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Vahidin Cerim

Vahidin Cerim

Schreibt seit Jahren leidenschaftlich zu Gesundheits- und Wohlfühlthemen, sowohl on- als auch offline. Hilft mit konkreten Tipps anderen dabei, ein gesünderes Leben zu führen und schlechte Gewohnheiten loszuwerden. Obwohl er auch selbst kaffeesüchtig ist.

Bei Asbestose handelt es sich um eine Lungenkrankheit, die sich über längere Zeit entwickelt, wenn der eingeatmete Asbeststaub in den Atemwegen abgelagert wird. Die Asbestose (auch als Asbeststaublunge bezeichnet) wird durch eine bindegewebige Verhärtung des Lungengewebes gekennzeichnet, die das Atmen zunehmend schwerer machen und nicht selten auch zu Lungenkrebs führen kann.

Was ist Asbest überhaupt?

Asbest gehört zur Gruppe natürlich vorkommender, faserartiger, kristallisierter und kieselsäurehaltiger Mineralien. Aufgrund zahlreicher positiver Eigenschaften (große Festigkeit und hervorragende Isolationsfähigkeit) wurde Asbest u. a. für die Herstellung von Fußbodenplatten, Lüftungs- und Abwasserrohren, Fassaden- sowie Dachbekleidung und vielen weiteren Produkte verwendet.

Im Zeitraum zwischen 1950 und 1985 wurden 4,4 Millionen Tonnen Asbest allein in Westdeutschland verbraucht, obwohl die schädigende und krebserzeugende Wirkung der Substanz bereits zur Jahrhundertwende erkannt wurde1Asbestose – Risiken, Verlauf, Vorbeugung – https://www.netdoktor.de/krankheiten/staublunge/asbestose/ – abgerufen am 04.08.2022.

Rund 90 % der weltweit gewonnenen Asbestbestände macht das sogenannte Chrysotil (Weißasbest) aus, welches seine Anwendung in der Industrie findet. Asbest wurde im 19. und 20. Jahrhundert in vielen Produkten industriell bearbeitet, z. B. um feuerfeste Schutzkleidung zu produzieren. In Deutschland ist aber der Einsatz von Asbest aufgrund seiner gesundheitsschädigenden Wirkung seit 1993 verboten und seit 2005 auch in der gesamten EU.

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Asbest hatte aufgrund seiner hervorragenden Dämmfähigkeit und Hitzebeständigkeit eine breite industrielle Anwendung, wurde aber wegen seiner gesundheitsschädlichen Wirkung in Deutschland und der EU verboten.

Was sind die Ursachen für Asbestose?

Asbestose wird als eine Berufserkrankung betrachtet, da bestimmte berufliche Tätigkeiten ein erhöhtes Risiko für diese Lungenerkrankung bergen. Sie wird durch eingeatmete, asbesthaltige Faser oder Staub verursacht. Nach der Einatmung setzt sich der Asbeststaub oder die Asbestfasern im Lungengewebe (in den Alveolen) ab und gelangen in das Lungenbindegewebe. Dort spaltet sich die Substanz in sehr feine Fasern auf.

Diese Fasern wandern im späteren Verlauf in das Brustfell. Da der Asbeststaub und die -fasern sehr beständig sind, können sie von der Lunge und dem angrenzenden Gewebe nicht ausgeschieden oder abgebaut werden. Gleichzeitig nehmen die Fresszellen des Immunsystems den inhalierten Asbeststaub mit sogenannten Makrophagen auf und versuchen ihn zu zersetzen. Dieser Prozess gelingt leider nicht und es werden Botenstoffe ausgeschüttet. Diese rufen die Aktivierung der Fibroblasten hervor.

Danach bilden sich vermehrt Bindegewebezellen, wodurch das Gewebe unflexibler und verdickt wird. Durch die Botenstoffe werden außerdem weitere Abwehrzellen angelockt, die im Lungengewebe die kleinsten Entzündungsherde verursachen. Durch diese Gewebeschädigung wird wiederum eine vermehrte Fibroblast-Ausschüttung verursacht, wodurch die Vernarbung des Gewebes weiter vorangetrieben wird.

Die Gasaustauschfläche der Lunge (reduziertes Lungenvolumen) schrumpft aufgrund der zunehmenden Inflexibilität des Gewebes. Da das Gewebe vernarbt ist, gelangt weniger Sauerstoff ins Blut und die Folge davon ist erschwertes Einatmen, besonders unter Belastung2Asbestose: Spätfolgen von Asbestkontaminierung – https://www.leading-medicine-guide.com/de/erkrankungen/atmung/asbestose – abgerufen am 04.08.2022.

Da Asbest früher überwiegend in der Industrie und häufig als Bau- und Isolierungsmaterial angewendet wurde, konnten viele Arbeiter unterschiedlicher Berufe mit diesem Material in Kontakt kommen. Auch im Alltag können immer noch viele Personen mit Asbest in Kontakt kommen, doch ein einmaliges Einatmen wird niemanden krank machen. Ist man aber über einen längeren Zeitraum dem Material ausgesetzt, kann das unter Umständen schwere Folgen für die Lunge haben.

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Asbestose wird durch die Absetzung des eingeatmeten Asbeststaubs im Lungengewebe verursacht. Hier werden die Asbest-Fasern im Lungenbindegewebe in sehr feine Fasern aufgespalten und können von der Lunge nicht mehr ausgeschieden werden. Aufgrund der Inflexibilität des Gewebes und geringerer Sauerstoffaufnahme im Blut kommt es zu Atembeschwerden.

Welche Symptome zeigen sich bei der Asbestose?

Asbestose – Ursachen, Symptome und Behandlung

Eine Asbestose kann, abhängig von ihrer Ausprägung, verschiedene Symptome3Asbestose: Welche Symptome deuten auf die Krankheit hin? – https://www.rathscheck.de/magazin/asbestose-welche-symptome-deuten-auf-die-krankheit-hin/ – abgerufen am 04.08.2022 hervorrufen. Dabei vergehen meistens mehrere Jahre zwischen der Asbestaussetzung und dem Auftreten der ersten Symptome. Schließlich kommt es zur Lungen- und Pleuragewebe-Entzündung, die sich durch verschiedene Probleme bei der Atmung bemerkbar machen.

Üblicherweise lässt sich Asbestose durch die folgenden Symptome erkennen:

  • Reizhusten
  • Atemnot
  • Krankhafte Atemgeräusche
  • Zäher Auswurf
  • Gewichtsverlust

Die meisten Betroffenen leiden unter Reizhusten, Atemnot und Auswurf, oft in Verbindung mit einem zunehmenden Unwohlsein und starken Schmerzen. Aufgrund der Asbestlunge oder durch andere Folgekrankheiten wie Kehlkopf- oder Lungenkrebs kann es auch zur Heiserkeit kommen. Dabei verändert sich die Stimmfarbe deutlich und im Verlauf der Erkrankung klingt die Stimme zunehmend brüchig.

Zuerst treten bei körperlichen Anstrengungen Atembeschwerden auf, später auch in Ruhepausen. Danach nimmt die Asbestose einen chronischen Verlauf ein. Auf Asbest im Körper können auch die bläuliche Verfärbung sowie Verdickung von Lippen und Fingerenden hinweisen. Treten diese Symptome auf, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Aufgrund der langen Inkubationszeit (manchmal sogar über mehrere Jahrzehnte) können die Symptome der Asbestose oft sehr schwierig von Staublungenerkrankungen differenziert werden. Daher ist der Arztbesuch von großer Bedeutung, insbesondere wenn die aufgezählten Symptome auftreten.

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Asbestose hat eine lange Inkubationszeit und meistens treten die Beschwerden in Form von Atemnot, Reizhusten und Auswurf auf. Da sie schwer von Staublungenerkrankungen zu differenzieren ist, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Welche Berufe sind ein Risikofaktor für Asbestose?

Meistens werden die Asbestfasern am Arbeitsplatz inhaliert. Obwohl es dagegen früher bestimmte Schutzmaßnahmen gab, enthielt teilweise auch die Arbeitsschutzkleidung selbst Asbest. Das Risiko einer Asbestose ist in folgenden beruflichen Tätigkeiten besonders hoch4https://www.netdoktor.de/krankheiten/staublunge/asbestose/ – abgerufen am 04.08.2022:

  • Beseitigung asbesthaltiger Produkte, die beispielsweise bei Brucharbeiten vorkommen
  • Anwendung von Asbest als Zusatz in der Produktion von Thermoplasten, Gummireifen, Dichtungsmassen, Fußbodenbelägen, Anstrichstoffen, Kunststoffharzpressmatten etc.
  • Produktion und Bearbeitung asbesthaltiger Filzmaterialien, Pappen und Papiere
  • Produktion und Bearbeitung von Gummi-Asbest-Produkten, insbesondere hitze- und säurebeständigen Dichtungen
  • Produktion, Nutzung und Verbesserung asbesthaltiger Spritzmassen zur Feuer-, Schall- und Wärmedämmung (Isolierung)
  • Industrielle Produktion, Verarbeitung und Reparatur von asbesthaltigen Reibbelägen (v. a. Brems- und Kupplungsbeläge)
  • Reparatur von Asbestzementprodukten (Schleifen, Bohren, Sägen)
  • Industrielle Produktion und Verarbeitung von Asbestzementprodukten (witterungsbeständige Baumaterialien und Platten wie Formelemente für baulichen Brandschutz, Fassadenkonstruktionen, Dacheindeckungen etc.)
  • Produktion und Bearbeitung von Asbesttextilien (z. B. Kleidung, Packungen, Tücher, Schläuche, Seile, Schnüre, Bänder, Zwirne, Garne usw.)
  • Asbestaufbereitung, bei der Gestein mit Asbestinhalten zerkleinert und Rohasbest dadurch freigelassen wird

Außerdem können verschiedene Minerale wie Speckstein (Talkum) über Asbest verfügen und über eine Mischstaublunge zu einer Asbestose führen, genauer gesagt zu einer Mischstaubasbestose. Die beruflichen Tätigkeiten, in denen der Menschen mit Asbest in Berührung kommt, sind in Kombination mit Rauchen besonders gefährlich. Bei rauchenden Asbestarbeitern ist das Risiko für Lungenkrebs nämlich zehn- bis vierzigmal höher als bei nicht-rauchenden Arbeitskollegen.

Ein höheres Risiko für Asbestose oder andere asbestbedingte Krankheiten haben besonders:

  • Schweißer
  • Maler
  • Blecharbeiter
  • Stahlerbauer
  • Gipser
  • Bauhandwerker und Bauarbeiter
  • Elektriker
  • Zimmermänner
  • (Gas-)Installateure
  • Fahrzeugbauer (einschließlich Schienenfahrzeugbauer)
  • Handwerker bzw. Bauarbeiter (einschließlich der Arbeiter im Bereich Schiffsbau), die mit Metallplatten arbeiten

Kann Asbestose behandelt werden?

Da es keine Möglichkeiten gibt, den Asbeststaub bzw. die Asbestfasern unschädlich zu machen, ist die Heilung einer Asbestose leider nicht möglich. Eine Behandlung dieser Krankheit kann daher immer nur symptomatisch sein. In erster Linie darf der Betroffene keinesfalls mehr mit Asbest in Kontakt kommen. Im Rahmen der Therapie ist es auch wichtig, dass Raucher auf Zigaretten verzichten, ansonsten kann sich die Krankheit nur verschlimmern.

Das primäre Therapieziel bei einer Asbestose besteht in der Linderung der Beschwerden durch zusätzliche symptomatische Behandlungen und der Verlangsamung der Fibrosierung. Bislang stehen noch keine pharmakologischen Therapieansätze zur Verfügung und Immunsuppressiva sowie Kortikosteroide haben sich weder in Monotherapie noch in Kombinationstherapie bewährt. Das subjektive Empfinden kann allerdings durch bronchialerweiternde Medikamente deutlich verbessert werden.

Eine pulmonale Rehabilitation kann in Kombination mit folgenden Maßnahmen unterstützend wirken:

  • Psychosoziale Betreuung
  • Ernährungsberatung
  • Schulungen zu Entspannungs- und Atemtechniken
  • Kraft- und Beweglichkeitstraining
  • Aerobe Konditionierung

Die Betroffenen benötigen mit dem Fortschreiten der Erkrankung zumeist eine Sauerstofftherapie. Wird bei der Asbestose als Folge auch Krebs diagnostiziert, kann dieser meistens mit Strahlen- oder Chemotherapie behandelt oder auch operativ entfernt werden. Dabei ist es wichtig, die Krebserkrankung frühzeitig zu diagnostizieren und mit der Therapie anzufangen, da so die Erfolgschancen entsprechend höher ausfallen.

Rehabilitation im Rahmen der Asbestosebehandlung

Viele Berufsgenossenschaften bieten für die Betroffenen ambulante Rehabilitationen an, da es sich um eine Berufserkrankung handelt. So zum Beispiel erfolgt je nach Berufsgenossenschaft zuerst eine dreiwöchige ambulante Physiotherapie sowie psychologische und ärztliche Behandlung.

Wenn der Patient ein Raucher ist, bekommt er eine Raucherentwöhnung. Zudem erhalten die Betroffenen eine Ernährungstherapie. Darüber hinaus erlernen die Patienten eine spezielle Atemgymnastik und Entspannungstechniken gegen die Atembeschwerden. Nach der intensiven ambulanten Rehabilitation folgt eine wöchentliche Weiterbehandlung, die bis zu drei Monate dauern kann. Dort werden spezielle physiotherapeutische Behandlungen und Gesundheitsschulungen durchgeführt.

In vielen Großstädten gibt es entsprechende Lungensportgruppen, wo die Betroffenen unter ärztlicher Aufsicht Sport treiben.

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Asbestose kann nicht geheilt werden, aber die Krankheitsverschlimmerung kann verlangsamt und die Beschwerden mit symptomatischen Behandlungen gelindert werden. Wird eine Krebserkrankung diagnostiziert, folgt oft ein chirurgischer Eingriff bzw. eine Strahlen- oder Chemotherapie.

Wie kann der Asbestose vorgebeugt werden?

Indem die Belastung durch Asbestfasern und -staub am Arbeitsplatz reduziert wird, können Erkrankungen durch eingeatmeten Asbest vermieden werden. Inzwischen haben die beruflichen Tätigkeiten mit höherem Risiko vor Asbesterkrankungen bessere Schutzmaßnahmen eingeführt. So kommt es heutzutage nur bei relativ wenigen Menschen zur Asbestose.

Normalerweise stellen asbesthaltige Bausubstanzen nur dann ein Problem dar, wenn das Gebäude renoviert oder die Substanz entfernt wird. Für solche Arbeiten sollte ein Handwerker engagiert werden, da dieser für sichere Methoden zur Asbestentsorgung geschult ist. Raucher, die bereits mehrfach mit Asbest in Kontakt gekommen sind, können das Rauchen aufgeben, um das Lungenkrebsrisiko zu senken. Zusätzlich dazu sollten sie jedes Jahr eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs machen lassen.

Auch jährliche Grippeimpfungen sowie eine einmalige Pneumokokkenimpfung sind für diejenigen Personen ratsam, die mit Asbest in Kontakt gekommen sind5Asbestose – Lungen- und Atemwegserkrankungen – https://www.msdmanuals.com/de/heim/lungen-und-atemwegserkrankungen/umweltbedingte-lungenerkrankungen/asbestose – abgerufen am 04.08.2022. Dadurch werden sie vor Infektionen geschützt, für die sie nach dem Asbestkontakt anfälliger sein können.

Quellen & Verweise[+]

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