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Julian Deutsch

Julian Deutsch

Julian schreibt seit Jahren über Gesundheitsthemen und beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit neuen Forschungsergebnissen. Als Autor bei Gesundheitsreport möchte er seinen Lesern einen umfangreichen und informativen Einblick zu ausgewählten Themen geben und zugleich auf aktuelle Trends aufmerksam machen.

Es ist eine beunruhigende Statistik: Mindestens 25 Prozent der deutschen Bevölkerung haben eine Schilddrüsenkrankheit1www.deutsche-apotheker-zeitung.de. [Online] 2001.https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2001/daz-3-2001/uid-111 (Abgerufen am 12. Juni 2022) . In vielen Fällen handelt es sich dabei um eine Schilddrüsenunterfunktion. Hierbei produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone.

Kurz und knapp – Die wichtigsten Informationen im Überblick

  • Bei einer Schilddrüsenunterfunktion produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone
  • Eine Schilddrüsenunterfunktion kann als Resultat von Jodmangel auftreten
  • Eine Schilddrüsenunterfunktion wird häufig durch die tägliche Einnahme von Hormontabletten behandelt
  • Betroffene erkennen eine Unterfunktion meist erst, wenn diese fortgeschritten ist
  • Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit und Gewichtszunahmen zählen zu den typischen Symptomen.

Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion?

Bei der Schilddrüse handelt es sich um eine Hormondrüse, die lebenswichtige Aufgaben übernimmt. Sie befindet sich an der Vorderseite des Halses unterhalb des Kehlkopfes und besteht aus zwei Hautlappen, welche durch eine Gewebebrücke miteinander verbunden sind2www.schilddruesenzentrum-koeln.de. https://www.schilddruesenzentrum-koeln.de/wissenswertes/anatomie-funktion-der-schilddruese (Abgerufen am 12. Juni 2022) . In ihrer Funktion übernimmt sie eine wichtige Rolle beim Stoffwechsel. Darüber hinaus ist sie an der Regulierung zahlreicher Körperfunktionen beteiligt. Aus Jod und anderen Substanzen produziert das schmetterlingsförmige Organ wichtige Schilddrüsenhormone. Diese wirken sich unter anderem auf unsere Hirn- und Herzaktivität aus und beeinflussen die Verdauung.

Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) liegt vor, wenn die Schilddrüse (Thyroidea) zu wenig Hormone produziert.

Ursachen

Während die Unterfunktion bei den meisten Betroffenen durch eine chronische Entzündung der Schilddrüse verursacht wird, kann sie in anderen Fällen medikamentös oder genetisch bedingt sein. In manchen Fällen liegt einer Schilddrüsenunterfunktion ein Jodmangel zugrunde.

Symptome

Schilddrüsenunterfunktion - Ursachen, Symptome und Behandlung

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion führt das Hormondefizit zu einer Verlangsamung des Stoffwechsels. Dieser Prozess kann verschiedene Körperfunktionen beeinträchtigen und unterschiedliche Beschwerden auslösen. Häufig fühlen sich Betroffene schlapp und kraftlos. Da eine Unterfunktion sich in der Regel schleichend entwickeln, treten zu Beginn der Hypothyreose kaum Beschwerden auf. Die folgenden Symptome können im weiteren Verlauf auf eine Schilddrüsenunterfunktion hindeuten:

  • Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • Krämpfe
  • Kälteempfindlichkeit
  • Depressive Verstimmungen
  • Gewichtszunahme
  • Durchblutungsstörungen
  • Verstopfungen
  • Kropf
  • Dickes Gesicht
  • Trockene Haut
  • Haarausfall
  • Einschränkung der Libido

Was ist eine latente Schilddrüsenunterfunktion?

Von einer latenten Schilddrüsenunterfunktion ist die Rede, wenn ein erhöhter THH-Wert vorliegt während sich die Thyroxin-Werte im normalen Bereich befinden. Aus diesem Grund bleiben latente Schilddrüsenunterfunktionen oft lange unentdeckt und die Symptome treten in abgeschwächter Form auf.

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Was ist eine Schilddrüsenüberfunktion?

Im Gegensatz zu einer Schilddrüsenunterfunktion produziert das schmetterlingsförmige Organ bei einer Überfunktion zu viel Schilddrüsenhormone. In der Folge steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sichtbare Vergrößerungen deuten auf eine Überfunktion hin. Mediziner bezeichnen diese als „Struma“. Zu den typischen Symptomen zählen Nervosität, Durchfall, Gewichtsverlust und Herzklopfen.

Diagnose

Eine Hypothyreose kann durch unterschiedliche Verfahren festgestellt werden. In einer ersten Befragung beantwortet der Patient Fragen zu möglichen Vorerkrankungen, Essgewohnheiten, Medikamenten und Schilddrüsenkrankheiten innerhalb der Familie. Nach dieser eingehenden Anamnese legt der behandelnde Internist/ Endokrinologe bestimmte Diagnosemethoden fest und geht in der Folge zur körperlichen Untersuchung über.

Bluttest

Bei einem Bluttest wird ermittelt, in welchen Mengen die Schilddrüse bestimmte Hormone produziert. Im Fokus dieser Untersuchung steht die Bestimmung des Schilddrüsenhormons TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon), welches im Vorderlappen der Hirnanhangdrüse gebildet wird. Ein erhöhter TSH-Wert kann in Kombination mit bestimmten Werten der Hormone T3 und T4 auf eine Schilddrüsenunterfunktion hindeuten.

Ultraschalluntersuchung

Bei einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie) wird die Schilddrüse auf ihre Größe und Beschaffenheit untersucht. Der Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten erklärt in diesem Zusammenhang: „Die Ultraschalluntersuchung (Sonografie) ist strahlenfrei und kann daher beliebig oft bei einem Patienten, insbesondere bei Schwangeren, eingesetzt werden. Ihr Spezialist führt die Untersuchung am liegenden Patienten durch und tastet dabei die Halsregion mit einem Schallkopf von außen ab. Das auf diese Weise erzeugte Bild zeigt Lage, Form, Struktur und Größe der Schilddrüse. Die Ultraschalluntersuchung erlaubt heutzutage mit Hilfe der sog. farbkodierten Duplexsonografie sogar Rückschlüsse auf die Funktionstüchtigkeit der Schilddrüse. Die Sonografie ist bei Abklärung der Schilddrüse unbedingt durchzuführen3www.internisten-im-netz.de. [Online] https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/schilddruesenunterfunktion/untersuchungen-diagnose.html (Abgerufen am 12. Juni 2022) .“

Feinnadelpunktion

Der Arzt kann mit Hilfe einer Feinnadelpunktion Gewebeproben entnehmen, um Hinweisen auf eine mögliche Tumorerkrankung nachzugehen. Darüber hinaus kann eine Biopsie eingesetzt werden, um Flüssigkeit aus einer Zyste abzusaugen4www.schilddruesenpraxis.at. https://www.schilddruesenpraxis.at/feinnadelpunktion.html (Abgerufen am 12. Juni 2022) .

Prävention

Um einer Schilddrüsenunterfunktion bereits im Vorfeld entgegenzuwirken, spielen präventive Maßnahmen eine wichtige Rolle. Da die Schilddrüse für die Hormonproduktion auf Jod angewiesen ist, sollte der Körper das Spurenelement in ausreichenden Mengen erhalten. Die DGE empfiehlt in diesem Zusammenhang für Menschen zwischen dem 13. – 50. Lebensjahr eine tägliche Zufuhr in Höhe von 200 µg/Tag. Ab dem 51. Lebensjahr liegt der Richtwert bei 180 200 µg/Tag. Schwangere sollten versuchen, eine Jodzufuhr von 230 µg/Tag zu erreichen, Stillende sogar 260 µg/Tag5www.dge.de. [Online] https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/jod/?L=0 (Abgerufen am 12. Juni 2022) . Folgende Lebensmittel gelten als hochwertige Jodlieferanten:

  • Fisch (Seelachs, Kabeljau, Rotbarsch, Scholle)
  • Jodsalz
  • Gemüse (Grünkohl, Spinat, Brokkoli, Endivien, Möhren)
  • Eier
  • Milch
  • Algen und Seetang

Behandlung

Eine Schilddrüsenunterfunktion wird in der Praxis häufig durch die tägliche Einnahme von Hormontabletten behandelt. Ab wann eine Einnahme von Schilddrüsenhormonen notwendig ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Je nach Ausprägung der Unterfunktion erarbeiten Arzt und Patient eine individuelle Therapie und bestimmen die Medikamentendosis.

Menschen mit einer chronischen Schilddrüsenentzündung leiden häufig auch an Eisenmangel, da der Körper mehr Eisen verbraucht. Eisenmangel kann in der Folge zu einem Mangel an den Schilddrüsenhormonen T3 und T4 führen. Aus diesem Grund ist eine abdeckende Eisenversorgung überaus wichtig. Weil unser Körper nur ca. 10 % des durch die Nahrung aufgenommenen Eisens verwerten kann, sieht eine ausgewogene Ernährung bei Erwachsenen täglich etwa zwischen 10 und 15 mg Eisen vor. Dadurch soll durch tägliche Eisenbedarf von 1 mg zuverlässig abgedeckt werden. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion können diese Werte variieren, weshalb Betroffene zunächst ein Gespräch mit einem Arzt führen sollten. Generell enthalten die folgenden Lebensmittel einen hohen Eisenanteil:

  • Rotes Fleisch
  • Fisch
  • Nüsse
  • Brombeeren
  • Rote Bete
  • Amaranth
  • Eier
  • Haferflocken
  • Spinat
  • Bohnen
  • Aprikosen
  • Pfifferlinge
  • Spirulina
  • Thymian

Leber vom Schwein, Kalb oder Rind enthalten Große Mengen Eisen. Bei den Fischprodukten gelten Thunfisch, Krabben und Miesmuscheln als zuverlässige Eisenlieferanten. Zudem findet man das Spurenelement zum Beispiel in Dinkelbrot, Schwarzwurzeln, Mangold und Kichererbsen.

Quellen & Verweise[+]

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