Autor Julian Deutsch

Julian Deutsch

Julian schreibt seit Jahren über Gesundheitsthemen und beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit neuen Forschungsergebnissen. Als Autor bei Gesundheitsreport möchte er seinen Lesern einen umfangreichen und informativen Einblick zu ausgewählten Themen geben und zugleich auf aktuelle Trends aufmerksam machen.

Das Restless Legs-Syndrom betrifft weltweit Millionen Menschen. In der Folge leiden viele Betroffene unter Schlafstörungen und unangenehmen Missempfindungen. Wir zeigen Ihnen, welche Ursachen es für RLS gibt.

Restless Legs-Syndrom – Was ist das überhaupt?

Beim Restless Legs-Syndrom (RLS) handelt es sich um eine chronisch neurologische Erkrankung, bei der Betroffene unangenehme Empfindungen und ein Bewegungsverlangen in den Beinen verspüren. Die Erkrankung stellt für viele Menschen nicht nur eine körperliche, sondern auch seelische Belastung dar.  Das Syndrom tritt meistens abends oder nachts auf.

Die wichtigsten Informationen im Überblick

  • Das Restless Legs-Syndrom beschreibt eine chronisch neurologische Erkrankung
  • Restless Legs bedeutet in der Übersetzung „unruhige Beine
  • Beim Restless Legs-Syndrom machen unruhige Beine es Betroffenen oft unmöglich, in Ruhe zu schlafen
  • Es wird zwischen einer idiopathischen und symptomatischen Form unterschieden
  • Symptome treten meist gegen Abend oder nachts auf

Welche Symptome gibt es?

Ein unangenehmes Gefühl in den Beinen zählt zu den typischen Symptomen von RLS. Oftmals beschreiben Betroffene dieses Gefühl als Kribbeln. Andere berichten von einem Ziehen und Schmerzen. In der Folge verspüren Menschen, die an dem Restless Legs-Syndrom leiden, ein starkes Verlangen danach, ihre Beine zu bewegen. Da die Symptome in der Regel abends oder nachts auftreten, haben viele Betroffene Schwierigkeiten beim Einschlafen. Vor allem in der Schwangerschaft leiden verhältnismäßig viele Frauen an RLS. Das Syndrom beeinträchtigt nicht selten die Schlafqualität der Schwangeren und führt unter Umständen zu Erschöpfungszuständen.

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Wie häufig ist das Restless Legs-Syndrom?

RLS gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Allein in Deutschland leiden „mehrere 100.000“ an dem Syndrom1Deutsche Restless Legs Vereinigung – https://www.restless-legs.org/ – Abgerufen am 18.02.2023. Die Häufigkeit der Erkrankung korreliert mit einem steigenden Alter. Das Universitätsspital Zürich erklärt in diesem Zusammenhang: „Meist tritt das Restless Legs-Syndrom erstmals um das 30. Lebensjahr herum in Erscheinung. Anfangs treten die Beschwerden oft nur zeitweise auf. Mit zunehmendem Alter werden die beschwerdefreien Phasen im Allgemeinen immer kürzer und seltener2Universitätsspital Zürich – https://www.usz.ch/krankheit/restless-legs-syndrom/ – Abgerufen am 18.02.202.

Was sind die Ursachen für RLS?

Bei der Ursachenforschung gilt es zunächst, zwischen idiopathischen und symptomatischen RLS zu differenzieren. Wenn keine auslösende Erkrankung zugrunde liegt, sprechen Fachleute von einem idiopathischen Restless Legs-Syndrom. In dieser primären Form vermuten viele Experten, dass eine Störung des Dopamin-Systems im Gehirn eine wichtige Rolle spielen könnte. Die genaue Ursache ist jedoch weiterhin ungeklärt. Beim symptomatischen Restless Legs-Syndrom liegt eine auslösende Krankheit, eine Schwangerschaft oder Mangelerscheinung vor. Hierzu zählen zum Beispiel:

  • Vitamin B12-Mangel: Hinter ständiger Müdigkeit kann sich unter Umständen ein Vitamin B12-Mangel verbergen. Bei dem komplexen Vitamin B12 (Cobalamin) handelt es sich um ein sogenanntes „Coenzym“, das mit der Nahrung aufgenommen werden muss, da der Körper es nicht selbst herstellen kann. Vitamin B12 ist an der Bildung unserer DNA sowie Bildung roter Blutkörperchen beteiligt. Bei einer Mangelversorgung können Blut und Nerven Schaden nehmen. In einer Studie zeigen Geng und sein Team, dass die Serum-Vitamin-B12-Werte in der RLS-Gruppe signifikant reduziert sind 3Possible association between vitamin B12 deficiency and restless legs syndrom – https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0303846722003584 – Abgerufen am 18.02.2023.
  • Eisenmangel: Eisenmangel stellt weltweit die häufigste Mangelerscheinung dar4Onkopedia – https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/eisenmangel-und-eisenmangelanaemie – Abgerufen am 18.02.2023. Eine sogenannte Sideropenie liegt vor, wenn der Körper unter einem Eisendefizit leidet. Dies kann geschehen, wenn der Körper das Spurenelement verliert oder dieses nur ungenügend aufgenommen wird. In Bezug auf RLS erklärt die Deutsche Restless Legs Vereinigung: „Fehlt dem Körper Eisen, dann wird auch zu wenig Dopamin gebildet. In der Folge kann es zum Auftreten eines Restless Legs Syndroms (RLS) kommen oder bereits bestehende RLS-Symptome können sich verstärken5Deutsche Restless Legs Vereinigung – https://www.restless-legs.org/restless-legs/behandlung/eisentherapie/- Abgerufen am 18.02.2023.
  • RLS in der Schwangerschaft: In etwa 10 – 34 % der schwangeren Frauen sind von RLS betroffen6Deutsche Restless Legs Vereinigung – https://www.restless-legs.org/restless-legs/syndrom/schwangerschaft/ – Abgerufen am 18.02.2023. Die Gründe liegen häufig darin, dass sich Körper und Hormonhaushalt während der Schwangerschaft enorm verändern. Eine Ursache kann demnach der erhöhte Blutfluss sein, der wiederum zu einem gesteigerten Stoffwechsel führt. Dadurch kann es zu einer höheren Ansammlung von Abfallprodukten im Gewebe kommen, was wiederum unangenehme Empfindungen in den Beinen verstärken kann.
  • Folsäuremangel: Ein Folsäuremangel kann ein sekundäres RLS auslösen.
  • Schlafstörungen: RLS kann das Resultat von Schlafstörungen sein. Das Schmerzzentrum Frankfurt erklärt: „Das Restless-Legs-Syndrom (RLS; unruhige Beine) ist eine häufige und oft übersehene Ursache von schweren Schlafstörungen7Schmerzzentrum Frankfurt – https://www.schmerzzentrum-frankfurt.de/portfolio/schmerzarten/restless-legs-syndrom/- Abgerufen am 18.02.2023.“
  • Parkinson-Syndrom
  • Rheumatoide Arthritis

Diagnose

Restless Legs Syndrom (RLS) – Ursachen, Symptome und Behandlung

Eine Diagnose von RLS basiert normalerweise auf den vorliegenden Symptomen und der Anamnese des Patienten. Um einen Eisenmangel auszuschließen, kann der Arzt eine Blutuntersuchung durchführen und zudem eine Schlafstudie empfehlen. Die unangenehmen Empfindungen sind häufig nur schwer zu beschreiben. Für eine Diagnose müssen daher die folgenden Kriterien erfüllt sein:

  • Bewegungsdrang in den Beinen
  • Die Symptome verschlechtern sich abends und nachts
  • Eine motorische Unruhe liegt vor. Folglich haben Betroffene das Gefühl, dass sie sich bewegen müssen
  • Die Beschwerden machen sich in der Regel während Entspannungsphasen bemerkbar

Die Diagnose kann durch andere Kriterien erhärtet werden. Hierzu zählt unter anderem das Ansprechen auf eine L-Dopa-Therapie8Nicola Siegmund-Schultze https://www.aerzteblatt.de/archiv/57509/Restless-Legs-Syndrom-Ansprechen-auf-L-Dopa-ist-Diagnosekriterium – Abgerufen am 18.02.2023.

Behandlung

Vor dem Beginn einer Behandlung stellt der Arzt Fragen und schaut, ob bestimmte Bedingungen erfüllt sind. In diesem Zusammenhang erkundigt er sich unter anderem nach möglichen Grunderkrankungen, eingenommenen Medikamenten und der Ausprägung vorliegender Symptome. Abhängig von diesen Faktoren entscheidet er, ob und wenn ja, welche medikamentöse Behandlung am sinnvollsten erscheint. Es gibt verschiedene Medikamente, die bei RLS helfen können. Hierzu gehören Dopamin-Agonisten, Antikonvulsiva und Opiate. In vielen Fällen stellt die Behandlung mit dopaminergen Medikamenten in der Therapie die erste Wahl dar, in sehr schweren Fällen erfolgt manchmal auch eine Kombinationstherapie. Darüber hinaus kann eine Lebensstiländerung dabei helfen, die Symptome von RLS zu reduzieren. Neben körperlicher Aktivität und Entspannungsübungen kann die Vermeidung von Alkohol und Koffein dazu beitragen, dass es Betroffenen besser geht. Mittels Blutuntersuchung kann der Arzt eventuelle Mangelerscheinungen identifizieren und diese durch eine langfristige Supplementierung beheben. Bei allen Behandlungsmethoden ist es von großer Bedeutung, dass die Behandlung individuell auf jeden Patienten zugeschnitten werden sollte.

Quellen & Verweise[+]