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Julian Deutsch

Julian Deutsch

Julian schreibt seit Jahren über Gesundheitsthemen und beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit neuen Forschungsergebnissen. Als Autor bei Gesundheitsreport möchte er seinen Lesern einen umfangreichen und informativen Einblick zu ausgewählten Themen geben und zugleich auf aktuelle Trends aufmerksam machen.

Obwohl Windpocken heute deutlich seltener auftreten als früher, stecken sich hierzulande jährlich noch immer mehr als 20.000 Menschen mit der Virusinfektion an1Rainer Radtke. www.statista.de. [Online] 08. Juni 2022. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/443476/umfrage/anzahl-registrierter-faelle-ausgewaehlter-kinderkrankheiten-in-deutschland/ – Aufgerufen am 15. Juni 2022. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich und Ihre Kinder schützen können.

Kurz und knapp – Die wichtigsten Informationen im Überblick

  • Windpocken sind ansteckend
  • Windpocken kommen weltweit vor
  • Man kann an Windpocken nur einmal erkranken
  • Beim Aufkratzen der juckenden Bläschen kann es zu einer bakteriellen Entzündung kommen
  • Windpocken sind meldepflichtig
  • Windpocken dauern bei Erwachsenen meiste etwas länger

Windpocken – Was ist das überhaupt?

Bei Windpocken handelt es sich um eine ansteckende Viruskrankheit, die vor allem bei Kindern auftritt. Sie werden durch Varizella-Zoster-Zellen verursacht und sind hochgradig ansteckend. Im Zuge der Erkrankung klagen viele Betroffene über einen schmerzhaften Hautausschlag. Nach einer überstandenen Krankheit bleiben die Viren im Körper. Sie können Jahre später wieder aktiv werden und eine Gürtelrose verursachen.

Ansteckung

Windpocken nutzen verschiedenen Ansteckungswege, um auf den menschlichen Organismus überzuspringen. In den meisten Fällen werden Windpocken von Mensch zu Mensch übertragen. Hierbei reicht es bereits aus, wenn Infizierte das Virus über Husten, Niesen oder Atmen in der Luft verbreiten und eine andere Person kleinere Speicheltröpfchen einatmet. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung verdeutlicht in diesem Zusammenhang: „Fast jeder Kontakt zwischen einer ungeschützten Person und einem an Windpocken Erkrankten führt zu einer Ansteckung. Besonders ansteckend ist auch die Flüssigkeit der Bläschen, wenn diese platzen. So können die Viren beim Kratzen des Ausschlags oder der Krusten an Hände gelangen und dann von Hand zu Hand weitergegeben werden2www.infektionsschutz.de. [Online] https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/windpocken-guertelrose/ – Aufgerufen am 15. Juni 2022.“

Windpocken können ebenfalls über den Kontakt mit verunreinigten Gegenständen übertragen werden. Gefahren lauern beispielsweise auf Türklinken oder Toilettendeckeln. Darüber hinaus kann es in seltenen Fällen zu einer Übertragung auf das Neugeborene in der Schwangerschaft kommen.

Symptome

Ein allgemeines Krankheitsgefühl steht meist am Beginn einer Windpockeninfektion. In einigen Fällen klagen Betroffene bereits kurz nach der Infektion über leichtes Fieber, jedoch beträgt die Inkubationszeit im Allgemeinen in etwa zwei Wochen3Mareike Müller, Sabine Schrör. www.netdoktor.de. [Online] https://www.netdoktor.de/krankheiten/windpocken/ – Aufgerufen am 15. Juni 2022. In der Folge entwickelt sich dann der typische, stark juckende Hautausschlag – zunächst am Kopf und Rumpf, später dann über den ganzen Körper. Die roten Flecken wandeln sich rasch in Knötchen und später in wasserhaltige Bläschen um. Diese vertrocknen nach ein bis zwei Tagen wieder und verkrusten. Über drei bis fünf Tage bilden sich neue immer wieder neue Windpocken. Bei Erwachsenen verläuft die Windpockenerkrankung meist schwerer als bei Kindern. Nach dem Abheilen die Krusten sind Betroffene nicht mehr ansteckend. Wer einmal an Windpocken erkrankt, ist in der Regel für sein gesamtes Leben immun.

Folgen

Beim Aufkratzen der juckenden Bläschen kann es zu einer bakteriellen Entzündung kommen. In der Folge steigt das Risiko für eine Narbenbildung. Erwachsen klagen meist über ein stärkeres Krankheitsgefühl, zeitgleich steigt im Erwachsenenalter das Komplikationsrisiko. Demnach entwickelt in etwa jeder fünfte Erwachsene im Zuge der Windpockeninfektion eine Lungenentzündung. Schwangere Frauen gelten als besonders gefährdet4Mareike Müller, Sabine Schrör. www.netdoktor.de. [Online] https://www.netdoktor.de/krankheiten/windpocken/ – Aufgerufen am 15. Juni 2022. Darüber hinaus kann eine Windpockeninfektion im ersten Trimester der Schwangerschaft mit schwerwiegenden Folgen (z.B.: Fehlbildungen) für das ungeborene Kind einhergehen. Hierbei sprechen Experten von einem fetalen Varizellensyndrom (kurz FVS).

Gürtelrose

Bei Gürtelrose (Herpes zoster) handelt es sich um einen halbseitigen Hautausschlag, der mit starken Schmerzen einhergeht. Nur Menschen, die bereits Windpocken hatten, können an Gürtelrose erkranken. Hierbei aktiviert der Körper die verbleibenden Windpockenviren erneut. Dadurch bilden sich starke Rötungen und Bläschen, deren Inhalt ansteckend ist. Gürtelrose tritt in den meisten Fällen in einem höheren Alter auf.

Selten kann es im Zuge einer Windpockeninfektion zu einer Schädigung des Nervensystems kommen.

Diagnose

Windpocken treten meist in einem typischen Erscheinungsbild auf, sodass dem Arzt keine spezifische Diagnostik benötigt. Im Gegenzug können zur Klärung atypische Krankheitsbilder verschiedene Verfahren zum Einsatz kommen. Das RKI erklärt in diesem Zusammenhang, wann eine Labordiagnostik ratsam sein kann: „Methode der Wahl ist der VZV-Nukleinsäurenachweis mit Hilfe der Polymerase-Kettenreaktion (PCR). Diese Methode ist besonders wichtig zur sicheren Klärung atypischer Krankheitsbilder, bei denen der Verdacht auf eine VZV-Infektion vorliegt sowie bei immundefizienten Personen. Weiterhin kommt für die Diagnostik der Antigennachweis durch den direkten Immunfluoreszenztest in Betracht. Der unmittelbare Erregernachweis kann durch Virusisolierung mittels Zellkulturen durchgeführt werden, ist aber aufwändig, langwierig und wenig sensitiv5www.rki.de. [Online] https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Varizellen.html;jsessionid=16F52C18382F7769140DC5467789BB56.internet052#doc2374554bodyText6 – Abgerufen am 15. Juni 2022.“

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Wer in seinem Leben bereits einmal an Windpocken erkrankt ist, hat in der Regel eine lebenslange Immunität.

Präventionsmaßnahmen

Windpocken - Ursachen, Symptome und Behandlung

Windpocken-Viren breiten sich besonders schnell aus und sind sehr ansteckend. Aus diesem Grund steigt das Infektionsrisiko in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten. Zur Prophylaxe gibt es eine Impfung, die seit dem Jahr 2004 allgemein in Deutschland empfohlen wird. „Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfiehlt allen Kindern die Varizellenimpfung mit 2 Impfstoffdosen vorzugsweise im Alter von 11 bis 14 Monaten (1. Impfung) und 15 bis 23 Monaten (2. Impfung)6www.rki.de. [Online] https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/Varizellen/FAQ-Liste_Varizellen_Impfen.html;jsessionid=0B7054E352834DFED1D83AF4BAACC337.internet081?nn=2375548 – Abgerufen am 15. Juni 2022.“ Sollte die Impfung in dem empfohlenen Alter nicht erfolgt sein, kann diese bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. Darüber hinaus empfiehlt die STIKO bisher ungeimpften und noch nicht an Windpocken erkrankten Menschen mit besonderen gesundheitlichen Risiken eine Impfung gegen Varizellen. Weiter wird eine Empfehlung für seronegative Frauen mit Kinderwunsch und seronegatives Personal im Gesundheitsdienst ausgesprochen.

Behandlung

Die meisten Windpockeninfektionen verlaufen bei Kindern harmlos und heilen von selbst ab. In der Behandlung konzentriert sich der Arzt hierbei primär auf eine Linderung des auftretenden Juckreizes und verschreibt spezielle Salben oder Gele. Wenn im Zuge der Erkrankung Symptome wie Fieber auftreten, kommen in der Regel Medikamente wie Paracetamol zum Einsatz. Es gilt zu beachten, dass der Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) bei Kindern und Jugendlichen höchstens unter ärztlicher Anweisung angewendet werden darf, da der Wirkstoff das gefährliche Reye-Syndrom auslösen kann.

Bei einem schweren Verlauf verschreibt der Arzt in der Regel spezielle „Virostatika“, die eine Ausbreitung der Viren verhindern.

Quellen & Verweise[+]

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