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Marvin Gerste

Marvin Gerste

Marvin begeistert sich seit vielen Jahren für alles rund um die Gesunderhaltung. Er hat sich dabei auf gesunde Ernährung, Prävention sowie Wasserfiltersysteme spezialisiert.

Passend dazu betreibt er seit 2013 einen YouTube-Kanal sowie persönlichen Blog rund um die Themen Ernährung, Gesundheit und Wohlbefinden.

Er ist nicht zu spüren – der Zeckenbiss. Umso größer ist die Überraschung, wenn er entdeckt wird. Zecken setzen sich bevorzugt in den Körperbiegungen fest. Also den Kniekehlen, Achselhöhlen oder auch mal zwischen den Zehen (wenn wir keine Socken tragen). Auf den ersten Blick wirken die kleinen Insekten nicht gefährlich. Doch überall dort wo ein unerwünschter Eingriff in unseren Blutkreislauf stattfindet, ist Vorsicht geboten.

In den meisten Fällen wird die Zecke behutsam entfernt und nach ein paar Tagen ist von ihrem Biss nichts mehr zu sehen. Doch es gibt Ausnahmen, welche ernsthafte Folgen für die Gesundheit haben können. Deshalb sollte jeder Zeckenbiss ernst genommen werden. In diesem Ratgeber geht es deshalb um die typischen Symptome, Gefahren sowie Behandlungsmöglichkeiten.

Wie entsteht ein Zeckenbiss?

Zecken zählen zu den Milben und übergeordnet zu den Parasiten. Heute sollen schätzungsweise 900 Arten von ihnen auf der Erde leben. Von der Hirschzecke bis zur braunen Hundezecke. Für Milben typisch, besitzen sie ausgeprägte Mundwerkzeuge. Allerdings hat die Natur sie dahingehend angepasst, dass das Blutsaugen möglich ist.

Mit Hilfe von Tastern bahnen sie sich ihren Weg. Zecken sitzen im Gras sowie auf niedrigen Büschen. Im Vorbeigehen gelangen sie auf den Körper des Menschen und auch anderer Tiere wie zum Beispiel Hunde. Um sich dort eine geeignete Stelle zu suchen, wo sie ihren Stechrüssel ansetzen können. Dieser ist mit winzigen Widerhaken besetzt. Im schlimmsten Fall reißt dadurch ihr Körper ab, während der Kopf samt Mundwerkzeug in der Haut verweilt. Leider kann die Zecke selbst in diesem Zustand ihr Blutsaugen noch bedingt fortsetzen.

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Zeckenbisse sind meist harmlos, aber jeder sollte im Auge behalten werden. Verheilt er von allein, ist alles gut. Ansonsten ist ärztlicher Rat aufzusuchen.

Was passiert, wenn die Zecke gebissen hat?

Mit dem Biss entsteht eine winzige Wunde, über welche die Zecke mit dem Blutsammeln beginnt. Während der Stechrüssel die mechanische Arbeit leistet, steckt das Wunderwerk des kleinen Insekts in seinem Speichel. Dieser übernimmt gleich mehrere Aufgaben.

Zum einen minimieren Enzyme den entzündlichen Prozess, welcher üblicher Weise von einer Wunde ausgelöst wird. Dadurch verspüren wir keinen Schmerz und bemerken die Zecke nicht sofort. Damit das Tier problemlos für viele Minuten bis einige Stunden saugen kann, gelangen Proteine über den Speicher ins Gewebe. Dadurch wird die Blutgerinnung unterdrückt. Der Wundverschluss findet nicht statt.

Je nach Zeckenart, dauert der Vorgang nur sehr kurz oder gar Tage, bis ihr Ziel erreicht ist. Manchmal sind es sogar Wochen, bis die Zecke ihr Körpervolumen vervielfacht hat. Insbesondere die weiblichen Zecken können sehr viel Blut aufnehmen.

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Eine voll gesaugte Zecke kann bis zu 3 cm groß werden.

Wie entferne ich einen Zeckenbiss richtig?

Hierfür gibt es verschiedene Ansätze. Wichtig ist dabei immer, das Entfernen so behutsam wie möglich zu gestalten. Dauert der Vorgang zu lange oder es wird viel versucht, gerät die Zecke unter Stress. Dadurch schüttet sie deutlich mehr Speichel in den Blutkreislauf aus. Womit sich die Übertragungschance von Krankheitserregern erhöht.

Mit einer Zeckenzange oder am Ende gebogenen Pinzette gelingt das Entfernen am besten. Auf keinen Fall sollte Druck auf den Körper des Tieres ausgeübt werden. Das Werkzeug ist direkt auf der Haut, nahe dem Kopf bzw. Stechrüssel anzusetzen.

Lange Zeit galt das Herausdrehen der Zecke als optimal. Allerdings funktionieren ihre Widerhaken nicht wie eine Schraube. Deshalb ist es am besten, die Zecke ohne viel Druck gerade heraus zu ziehen.

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Nach jedem Spaziergang durch hohes Gras und Wälder, sollten Körper und Kleidung nach Zecken abgesucht werden. Lange Hosen und geschlossenes Schuhwerk erschweren es den Parasiten, sich sofort festzusetzen.

Andere Lösungsideen sollten vermieden werden. Im WWW gibt es Tipps wie Öl, Alkohol oder Zahnpasta. Doch dadurch fühlt sich die Zecke nur mehr gereizt. Wichtig: Unbedingt ein Foto machen, um eine spätere Identifizierung zu erleichtern. Manche Zeckenarten sind häufiger Überträger bestimmter Krankheiten als andere.

Das nun wieder freie Tier ist angemessen zu beseitigen. Danach die Hände gründlich Waschen und die Wunde mit geeignetem Desinfektionsmittel behandeln. Die Einstichstelle ist bis zur vollständigen Heilung zu beobachten.

Zeckenbiss - Ursachen, Symptome und Behandlung
Die Zecke – Ihr Biss kann gefährlich sein.

Zeckenbisse: Diese Gefahren sind zu berücksichtigen

Nicht alle Zeckenarten übertragen Krankheiten. Doch es sind relativ viele und die Auswirkungen sind mitunter lebensverändernd. Entscheidend ist hierbei vor allem die vergangene Zeit vom Biss bis zur Entfernung. Je länger das Tier Blut saugen kann, desto mehr Speichel gibt es in den Stoffwechsel ab. Womit die Chance auf Übertragung steigt.

Die Ironie dabei: In der Regel erkranken die Zecken nicht selbst, sondern sie übertragen den Erreger nur von einem Wirt auf den anderen. Wenn alles gut geht, erzeugt der Zeckenbiss nur eine leichte Rötung der Haut. Diese geht nach wenigen Tagen wieder zurück.

In manchen Fällen gibt die Zecke aber auch die gefürchtete Borreliose1Borreliose – Informationen über Krankheitserreger beim Menschen – www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/borreliose/ – Abgerufen am 03.06.2022 weiter. Weitere mögliche Erkrankungen sind eine Babesiose, Rickettsiose und Ehrlichiose. Ferner sind Zecken für eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) bekannt.

Wie sieht die Behandlung vom Zeckenbiss aus?

Nachdem die Zecke fachgerecht entfernt wurde, gilt es die Wunde gründlich zu untersuchen. Eine Lupe hilft bei der Feststellung, ob tatsächlich keine Rückstände vom Kopf bzw. dem Mundwerkzeug verblieben sind. Wenngleich die Einstichstelle nicht schmerzt, handelt es sich um eine Entzündung. Diese klingt meistens von alleine ab. Andernfalls kann eine entsprechende Salbe aufgetragen werden, um die Heilung zu unterstützen.

Sollte es der Zecke gelungen sein, eine schwerwiegende Erkrankung zu übertragen, ist ärztlicher Rat unerlässlich. Dazu ist bereits dann der Fall, sollte sich die Wunde nicht nach kurzer Zeit wieder bessern. Eine schwere Entzündung kann ein erstes Anzeichen für größere Probleme sein. Dies kann ein Arzt über ein Blutbild feststellen lassen.

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Die nachfolgenden Symptome nach einem Zeckenbiss legen einen zeitigen Arztbesuch nahe:
  • Ein Teil der Zecke steckt weiterhin in der Haut und ist zu winzig, um ihn selbst entfernen zu können.
  • Die Rötung an der Bisswunde ist überdurchschnittlich groß.
  • Der Zeckenbiss führt nach wenigen Tagen zu Kopfschmerzen.
  • Auch ein grippaler Infekt, wenige Wochen nach dem Biss, kann im Zusammenhang stehen und sollte untersucht werden.

Welche Behandlung angemessen ist, entscheidet der Mediziner je nach Krankheitsbild. Deshalb verzichten wir an dieser Stelle auf pauschale Empfehlungen.

Wo kommen Zecken überall vor?

Viele Zeckenarten sind auf einen Wirt spezialisiert (bspw. die Hundezecke). Folglich sind sie dort verbreitet, wo sie viele Wirte finden. Auch deshalb sind zahlreiche Zeckenarten entstanden und einige von ihnen saugen das Blut von Menschen. Deshalb kommen sie nahezu in allen Regionen der Erde vor. Im deutschsprachigen Raum sind es einige Dutzend Arten.

Sie lieben das gemäßigte Klima und treten nach einem milden Winter besonders stark in Erscheinung. Denn starken Frost überleben nur sehr wenige von Ihnen. Da sie ebenso auf Vögeln sitzen, haben Zecken leider einen sehr großen Bewegungsradius.

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Die „schnellsten“ Zecken schaffen es auf eine Geschwindigkeit von bis zu 8 Metern pro Stunde.

Was ihr Jagdverhalten betrifft, unterscheidet die Wissenschaft zwei Vorgehensweisen. Während manche Zecken auf Pflanzen klettern und dort lauern, suchen andere gezielt nach einem neuen Wirt. Die Weibchen benötigen das Blut, um genügend Kraft für die Eiablage zu haben. Hierbei legen sie bis zu 20.000 Eier ab. Wofür einige Tage nötig sind.

Quellen & Verweise[+]

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