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Marvin Gerste

Marvin Gerste

Marvin begeistert sich seit vielen Jahren für alles rund um die Gesunderhaltung. Er hat sich dabei auf gesunde Ernährung, Prävention sowie Wasserfiltersysteme spezialisiert.

Passend dazu betreibt er seit 2013 einen YouTube-Kanal sowie persönlichen Blog rund um die Themen Ernährung, Gesundheit und Wohlbefinden.

Es gibt Menschen, bei denen das Sehvermögen deutlich nachlässt, sobald die nächtliche Dämmerung einsetzt. Während dies zu einem gewissen Maß vollkommen normal ist, sind manche stark eingeschränkt. Sie können nicht mehr mit dem Auto oder Fahrrad fahren, weil anscheinend eine so genannte Nachtblindheit besteht. Was das genau ist, welche Ursachen ihr zugrunde liegen und welche Hilfen existieren, wird in den nachfolgenden Zeilen erklärt.

Nachtblindheit: Die Definition

Tatsächlich gibt es nicht nur eine Form. Während viele diesen Umstand als bloße Floskel daher sagen, können Betroffene tatsächlich fast nichts im Dunklen sehen. Ihr Sehvermögen ist stark eingeschränkt und in manchen Situationen sind sie buchstäblich blind. Die Sinneszellen arbeiten nicht richtig, sodass die Anpassung der Augen an die Dunkelheit nur fehlerhaft funktioniert. In diesem Fall wird von einer “echten” bzw. essentiellen Nachtblindheit gesprochen.

Das einwandfreie Hell-Dunkel-Sehen bzw. Dämmerungssehen lässt sich aber auch von anderen Faktoren beeinflussen. So kann ein Vitamin-A-Mangel vorliegen oder eine beginnende Erkrankung macht sich auf diesem Wege bemerkbar.

Auf Nachtblindheit testen

Wichtig ist demnach zunächst, sich darauf testen zu lassen. Um herauszufinden, ob tatsächlich eine Nachtblindheit vorliegt und falls ja, welche Form davon. Zur Erkennung ist das Aufsuchen eines Augenarztes ratsam. Dieser kann anhand verschiedener Tests die Form feststellen.

Nach einer kurzen Anamnese mit entsprechenden Fragen, wird er folgende Untersuchungen durchführen:

  • Die sogenannte “Adaptometrie” gilt als zuverlässigste Methode, um die Diagnose zu stellen. Dafür verwendet der Augenarzt ein spezielles Gerät, welches die Adaption an die Dunkelheit analysiert1Quelle: Diagnose einer Nachtblindheit – https://www.netdoktor.de/krankheiten/nachtblindheit/ – Abgerufen am 12.09.2022. Passen sich die Augen nur langsam, zu wenig oder gar nicht an, liegt mit großer Wahrscheinlichkeit eine Nachtblindheit vor. Denn die Adaptometrie hat dann erkannt, dass die Wahrnehmung der geringstmöglichen Lichtintensität von der Norm abweicht.
  • Der zweite Test nennt sich “Nyktometrie” und wertet das Dämmerungssehen aus. Zudem lässt sich die Reaktion beim Blenden der Augen mit einer normalen Reaktion vergleichen. Der Arzt setzt dafür ein Nyktometer ein, welches verschiedene standardisierte Beleuchtungssituationen simuliert.
  • Es kommt ebenso eine Elektroretinografie (ERG) in Frage, um den Patienten auf Nachtblindheit zu testen. Dabei wird die Funktionalität der Stäbchen- sowie Zapfenzellen überprüft. Dabei gelangen Lichtblitze auf die Sinneszellen, um eine elektrische Antwort zu erhalten.

Ergänzend dazu, falls notwendig, wird der Arzt einen regulären Sehtest durchführen. Selten geht das Gefühl einer Nachtblindheit auf ein eingeschränktes Sichtfeld zurück. Dies würde die betroffene Person aber ebenso am Tage bemerken müssen.

Ein möglicher Vitamin-A-Mangel kann mittels Bluttest ausgeschlossen werden. Desweiteren ist zu prüfen, ob eine Erkrankung das Sehvermögen bei Nacht übermäßig stark beeinträchtigt.

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Die Diagnose einer bestehenden Nachtblindheit wird in der Regel vom Augenarzt gestellt. Manchmal arbeitet er dafür mit weiteren Fachärzten (bspw. einem Internisten) zusammen, um ganz sicher zu gehen.

Ursachen für eine Nachtblindheit

Der bereits angesprochene Vitamin-A-Mangel ist im europäischen Raum relativ selten. Andere Ursachen für die Nachtblindheit sind da weitaus wahrscheinlicher. Diese lassen sich in zwei Gruppen einteilen. Die angeborenen Faktoren bzgl. der Netzhaut und Erkrankungen, welche das schlechte Sehvermögen als Begleiterscheinung verursachen.

Die angeborene Nachtblindheit

Leider werden diverse Probleme durch die Familie weitergereicht. Eine erblich bedingte Form deutet auf eine Erkrankung hin, welche es zu identifizieren gilt. Möglich sind hierbei:

  • Bei Fundus albipunctatus gelingt es dem Auge deutlich langsamer, sich an die einsetzende Dunkelheit zu gewöhnen. Auf der Netzhaut sind zudem viele helle Pünktchen zu sehen2Quelle: Fundus albipunctatus – https://www.orpha.net/consor/cgi-bin/OC_Exp.php?lng=DE&Expert=227796 – Abgerufen am 13.09.2022.
  • Die kongenitale stationäre Nachtblindheit verschlimmert sich im Verlauf der Jahre meistens nicht. Es handelt sich dabei um eine nicht-progressive Stäbchen-Fotorezeptorstörung, welche das schlechte Sehvermögen bei Nacht verursacht3Quelle: Kongenitale stationäre Nachtblindheit – http://www.humangenetik-regensburg.de/files/humangenetik/institut/downloads_aerzte/netzhauterkrankungen/Kongenitale_stationaere_Nachtblindheit.pdf – Abgerufen am 13.09.2022.
  • Ebenso kann von Geburt an eine sogenannte Leber-Amaurose bestehen. Eine Erkrankung der Netzhaut, welche auf eine Funktionsstörung des Pigmentepithels zurückzuführen ist. Zeitgleich setzt eine stete Degeneration der Aderhaut am Auge ein4Quelle: Leber’sche kongenitale Amaurose – https://retina.ch/netzhauterkrankungen/lebersche-kongenitale-amaurose-lca/ – Abgerufen am 13.09.2022.
  • Ferner ist die Erkrankung Morbus Oguchi dafür bekannt, eine erblich bedingte Nachtblindheit hervorzurufen.

Nachtblindheit in Folge einer Erkrankung

Nachtblindheit - Ursachen, Symptome und Behandlung

Kann eine angeborene Nachtblindheit ausgeschlossen werden, so tritt sie in Verbindung mit einer späteren Erkrankung auf.

  • Bei manchen Diabetes-Patienten kommt es vor, dass sie mit der Zeit ihr Sehvermögen in der Nacht verlieren. In der Medizin wird von einer diabetischen Retinopathie gesprochen5Quelle: Diabetes und Augen – https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/augen/netzhaut/diabetische-retinopathie.html – Abgerufen am 13.09.2022.
  • Ebenso kann eine Entzündung der Aderhaut (Chorioiditis) entstehen, aus der sich dann eine Netzhautentzündung entwickelt. Die Diagnose zur Nachtblindheit lautet dann Chorioretinitis.
  • Auch von Patienten mit Grünem Star ist bekannt, dass das Glaukom eine Nachtblindheit auslösen kann.

Ferner existieren verschiedene Netzhauterkrankungen, welche für dieses Leiden verantwortlich sein können. Dasselbe gilt für einen Krebstumor im oder nahe dem Auge. In seltenen Fällen liegt die Ursache an einer anderen Stelle im Körper. Mediziner mussten schon eine Nachtblindheit bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) diagnostizieren. Sogar eine Fadenwurm-Infektion (Filariose) oder Lungentuberkulose hat das Potential dazu, die Nachtblindheit als Begleiterscheinung auszulösen.

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Menschen mit Nachtblindheit haben dieser entweder vererbt bekommen oder sie entstand durch eine spezifische Erkrankung.

Symptome

Im Zentrum steht ein stark vermindertes Sehvermögen bei Dämmerung sowie in der Nacht. Dies erschwert das Autofahren, Spazierengehen oder das Fahrradfahren erheblich. In schweren Fällen herrscht für die betroffene Person völlige Dunkelheit, während sich ihre Begleiter noch einwandfrei orientieren können.

Je nach Ursache können noch weitere Symptome in Erscheinung treten. Bspw. schränkt sich das Sehfeld ein. Manche Patienten berichten zudem von einem unkontrollierten Augenzittern (Nystagmus). Andere sind hingegen sehr empfindlich gegenüber Blendungen (bspw. im Straßenverkehr). Mitunter tritt die Nachtblindheit im Verlauf der Jahre in Kombination mit einer Farbenblindheit auf.

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Neben dem offensichtlichen Symptom der eingeschränkten Sehfähigkeit bei Nacht, kann es noch weitere negative Begleiterscheinungen geben.

Behandlung von Nachtblindheit

Viele Patienten würden sich wünschen, dass ihre Nachtblindheit nur an einem Vitamin-A-Mangel liegt. Doch bei einer halbwegs abwechslungsreichen Ernährung kommt diese Ursache nicht in Frage.

Bei einer leichten Form helfen speziell angefertigte Brillen. Diese sorgen für eine bessere Tiefenschärfe bei Dämmerung und in der Nacht. Sie reduzieren zugleich die Blendempfindlichkeit. Allerdings ist der Erfolg von Person zu Person unterschiedlich. Eine angeborene Nachtblindheit ist nach aktuellem Stand der Wissenschaft nicht heilbar.

Die Hoffnung liegt auf einer noch zu erforschenden Gentherapie. Manche Forschungen setzen auf das Potential der Stammzelltransplantation. Doch brauchbare Erfolge fehlen bislang. Womöglich stellt Netzhautimplantate in ferner Zukunft die richtige Lösung dar. Ansätze gegen eine angeborene Nachtblindheit sind demnach vorhanden.

Wurde die Nachtblindheit dagegen durch eine Erkrankung ausgelöst, kann eine fachgerechte Behandlung helfen. Bestenfalls gehen die Symptome weitestgehend zurück oder kehren nicht wieder.

Quellen & Verweise[+]

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