunreinigte Gegenstände, etwa gemeinsam verwendetes Geschirr.

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Mumpsviren werden nur von Mensch zu Mensch übertragen.

Zu den ersten Krankheitszeichen kommt es meist 16 bis 18 Tage nach der Infektion. In Ausnahmefällen treten die ersten Symptome 12 bis 25 nach der Ansteckung auf. Infektiös ist ein Mensch eine Woche vor bis neun Tage nachdem Auftreten der Ohrspeicheldrüsenschwellung.

Häufigkeit

In Deutschland ist Mumps mittlerweile eine sehr seltene Krankheit. Bevor die Impfung eingeführt wurde, erkranken pro Jahr etwa 200 von 100.000 Personen (0,2 %) an Mumps. Inzwischen ist es nur noch eine Person von 100.000 (0,001 %). Betroffen sind vor allem junge Erwachsene und Jugendliche.

Symptome von Mumps

Bei einer Mumpsinfektion kommt es anfangs zu erkältungsähnlichen Symptomen wie Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten und Fieber2 Mumps – https://gesund.bund.de/mumps – Abgerufen am 15.05.2022. Im weiteren Krankheitsverlauf entsteht dann eine schmerzhafte, entzündliche Schwellung der Ohrspeicheldrüsen auf einer oder beiden Seiten. Diese Schwellung besteht meist für drei bis acht Tage. Auch bei den Speicheldrüsen unter der Zunge sowie den Lymphknoten im Mundraum kann es zu Schwellungen kommen.

Bei etwa einem Drittel der Infektionen treten keine oder nur leichte Symptome auf. Kinder unter fünf Jahren leiden bei Mumps oft nur unter erkältungsähnlichen Symptomen. Mumps wird deshalb oft nicht erkannt. Andere Menschen können aber auch bei einem asymptotischen Verlauf infiziert werden.

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Bei Mumps treten oft nur erkältungsähnliche Symptome auf. Andere Menschen können trotzdem mit dem Virus infiziert werden.

Komplikationen und Spätfolgen

Das Risiko für Komplikationen und Spätfolgen bei Mumps nimmt mit höherem Alter zu.

  • Bei einem Zehntel der Erkrankten kommt es zu einer Hirnhautentzündung, deren Symptome Erbrechen, Nackensteife und starke Kopfschmerzen sind.
  • Eine Entzündung des Gehirns tritt bei etwa einem Prozent der Erkrankten auf3Mumps – https://www.gesundheitsinformation.de/mumps.html – Abgerufen am 15.05.2022. Es kann dadurch zu Lähmungen und anderen bleibenden Schäden kommen. Im Einzelfall kann die Gehirnentzündung tödlich verlaufen.
  • Mumps führt bei einem von 20.000 Erkrankten zu bleibenden Hörschäden oder Taubheit.
  • Bei etwa einem Drittel der erkrankten Männer kommt es zu einer Hodenentzündung. Es kommt dadurch erneut zu Fieber und einer starken Schwellung mit Druckschmerzhaftigkeit in einem oder beiden Hoden. Die Hodenentzündung kann dauerhaft die Fertilität verringern und in seltenen Fällen eine Sterilität verursachen.
  • Frauen leiden noch Mumps häufig unter einer Entzündung der Brustdrüsen (30 %) oder einer Entzündung der Eierstöcke (5 %).

Diagnose von Mumps

Erfahrene Ärzte können Mumps an der typischen Schwellung der Ohrspeicheldrüse diagnostizieren. Um die Diagnose abzusichern, wird das Blut anschließend mittels eines IgM-Antikörpertests auf spezifische Antikörper untersucht. Bei dieser Blutuntersuchung wird das Blutserum mit Mumpsviren angereichert. Bei einer Infektion bilden sich IgM-Antikörper.

Mumps - Ursachen, Symptome und Behandlung

Therapie bei Mumps

Bisher gibt es keine wirksamen Medikamente gegen Mumps. Eine begleitende Behandlung kann die Symptome jedoch lindern. Empfohlen ist Schonung und Bettruhe, damit der Körper sich erholen kann. Zudem können leichte Kopfschmerztabletten, Schmerzmittel oder andere schmerzlindernde Maßnahmen helfen.

Grundsätzlich ist bei Mumps aber keine Medikamenteneinnahme erforderlich, wenn es nicht zu starken Schmerzen kommt. Zudem sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Weil säurehaltige Getränke die Speicheldrüsenproduktion anregen, sollten diese während einer Mumpserkrankung gemieden werden.

Mumpsimpfung zur Vorbeugung

Gegen das Virus schützt ein sogenannter MMR-Kombinationsimpfstoff, der auch Masern und Röteln abdeckt. Empfohlen wird die Impfung vor allen Kindern und Menschen, die in Gemeinschaftseinrichtungen wie Krankenhäusern und Kindertagesstätten arbeiten. Auch Menschen im Umfeld eines Erkrankten sollten sich impfen, um die weitere Verbreitung des Virus zu unterbinden4Schutzimpfung gegen Mumps – https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/ImpfungenAZ/MMR_Mumps/Mumps.html – Abgerufen am 15.05.2022.

  • Bei Kindern wird der in zwei Schritten aufgebaut. Die erste Impfung erfolgt mit elf bis 14 Monaten, die zweite Impfung gegen Ende des zweiten Lebensjahres. Praktischerweise kann die erste MMR-Impfung im Rahmen der U6-Früherkennungsuntersuchung erfolgen. Kommt das Kind schon vor dem vollendeten 11. Lebensmonat in einen Kindergarten kann die erste MMR-Impfung bereits im Alter von 9 Monaten stattfinden.
  • Ungeimpfte Kinder und Jugendliche können die Impfung mit zwei Impfdosen nachholen. Dies sollte so schnell wie möglich erfolgen.
  • Erwachsene, die in einer Gemeinschaftseinrichtung arbeiten und die nach 1970 geboren sind, sollten sich einmalig gegen Mumps impfen lassen, wenn ihr Impfstatus unklar ist oder wenn sie als Kind nicht oder nur einmal an Mumps erkrankten.
  • Bei Kontakt mit einem Mumpserkrankten sollten ungeimpfte Personen innerhalb von drei Tagen eine MMR-Impfung als Riegelungs-Impfung erhalten.
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Eine Impfung gegen Mumps ist die einzige Möglichkeit, um sich vor der Viruserkrankung zu schützen.

In seltenen Fällen kann es auch nach einer zweimaligen Impfung zum Ausbruch kommen. Zweimal geimpfte Menschen haben jedoch schwächere Symptome und leiden seltener unter Komplikationen.

Leben mit Mumps

Bei Mumps gilt das Infektionsschutzgesetz (IfSG)5Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz – IfSG) § 6 Meldepflichtige Krankheiten – https://www.gesetze-im-internet.de/ifsg/__6.htm l – Abgerufen am 15.05.2022. Menschen, die an Mumps erkrankt sind oder bei denen der Verdacht besteht, dürfen öffentliche Veranstaltungen und Gemeinschaftseinrichtungen deshalb nicht besuchen. Auch der nahe Kontakt im persönlichen Umfeld mit anderen Menschen sollte vermieden werden, um diese nicht zu infizieren. Zudem ist der Arzt dazu verpflichtet, das Gesundheitsamt über die Infektion zu informieren. Dieses entscheidet dann, wann Betroffene wieder Gemeinschaftseinrichtung besuchen dürfen.

Quellen & Verweise[+]

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