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Gesundheitsreport Redaktion

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Über die Sonne produziert der menschliche Körper Vitamin D zur Stärkung seines Immunsystems. Zudem streichelt ein Sonnenbad die Seele und trägt zur Entspannung bei. Doch wer es damit übertreibt, dem droht der Sonnenstich. Je nach Intensität, zeigen sich leichte bis schwere Symptome. Bei intensiven Fällen geht kein Weg am Krankenhaus vorbei.

Doch wie lässt sich ein Sonnenstich erkennen? Welche Tipps helfen sofort und wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Was geschieht bei einem Sonnenstich?

Für den reibungslosen Ablauf des Stoffwechsels sowie allen anderen Funktionen, strebt der Körper nach einer Normaltemperatur. Wenn diese für längere Zeit über dem Durchschnitt liegt, kommt es zu einer Störung im menschlichen Organismus. Besonders empfindlich zeigt sich hierbei unser Kopf, besser gesagt die Hirnhaut. Wer umgangssprachlich „zu viel Sonne abgekriegt hat“, spürt dies noch Stunden bis Tage danach.

Der Sonnenstich (Fachbegriff: Heliosis) ist nicht zu unterschätzen. Als besonders gefährdet gelten Menschen mit kurzen oder gar keinen Haaren auf dem Kopf. Kinder gelten als sehr anfällig, weil ihr Körper der Hitze schlechter widersteht. Sie machen gut ein Viertel der gemeldeten Fälle aus 1Hitzschlag und Sonnenstich: Fallzahlen schwanken stark – https://www.pharmazeutische-zeitung.de/2015-07/hitzschlag-und-sonnenstich-fallzahlen-schwanken-stark/ – Abgerufen am 07.06.2022. Dasselbe gilt für ältere Menschen sowie vielen Personen mit chronischen Erkrankungen.

Die Symptome – Wann spricht man von einem Sonnenstich?

Die Anzeichen sind nicht zu übersehen und in Kombination mit einem intensiven Sonnenbad recht eindeutig:

  • Ein heißer Kopf mit roter Färbung
  • Der Körper ist deutlich kühler
  • Leichter bis starker Schwindel
  • Innere Unruhe
  • Übelkeit & Erbrechen
  • Erhöhter Pulsschlag
  • Schmerzen am Kopf und im Nacken
  • Versteifter Nacken als Folge der Überhitzung
  • Teilweiser Verlust des Bewusstseins / schlecht ansprechbar
  • Halluzinationen möglich
  • Akutes Symptom: Bewusstlosigkeit

Wann gehen die Sonnenstich-Symptome wieder weg?

Die hier aufgeführten Symptome bei einem Sonnenstich geben sich meistens innerhalb weniger Stunden wieder. Sie können aber auch bis zu zwei Tage andauern. Wobei sie schrittweise spürbar nachlassen sollten.

Sind die Nachwirkungen vom Sonnenstich nach zwei Tagen immer noch vorhanden, ist ärztlicher Rat aufzusuchen. Mit der richtigen Behandlung wird die Genesung unterstützt. Zudem sinkt das Risiko bleibender Schäden.

Schnelle Soforthilfe bei einem Sonnenstich

Wenn die Symptome sehr akut sind, ist sofortige Hilfe gefragt:

  1. Die betroffene Person ist sofort aus der Sonne in den Schatten zu holen. Selbst wenn sich der Verdacht nicht bestätigen sollte. Fürsorge ist besser als Nachsorge!
  2. Der Kopf darf mit nassen Tüchern vorsichtig abgekühlt werden. Es sollte damit kein starker Temperatursturz entstehen.
  3. Der Oberkörper ist höher zu lagern als die Beine, um den Kreislauf zu stabilisieren.
  4. Viel Flüssigkeit zuführen und die Person immer wieder auf ihre Ansprechbarkeit überprüfen. Dabei nicht die regelmäßige Atmung sowie weitere Lebenszeichen (bspw. Puls) vergessen.
  5. Die getragene Kleidung so weit entfernen bzw. lockern wie es sich für den Betroffenen angenehm anfühlt.
  6. Die Kälte einer Dusche oder durch einen Ventilator kann die Leiden zusätzlich lindern.

Welche Folgeschäden drohen bei einem Sonnenstich?

Sollte ein Sonnenstich sehr intensiv sein, so kann er sich über die erwähnten zwei Tage hinaus ziehen. Die menschliche Hirnhaut reagiert sehr empfindlich auf Überhitzung. Wird unser Kopf zu lange der Sonne ausgesetzt, können schwere Symptome auftreten. Neben den bereits genannten Beschwerden, kann es zu einer starken Reizung des Hirngewebes kommen. Daraufhin arbeitet das Gehirn nicht ordnungsgemäß.

In diesem Fall hat sich wahrscheinlich ein Ödem gebildet. Bei einer solchen ungewollten Flüssigkeitsansammlung entsteht ein übermäßiger Druck. Dieser beeinträchtigt die Abläufe im Gehirn. In sehr seltenen Fällen kommt es zu Krampfanfällen.

Den Sonnenstich vom Hitzschlag unterscheiden

Ein Sonnenstich wird durch zu intensive Sonneneinstrahlung auf dem Kopf ausgelöst. Wohingegen der Hitzschlag (Fachbegriff: Hyperthermiesyndrom) aus einem zu langen Verweilen in hohen Temperaturen resultiert. Manche Symptome sind dieselben, jedoch ist der Hitzschlag erheblich bedrohlicher. Hier sollte stets ein Arzt gerufen werden.

Beim Hitzschlag zeigen sich folgende Beschwerden: Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, hohe Körpertemperatur und Benommenheit. Im weiteren Verlauf kann es zu Erbrechen und Krämpfen kommen. Kalter Schweiß, blasse Haut und ein schwacher Puls sind ebenfalls mögliche Anzeichen für einen Hitzschlag. Wirkt die Haut lange Zeit kühl, obwohl warme Temperaturen vorherrschen, ist dies ein relativ sicheres Symptom.

Besonders gefährlich ist ein drohender Kreislaufzusammenbruch bis hin zur Bewusstlosigkeit. Bei einem sehr starken Hitzschlag kann es sogar zu einem komatösen Zustand oder Tod kommen.

Um den Sonnenstich vom Hitzschlag unterscheiden zu können, ist eine zeitliche Einordnung wichtig. Denn die Symptome vom Sonnenstich treten nicht sofort in Erscheinung – beim Hitzschlag jedoch schon. Häufig treten bei einem Sonnenstich Nackenschmerzen bis zur Nackensteifigkeit auf.

Verwechslungsgefahr beim Sonnenstich

Die große Bandbreite von Symptomen kann dazu führen, dass ein Sonnenstich vermutet wird, aber das Problem ist ein ganz anderes. Die schlechte Ansprechbarkeit von Körper und Bewusstsein kann ebenso auf einen Schlaganfall hindeuten.

Ebenso möglich ist eine Verwechslung mit den ersten Anzeichen einer Borreliose oder FSME. Beide Infektionskrankheiten können durch einen Zeckenbiss vom Tier auf den Menschen übertragen werden.

Einem erneuten Sonnenstich vorbeugen: Die besten Tipps

Sonnenstich - Ursachen, Symptome und Behandlung

Ein erlebter Sonnenstich legt nahe, diesen nicht wiederholen zu wollen. Am einfachsten gelingt dies in Zukunft wie folgt:

  • Weniger Zeit in der direkten Sonne verbringen.
  • Eine angemessene Kopfbedeckung tragen.
  • Ebenso den Nacken bedecken, damit dieser nicht überhitzt.
  • Das Sonnenbaden in die Morgen- oder Abendstunden verlagern.
  • Säuglinge nur sehr kurze Zeit und nicht ungeschützt direkten Sonne aussetzen.
  • Kleinkinder angemessen kleiden und niemals in der Sonne unbeobachtet spielen lassen.
  • Pausen im Schatten konsequent einhalten und stets ausreichend Trinken griffbereit haben.

Mythos: Das Eincremen der Haut schützt nicht vor einem Sonnenstich, da dieser auf bzw. im Kopf entsteht. Ebenso wenig kann ein Hitzschlag durch Sonnencreme oder Sonnenspray verhindert werden. Das Aufheizen des Körpers geschieht dennoch.

Quellen & Verweise[+]

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