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Julian Deutsch

Julian Deutsch

Julian schreibt seit Jahren über Gesundheitsthemen und beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit neuen Forschungsergebnissen. Als Autor bei Gesundheitsreport möchte er seinen Lesern einen umfangreichen und informativen Einblick zu ausgewählten Themen geben und zugleich auf aktuelle Trends aufmerksam machen.

Pantoprazol wird zur Behandlung von Magengeschwüren und Sodbrennen eingesetzt. Als Protonenpumpenhemmer reduziert der Wirkstoff die Produktion von Magensäure, jedoch kann es bei der langfristigen Einnahme zu Mangelerscheinungen oder Wechselwirkungen kommen.

Die wichtigsten Informationen im Überblick

  • Pantoprazol wird zur Behandlung von Magengeschwüren und Sodbrennen verwendet
  • Pantoprazol ist bis 20 mg rezeptfrei erhältlich
  • Bei Pantoprazol handelt es sich um einen Protonenpumpenhemmer
  • Pantoprazol wirkt schützend auf die Schleimhaut in Magen und Speiseröhre.
  • Die langfristige Einnahme von Pantoprazol kann Mangelerscheinungen hervorrufen
  • Pantoprazol dient als „Magenschutz“ bei der langfristigen Einnahme von Schmerzmitteln
  • Pantoprazol wird häufig in Kombination mit bestimmten Antibiotika verschrieben, um Magenschleimhautentzündungen zu verhindern

Pantoprazol – Was ist das?

Der Wirkstoff Pantoprazol ist ein Protonenpumpenhemmer (PPI), der hierzulande in Form von Tabletten und als Pulver verfügbar ist. Er hemmt demnach die Protonenpumpe im Magen, wodurch die Ausschüttung von Magensäure reduziert wird. Aus diesem Grund wird der Wirkstoff unter anderem zur Behandlung von Speiseröhrenentzündungen, Sodbrennen und Magengeschwüren eingesetzt. Darüber hinaus dient Pantoprazol als Magenschutz bei der Behandlung mit bestimmten Medikamenten. Demnach verschreiben Ärzte und Ärztinnen den Wirkstoff zum Beispiel bei der langfristigen Einnahme von Ibuprofen und anderen Schmerzmitteln.

So wirkt Pantoprazol

Bei der Protonenpumpe handelt es sich um ein Eiweiß, welches benötigt wird um Magensäure zu produzieren. Es kommt in Magenschleimhautzellen vor. Protonenpumpenhemmer (PPI) wie Pantoprazol sind Wirkstoffe, welche die Säureausschüttung aus diesen Zellen einschränken können. Der Bundesverband Deutscher Internistinnen und Internisten erklärt in diesem Zusammenhang: „Protonenpumpenhemmer sind Wirkstoffe, die die Säureausschüttung aus den Drüsenzellen im Magen um bis zu 90% hemmen. Schäden der Magen- oder Speiseröhrenschleimhaut, die durch die Magensäure hervorgerufen wurden, können dadurch abheilen.“ 1https://www.internisten-im-netz.de/mediathek/medikamente/protonenpumpenhemmer-ppi.html – Abgerufen am 26. Juni 2022.

Sodbrennen ist eine Volkskrankheit

Pantoprazol - Anwendung, Wirkung und Nebenwirkung

Sodbrennen beschreibt das hauptsächliche Symptom einer gastroösophagealen Refluxkrankheit. Während bei einem gesunden Magen der Übergang zwischen Speiseröhre und Magen nur geöffnet wird, wenn Speichel dort in Verbindung mit Nahrung angelangt, tritt bei der Entstehung von Sodbrennen eine Funktionsstörung auf, sodass Magensäure in die Speiseröhre gelangt und dort die Schleimhäute angreift. Statistiken verdeutlichen, wie verbreitet Sodbrennen in der Bevölkerung ist. Laut RKI ist hierzulande in etwa jeder vierte Erwachsene betroffen 2https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsT/gastritis.pdf?__blob=publicationFile – Abgerufen am 26. Juli 2022.

Bei der Ursachenforschung für die Entstehung von Sodbrennen kommen mehrere Auslöser infrage. Neben einer üppigen, fettigen Ernährung können Nikotin und diverse andere Medikament die Spannung des Schließmuskels (Ösophagus-Sphinkter) negativ beeinflussen, wodurch Magensäure zurückfließen kann. Insbesondere durch Verzehr von fettigen Speisen und den Konsum von Alkohol neigt der Magen dazu, übermäßig viel Magensäure zu produzieren.

Pantoprazol kann Leber schädigen

Der Abbau von Pantoprazol erfolgt über die Leber. Aus diesem Grund sollten Sie, gerade wenn Sie eine eingeschränkte Leberfunktion haben oder den Wirkstoff über einen längeren Zeitraum einnehmen, Absprache mit Ihrem Arzt halten und Ihre Leberwerte in regelmäßigen Abständen kontrollieren.

Vitamin B12-Mangel nach Einnahme von Pantoprazol

Die langfristige Einnahme von Pantoprazol kann zu einem Vitamin B12-Mangel führen, da der Organismus das Vitamin schlechter aufnehmen kann. Insbesondere im Zuge einer langfristigen Einnahme können die Wirkstoffe von Säureblockern wie Pantoprazol zu einem Mangel von Vitamin B12 und knochenwirksamen Nährstoffen führen. In der Folge steigt das Risiko für Knochenbrüche.

Bei Vitamin B12 handelt es sich um ein Vitamin, das fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln enthalten ist. Der Mikronährstoff erfüllt im Körper gleich mehrere wichtige Funktionen. Das Vitamin ist unter anderem an der an Zellteilung und Blutbildung beteiligt. Darüber hinaus trägt es zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei. Obwohl bestimmte Algenarten wie Spirulina als Vitamin B12-Quelle in Frage kommen, kann sich eine abdeckende Versorgung über rein pflanzliche Lebensmittel als schwierig darstellen. Aus diesem Grund greifen viele Veganer auf Nahrungsergänzungsmittel zurück, um den täglichen Vitamin B12-Bedarf abzudecken.

Magnesiummangel durch Einnahme von Pantoprazol

Bei der langfristigen Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren kann es aufgrund der Beeinträchtigung der Magnesiumaufnahme zu Mangelerscheinungen kommen. Ein Magnesiummangel beschreibt ein Magnesiumdefizit im Blut. Eine verminderte Konzentration kann in der Folge mehrere Beschwerden hervorrufen, jedoch auch lange symptomlos bleiben.

Magnesium übernimmt im menschlichen Körper wichtige Funktionen. Der Mineralstoff übernimmt im Organismus wichtige Aufgaben und ist an über 250 enzymatischen Prozessen beteiligt. Unser Körper benötigt Magnesium etwa für gesunde Stoffwechselvorgänge, bei hoher körperlicher und geistiger Aktivität und für die Interaktion zwischen Nerven- und Muskelzellen.

Die Anzeichen eines Magnesiumdefizits machen sich oft nur schleichend bemerkbar, wodurch Mangelerscheinungen in vielen Fällen erst sehr spät identifiziert werden. Die folgenden Symptome gelten als typisch:

  • Kopfschmerzen
  • Verspannungen
  • Muskelkrämpfe
  • Psychische Begleiterscheinungen
  • Herzrasen
  • Müdigkeit, Erschöpfung
  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Bluthochdruck
  • Kribbeln in den Beinen
  • Augenzucken

In etwa 25 % der Fälle kann ein Magnesiummangel nicht durch eine zusätzliche Supplementierung, sondern erst durch das Absetzen von PPI erreicht werden3 https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-102011/magnesiummangel-durch-saeureblocker/ – Abgerufen am 27. Juli 2022.

Wechselwirkungen

Die Wechselwirkung kann nach der jeweiligen Arzneiform von Pantoprazol variieren. In jedem Falle sollten Sie vor dem Gebrauch die Verpackungsbeilage gründlich lesen, um Informationen über eventuelle Nebenwirkungen und Wechselwirkungen zu erhalten. Generell kann eine Veränderung der pH-Werte im Magen die Aufnahme anderen Wirkstoffe beeinflussen. Darüber hinaus darf der Wirkstoff nicht in Kombination mit Virenhemmern wie Atazanavir eingenommen werden. Sprechen Sie ebenso bei der Einnahme von gerinnungshemmenden Wirkstoffen zunächst mit Ihrem Arzt.

Ist Pantoprazol in Deutschland rezeptfrei erhältlich?

Pantoprazol mit 20 mg Wirkstoff kann in allen Apotheken rezeptfrei erworben werden, größere Mengen sind dagegen verschreibungspflichtig. Pantoprazol ist in zwei verschiedenen Packungsgrößen (7 oder 14 Tabletten) erhältlich.

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