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Vahidin Cerim

Vahidin Cerim

Schreibt seit Jahren leidenschaftlich zu Gesundheits- und Wohlfühlthemen, sowohl on- als auch offline. Hilft mit konkreten Tipps anderen dabei, ein gesünderes Leben zu führen und schlechte Gewohnheiten loszuwerden. Obwohl er auch selbst kaffeesüchtig ist.

Schnarchen ist ein weit verbreitetes Phänomen, denn im Durchschnitt ist fast jeder zweite Erwachsene mit zunehmendem Alter davon betroffen. Oft steht der nächtliche Geräuschpegel dem eines vorbeibrausenden LKWs in nichts nach, was besonders für den Bettgenossen ein Problem darstellen kann.

Was sind aber die Ursachen von Schnarchen? Welche Symptome können auftreten und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Im Anschluss werden die wichtigsten Fragen rund um das Thema Schnarchen beantwortet.

Wie kommt es zum Schnarchen?

Schuld am Schnarchen ist die im Schlaf erschlaffende Rachenmuskulatur: Es flattern bei jedem Atemzug der Gaumensegel und das Rachenzäpfchen, was mit Schnarchgeräuschen resultiert.

Im Prinzip lassen sich zwei Typen des Schnarchens unterscheiden:

  • Einfaches (primäres) Schnarchen
  • Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom

Beim einfachen Schnarchen wird die Strömungsgeschwindigkeit der ein- und ausströmenden Luft durch verengte Atemwege erhöht1Schnarchen: Ursachen und Hilfe – https://www.netdoktor.de/symptome/schnarchen/ – abgerufen am 04.08.2022. Dabei flattern Zäpfchen und Gaumensegel zusammen mit der im Schlaf erschlafften Rachen- und Mundmuskulatur – und das jedes Mal beim Ein- und Ausatmen, was die störenden Schnarchgeräusche erzeugt.

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Beim einfachen Schnarchen ist die Verengung der Atemwege oft die Folge von allergischen Reaktionen oder einer Infektion oberer Atemwege (z. B. akute Nasennebenhöhlenentzündung oder Erkältung).

Während beim primären Schnarchen keine Atemaussetzer auftreten, ist das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom hingegen auch mit kurzen Atemaussetzern im Schlaf begleitet. Verengte obere Atemwege sind auch hier der Auslöser, doch meistens führt diese Verengung auf anatomische Besonderheiten im Hals-Nasen-Ohrenbereich zurück, wie z. B. eine verkrümmte Nasenscheidewand, ein zu kleiner Unterkiefer, vergrößertes Gaumenzäpfchen, Rachenmandel oder eine vergrößerte Zunge.

Das Gehirn wird durch die kurzen Atemaussetzer zu einer Weckreaktion gefördert, was wiederum mit einem Anstieg der Muskelspannung resultiert. Dadurch werden die verengten Atemwege geöffnet und der Schnarcher atmet tief ein, was häufig mit einem lauten Schnarchgeräusch verbunden ist. Doch die Weckreaktion führt nicht so oft dazu, dass der Schnarcher wirklich aufwacht.

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Bemerkt der Betroffene neben dem Schnarchen auch noch Schläfrigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten oder Kopfschmerzen tagsüber, kann es sich um eine Schlafapnoe handeln. Unter der obstruktiven Schlafapnoe leiden besonders übergewichtige Männer im höheren Alter.

Was sind die Ursachen für das Schnarchen?

Die schwache Weichteilmuskulatur der oberen Atemwege trägt in den meisten Fällen die Hauptschuld für die nächtlichen Atemgeräusche. Es gibt aber auch andere Ursachen2Was hilft gegen Schnarchen & Schlafapnoe? Ursachen, Symptome und Behandlung – https://www.muenchener-verein.de/ratgeber/gesundheit/schnarchen-schlafapnoe-ursachen-symptome-und-behandlung/ – abgerufen am 04.08.2022 für das Schnarchen, unter anderem:

  • Kieferfehlstellungen
  • Anatomische Veränderungen wie Fehlstellungen der Nasenscheidewand
  • Nasenpolypen
  • Vergrößerte Gaumen- oder Rachenmandeln
  • Entzündete Nasennebenhöhlen, Allergien oder Schnupfen

Hinzu kommen noch diverse äußere Faktoren, die eine Auswirkung auf das Schnarchen haben, darunter:

  • Schlafen in Rückenlage (der Zungengrund sinkt in dieser Schlafposition nach hinten)
  • Einnahme bestimmter Medikamente wie Antihistaminika (Medikamente zur Behandlung von Allergien) oder Schlafmittel
  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Rauchen
  • Übergewicht

Zum Schnarchen kommt es überwiegend im mittleren bis höherem Lebensalter, so die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). Dabei sind Männer etwas häufiger als Frauen vom Schnarchen betroffen. Auch Kinder können etwa durch Übergewicht oder vergrößerte Mandeln darunter leiden. In diesem Fall kann ein Besuch beim Kinderarzt für mehr Klarheit und eine wirksame Therapie sorgen.

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Für die nächtlichen Atemgeräusche ist in den meisten Fällen die schwache Weichteilmuskulatur der oberen Atemwege verantwortlich.

Welche Symptome stehen in Verbindung mit dem Schnarchen?

Für den Betroffenen sind die Symptome in der Regel weniger belastend. Unter den nächtlichen Schnarchattacken leiden viel mehr der Bettgenosse sowie andere Personen im Raum. Manchmal kann das Schnarchen sogar mit einem Presslufthammer verglichen werden, da es durchaus einen Lärmpegel von 90 dB erreichen kann. Beim einfachen Schnarchen wird ein regelmäßiges Geräusch erzeugt (hierbei gibt es keinen Grund zur Sorge), während unregelmäßige Geräusche beim obstruktiven Schnarchen entstehen.

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Bei einer Schlafapnoe wird der Tiefschlaf durch häufige Atemaussetzer gestört und der Betroffene ringt richtig nach Luft. Diese Aussetzer bemerken häufig auch die Partner. Damit die Atemaussetzer nicht die Entstehung anderer Krankheiten begünstigen, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Wie gefährlich ist Schnarchen?

Erst wenn der Ehepartner oder genervte Angehörige die Betroffenen auf ihre nächtliche Atemstörung ansprechen, werden sie sich darüber bewusst. Diese Hinweise sollten auf jeden Fall ernstgenommen werden – zum einen wegen der eigenen Gesundheit und zum anderen wegen des sozialen Friedens.

Schnarcher sind laut Studien3Strategien gegen das Schnarchen – https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/symptome/strategien-gegen-das-schnarchen-716629.html – abgerufen am 04.08.2022 anfälliger für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Die Gefahr für Schnarcher, einen Schlaganfall zu erleiden, ist somit mehr als doppelt so hoch wie bei anderen Menschen, die nicht schnarchen. Der Hauptgrund dafür ist die eingeschränkte Luftzufuhr während des Schnarchens. Die Blutgefäße können durch den vorübergehenden Sauerstoffmangel im Blut Schaden nehmen.

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Eine Studie kam zum Schluss, dass Schnarcher am nächsten Tag unausgeruht sind. Dabei gilt: Je lauter das Schnarchen, umso müder der Schnarcher.

Es gibt aber eine noch gefährlichere Situation, nämlich wenn sich aus einfachem Schnarchen eine Schlafapnoe mit Atemaussetzern entwickelt. Darunter leiden etwa 10 % aller Männer und 5 % aller Frauen.

Mögliche Hinweise auf eine Schlafapnoe können u. a. die folgenden Symptome sein:

  • Herzrhythmusstörungen
  • Bluthochdruck
  • Nächtliches Sodbrennen
  • Verstärktes Schwitzen in der Nacht
  • Trockener Mund
  • Druck im Kopf
  • Tagesmüdigkeit

Wegen potenzieller Gefahren, die hinter der Schlafapnoe stecken, sollten die Symptome am besten mit einem Arzt abgeklärt werden. Die Diagnose Schlafapnoe kann im Zweifelsfall auch ein Schlaflabor stellen.

Behandlung von Schnarchen

Schnarchen – Ursachen, Symptome und Behandlung

Obwohl das Schnarchen zu gesundheitlichen Problemen führen kann – vor allem wenn es sich zu einer Schlafapnoe entwickelt – wird es per se nicht als Erkrankung mit medizinischer Gefährdung bezeichnet. Aus diesem Grund ist beim normalen Schnarchen keine sofortige medizinische Behandlung erforderlich, außer wenn der Betroffene dies wünscht.

Wie erfolgt die Anamnese der Schnarchprobleme?

Der erste Schritt der ärztlichen Untersuchung von Schnarchproblemen ist die Anamnese. Dabei handelt es sich um eine gezielte Befragung des Betroffenen in Bezug auf seinen Gesundheitszustand, die Krankheitsgeschichte sowie seine Lebens- und Schlafgewohnheiten, wie z. B.:

  • Eventuelle Vorerkrankungen
  • Welche Schlafposition bevorzugt wird
  • Wie sich das Schnarchen äußert und gestaltet
  • Ob Konzentrationsprobleme und Müdigkeit tagsüber bestehen
  • Ob und welche Medikamente eingenommen werden
  • Ob dem Lebenspartner oder anderen Familienmitgliedern beim Schnarchen etwaige Atemaussetzer oder -schwierigkeiten aufgefallen sind

Darüber hinaus werden Fragen zum Übergewicht, zu den Ernährungsgewohnheiten und zum Alkoholkonsum gestellt. Auch der Lebenspartner sowie andere Familienmitglieder können in die Befragung miteinbezogen werden, um Beobachtungen zum Schlafverhalten des Betroffenen zu machen.

Heutzutage gibt es eine Vielzahl fragwürdiger Therapieverfahren, die gegen das Schnarchen helfen sollen. Die Wirksamkeit und Risiken sollten im Einzelfall sorgfältig abgewogen und dabei minimal- oder nicht-invasive Verfahren bevorzugt werden.

Bei den Schnarchtherapien sind folgende Verfahren bekannt:

  • Konservative Verfahren
  • Intraorale Geräte
  • Operative Therapie

Konservative Verfahren mit gewisser Wirksamkeit gegen Schnarchen

Laut der Arbeitsgemeinschaft Schlafmedizin der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. wurden die Effekte verschiedener konservativer Verfahren in unterschiedlichen Studien untersucht.

Für folgende Methoden konnte zumindest in Einzelfällen eine gewisse Wirksamkeit nachgewiesen werden4Schnarchen – Ursachen, Symptome, Diagnose, Therapie – https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/hno/diagnose-therapie.html – abgerufen am 04.08.2022:

  • Nikotinkarenz
  • Kein abendlicher Alkoholkonsum
  • Keine Einnahme von Schlafmitteln
  • Keine üppigen Mahlzeiten vor dem Schlafen
  • Gewichtsreduktion bei stark übergewichtigen Personen
  • Einhaltung einer entsprechenden Schlafhygiene in Kombination mit einem stabilen Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Hochlagerung des Oberkörpers beim Schlafen
  • Bei rein Rückenlage-bezogenem Schnarchen soll die Rückenlage verhindert werden
  • Kräftigung der Mundbodenmuskulatur, z. B. durch gezielte Sprechübungen, Singübungen oder elektrische Stimulation
  • Anwendung von abschwellenden Nasensprays (eventuell lässt sich damit der Effekt einer Nasenoperation vorab simulieren, doch die Sprays eignen sich aufgrund potenzieller Schleimhautschädigung nicht für einen längeren Gebrauch)
  • Nutzung von Naseneingangserweiterer
  • Überdruckatmung (wird aufgrund hoher Kosten und möglichen Nebenwirkungen nur selten eingesetzt, obwohl diese Methode oft zur Schnarchbeseitigung führt)
  • Systemisch eingesetzte Medikamente wie Protryptinin, Domperidon oder Pseudoephedrin können Wirksamkeit zeigen, sind aber bisher nicht zur Schnarchbehandlung zugelassen, da sie verschiedene Nebenwirkungen haben können

Einsatz von intraoralen Geräten im Kampf gegen das Schnarchen

In erster Linie kommt hier die sogenannte Unterkiefer-Protrusionsschiene als Schnarchtherapie zum Einsatz. Es handelt sich hierbei um spezielle Geräte, die in den Mundraum eingesetzt werden, um seine Erweiterung durch eine Vorverlagerung des Unterkiefers zu bewirken.

Langfristige Veränderungen in der Zahnstellung, Beschwerden im Bereich des Kiefergelenkes und der Kaumuskulatur sowie verstärkte Speichelbildung können mögliche Nebenwirkungen sein. Deshalb sollten bei einer Behandlung mit Unterkiefer-Protrusionsschienen regelmäßige Kontrollen des Kiefer- und Zahnbefundes sowie die Schienenanpassung von einem Zahnarzt durchgeführt werden. Die Schnarchsymptome können bei etwa zwei Dritteln der für diese Methode geeigneten Patienten verringert werden.

Ein weiteres Gerät für die Schnarchtherapie ist die Schnarchspange, die das weiche Gaumensegel schient und Schnarchgeräusche verhindert, denn diese entstehen im weichen Gaumen. Auch Obstruktionen im mittleren und oberen Rachenraum werden durch die Schnarchspange verhindert. Schlafapnoen und Atempausen werden dadurch in vielen Fällen reduziert, sofern sie im weichen Gaumen entstehen.

Operative Behandlung als Schnarchtherapie

Von allen drei Schnarchtherapien sollte das operative Verfahren die letzte Wahl sein – und zwar nur dann, wenn das Leben des Betroffenen und seiner Angehörigen dadurch stark belastet ist oder zu anderen gesundheitlichen Beschwerden führt. Dabei sollte immer abgewogen werden, ob dafür nur eine oder gleich mehrere Ursachen vorliegen. Die Erfolgswahrscheinlichkeit ist bei Einzelursachen ziemlich hoch, während bei mehreren Ursachen eventuell auch mehrfache Therapien eingesetzt werden müssen.

Operative Eingriffe als Therapie für das Schnarchen können im Bereich von Zungengrund, Gaumen und Nase durchgeführt werden. Bei einer minimalinvasiven Therapie werden unter der Schleimhaut nur Narben angelegt, jedoch lässt der Effekt mit der Zeit nach, denn das Gewebe erholt sich. Die Therapie kann in solchen Fällen mehrfach wiederholt werden.

Zur Überprüfung des Erfolges eines operativen Verfahrens und ggf. zur Planung weiterer Behandlungsmaßnahmen ist eine Nachuntersuchung nach zwei bis drei Monaten notwendig.

Quellen & Verweise[+]

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