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Vahidin Cerim

Vahidin Cerim

Schreibt seit Jahren leidenschaftlich zu Gesundheits- und Wohlfühlthemen, sowohl on- als auch offline. Hilft mit konkreten Tipps anderen dabei, ein gesünderes Leben zu führen und schlechte Gewohnheiten loszuwerden. Obwohl er auch selbst kaffeesüchtig ist.

Ein genussvoller Biss in das Gebäck bedeutet für viele Menschen den Beginn von Verdauungsproblemen und Bauchschmerzen. Das sind oft die ersten und deutlichsten Hinweise auf eine Glutenunverträglichkeit. Das sind aber leider nicht die einzigen Symptome, die auf eine Glutenintoleranz hinweisen.

Nachfolgend werden die sieben häufigsten Anzeichen für eine Glutenunverträglichkeit genauer erläutert, was Betroffenen hoffentlich dabei helfen wird, ihre Symptome zu erkennen und einordnen zu können.

Was ist eine Glutenunverträglichkeit und warum entsteht sie?

Bei der Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) handelt es sich um eine chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut. Diese entsteht aus Überempfindlichkeit gegenüber Gluten, das umgangssprachlich als Klebereiweiß bezeichnet wird und in fast allen Getreidesorten enthalten ist.

Die Glutenunverträglichkeit gilt als eine Kombination aus Autoimmunkrankheit und allergischer Reaktion: Zum einen bildet der Körper Abwehrstoffe gegen das eigene Gewebe und zum anderen kann es zu Veränderungen auf der Haut kommen, wie bei einer allergischen Reaktion. Es können aber auch Umwelteinflüsse und die genetische Veranlagung zur Glutenintoleranz führen.

In vielen Fällen werden die Darmepithelzellen durch die Entzündung der Dünndarmschleimhaut zerstört. Der Körper kann dadurch die Nährstoffe schlechter aufnehmen und verdauen.

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Eine Glutenunverträglichkeit ist eine Autoimmunerkrankung (Bildung von Antikörpern) und zugleich eine allergische Reaktion auf die Einnahme von Gluten. Die Erkrankung kann nicht geheilt werden, allerdings können die Symptome durch Nahrungsumstellung verhindert und gelindert werden.

Diese Anzeichen deuten auf eine Glutenintoleranz hin

Die Anzahl der Personen in Deutschland, die in den letzten fünf Jahren (2018 bis 2022) glutenfreie Lebensmittel gekauft haben, ist kontinuierlich gestiegen und beträgt inzwischen 2,1 Millionen1Konsum glutenfreier Lebensmittel in Deutschland 2022 – https://de.statista.com/statistik/daten/studie/452635/umfrage/umfrage-in-deutschland-zum-konsum-glutenfreier-lebensmittel/ – abgerufen am 07.12.2022.

Betroffene von einer Glutenunverträglichkeit dürfen nämlich keine mit Gluten belasteten Lebensmittel zu sich nehmen und müssen für ausreichend Bewegung, Schlaf und möglichst wenig Stress sorgen. In den meisten Fällen können die Betroffenen, die sich an diese Vorschriften halten, ein symptomfreies Leben führen.

Das Wichtigste für den Anfang ist daher, dass die Betroffenen die nachfolgenden Symptome einer Glutenunverträglichkeit nicht ignorieren, sondern aufmerksam wahrnehmen und unbedingt Absprache mit einem Arzt darüber halten, um sofort mit einer Behandlung2Diagnostik und Therapie der Zöliakie – https://www.aerzteblatt.de/archiv/150736/Diagnostik-und-Therapie-der-Zoeliakie – abgerufen am 7.12.2022 zu starten.

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Eine Glutenunverträglichkeit kann leider nicht geheilt, jedoch können die Symptome gelindert werden, indem sich die Betroffenen strikt an eine glutenfreie Diät halten.

1. Die Verdauung streikt

Einer Glutenunverträglichkeit manifestiert sich sehr oft durch Verdauungsprobleme wie Verstopfung, Durchfall, Blähungen und Völlegefühl. Gelegentliche Verstopfung und Durchfall bedeuten jedoch nicht automatisch, dass es sich um eine Glutenunverträglichkeit handelt. Passiert es jedoch häufiger, sollte diesen Symptomen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.

So kann auch der Stuhlgang bei Betroffenen mit einer Glutenunverträglichkeit sehr unangenehm riechen und zum Teil eine fahle Farbe haben, was an der schlechten Nährstoffaufnahme liegt. Ähnlich wie bei Verstopfung und Durchfall können auch ein Völlegefühl und Blähungen hin und wieder normal sein, doch beim wiederholten Auftreten sollten auch diese Symptome ernst genommen werden.

Sogar mehr als 25 % aller glutensensitiven Menschen leiden an Verstopfung und 50 % haben regelmäßig Durchfall. Regelmäßige Durchfälle können wiederum zu Dehydrierung, Verlust von Elektrolyten und Schwindelgefühl führen, weshalb der Betroffene bei solchen Symptomen umgehend an einen Arzt aufsuchen sollte, der supportive Maßnahmen einleiten wird3Aktualisierte S2k-Leitlinie Zöliakie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) – https://www.dgvs.de/wp-content/uploads/2021/12/Leitlinie-LL-Zo%CC%88liakie_final_13.12.21.pdf – abgerufen am 07.12.2022.

2. Schmerzen treten häufiger auf

Mindestens 10 % der westlichen Bevölkerung leiden an regelmäßiger Migräne, jedoch können Kopfschmerzen auch ein Symptom der Glutenunverträglichkeit sein. Treten Kopfschmerzen und Migräne öfter auf, sollte von einem Arzt abgeklärt werden, ob die Ursache für diese Beschwerden nicht vielleicht eine Glutenintoleranz ist.

Der Verzehr von Gluten führt bei Menschen mit einer Zöliakie zu Entzündungen und Schmerzen in Gelenken und Muskeln. Zudem kann sich eine Glutenintoleranz durch eine Neuropathie äußern, die sich als ein Taubheitsgefühl in Armen und Beinen manifestiert. Häufig treten diese Beschwerden bei Betroffenen auf, die einen Vitamin-B-12-Mangel aufweisen und unter Diabetes leiden.

Das wohl häufigste Schmerzsymptom einer Glutenintoleranz sind Unterleibsschmerzen: Etwa 83 % der untersuchten Patienten, die unter einer Glutenunverträglichkeit leiden, haben auch Unterleibsschmerzen als Symptom angegeben.

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Neben Kopfschmerzen und Migräne können auch Gelenkschmerzen und Taubheitsgefühl sowie Unterleibsschmerzen auftreten.

3. Veränderungen auf der Haut

Die Haut gilt als ein Abbild der Gesundheit eines Menschen. Eine Glutenunverträglichkeit kann jedoch eventuelle Veränderungen auf der Haut auslösen, die sich sehr oft durch Dermatitis herpetiformis manifestieren. Dabei handelt es sich um einen autoimmunen Hautzustand, der sich durch juckende, kleine Bläschen bemerkbar macht.

Wird aber eine glutenfreie Ernährung eingehalten, können die Symptome der Hautveränderung gelindert werden – auch bei anderen Krankheitsbildern der Haut wie z. B. einer chronischen Nesselsucht, dem kreisrunden Haarausfall oder Schuppenflechte.

Hinweis: Eine Umstellung auf glutenfreie Ernährung ist nur für diejenigen Menschen sinnvoll, bei denen auch eine Glutenunverträglichkeit diagnostiziert wurde. Denn diese Nahrungsumstellung ist in der Regel mit hohen Kosten und einem enormen Aufwand verbunden.

4. Anfälliger für andere Autoimmunerkrankungen

Da es sich bei einer Glutenunverträglichkeit um eine Autoimmunerkrankung handelt, werden bestimmte Antikörper vom Immunsystem gebildet, die den Verdauungstrakt angreifen. Daher ist es keine Seltenheit, dass die Betroffenen dadurch auch für andere Autoimmunerkrankungen anfälliger sind.

Solche Menschen leiden neben der Glutenintoleranz auch oft an einer autoimmunen Schilddrüsenerkrankung, an Diabetes Typ 1, einer entzündlichen Darmerkrankung oder einer autoimmunen Lebererkrankung. Es entsteht ein Teufelskreis.

Die Anzahl der Menschen, die an einer Glutenunverträglichkeit leiden, ist laut dem Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der TU München gestiegen4Studie: Steigende Unverträglichkeit liegt nicht an höherem Gehalt an Gluten im Weizen – https://www.businessinsider.de/wissenschaft/gesundheit/steigende-unvertraeglichkeit-liegt-nicht-an-mehr-gluten-im-weizen-zeigt-studie-r6/ – abgerufen am 7.12.2022.

5. Psychische Krankheiten

Die Depression gilt als eine der größten Volkserkrankungen. So sind derzeit an einer behandlungsbedürftigen Depression etwa 5 % der deutschen Bevölkerung erkrankt, was ungefähr 4 Millionen Menschen betrifft. Auch Betroffene von einer Glutenunverträglichkeit, die mit Verdauungsproblemen zu kämpfen haben, sind anfälliger für psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen und Panikattacken

Die Depression und Angststörungen werden durch verschiedene Faktoren begünstigt, wie z. B. durch niedrige Serotoninwerte, die Darmfloraveränderung durch Gluten-Exorphine sowie vermehrt schädliche Bakterien im Verdauungstrakt. Zöliakie-Betroffene haben ein Risiko von 15.4 % an einer Angststörung zu erkranken5Die 100 Symptome der Zöliakie – https://www.tellmed.ch/include_php/previewdoc.php?file_id=17699 – abgerufen am 07.12.2022.

6. Plötzlicher Gewichtsverlust durch Glutenintoleranz

Wer plötzlich an Gewicht verliert, sollte seinen Zustand aufmerksam beobachten und sich an einen Arzt wenden, um dieses Symptom genauer abzuklären. Denn gerade ein plötzlicher Gewichtsverlust kann auf eine Glutenunverträglichkeit hindeuten. Etwa 2/3 der untersuchten Betroffenen mit einer Glutenintoleranz haben ein halbes Jahr vor der Diagnose plötzlich an Gewicht verloren. Der Gewichtsverlust durch eine Glutenintoleranz rührt von der Mangelernährung sowie diversen Verdauungsproblemen her, mit denen die Betroffenen kämpfen müssen.

7. Chronische Müdigkeit durch Eisenmangel

Da die Betroffenen bei einer Glutenunverträglichkeit unter einer Mangelernährung leiden, kann es auch zu einem Eisenmangel kommen. Dieser macht sich sehr oft durch Konzentrationsstörungen, leichte Erregbarkeit, trockene Haut, Blasse oder auch Kopfschmerzen bemerkbar. Denn die Nährstoffe im Dickdarm werden bei einer Glutenintoleranz schlechter aufgenommen, wodurch auch weniger Eisen dem Organismus zur Verfügung gestellt wird.

Der Eisenmangel ist daher ein häufiges Symptom einer Glutenunverträglichkeit, sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern. Es ist zwar nicht ungewöhnlich, sich ab und zu müde zu fühlen, doch wenn dieses Gefühl dauerhaft anhält, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Häufig fühlen sich Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit schlapp und müde, besonders nach der Einnahme von glutenhaltigen Nahrungsmitteln.

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Müdigkeit und Energielosigkeit stehen oft im Zusammenhang mit einem Eisenmangel, zu dem es durch die schlechte Nährstoffaufnahme bei einer Glutenunverträglichkeit kommt.

Fazit

Sieben Anzeichen für eine Glutenunverträglichkeit

Häufige Symptome einer Glutenunverträglichkeit sind Verdauungsprobleme wie Verstopfung, Durchfall, Blähungen und Völlegefühl, aber auch andere Beschwerden wie Gelenk-, Unterleib- und Kopfschmerzen. Zudem sind Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit anfälliger für psychische Krankheiten sowie für weitere Autoimmunerkrankungen.

Durch die Glutenunverträglichkeit ist der eigene Körper nicht in der Lage, genug Eisen aus der Nahrung aufzunehmen. Dadurch kommt es zu Eisenmangel, der sich durch Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Konzentrationsschwäche und Energielosigkeit manifestieren kann. Eine Glutenintoleranz zeigt sich aber auch durch einen plötzlichen Gewichtsverlust.

Menschen, die einige dieser Anzeichen bei sich bemerkt haben, sollten dringend einen Arzt aufsuchen, um sich auf eine Glutenunverträglichkeit untersuchen zu lassen. Nach einer Diagnose und Ernährungsumstellung können die Betroffenen bald wieder ein ganz normales – glutenfreies – Leben führen.

Quellen & Verweise[+]

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