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Vahidin Cerim

Vahidin Cerim

Schreibt seit Jahren leidenschaftlich zu Gesundheits- und Wohlfühlthemen, sowohl on- als auch offline. Hilft mit konkreten Tipps anderen dabei, ein gesünderes Leben zu führen und schlechte Gewohnheiten loszuwerden. Obwohl er auch selbst kaffeesüchtig ist.

In Deutschland leben rund 1,6 Millionen Menschen mit Demenz – und zwei Drittel davon leiden an Alzheimer-Demenz. Damit handelt es sich bei Alzheimer um die häufigste Demenzkrankheit, die auch unter der Bezeichnung Morbus Alzheimer oder Alzheimer-Demenz bekannt ist. Bis heute sind die Ursachen von Alzheimer nicht vollständig erforscht.

Betroffene Personen werden durch das Absterben von Nervenzellen zunehmend vergesslich, orientierungslos und verwirrt. Auch das Verhalten und die Persönlichkeit ändern sich im Verlauf der Krankheit. Viele Betroffene werden depressiv, aggressiv oder unruhig. Zudem lassen die Sprachfähigkeit und das Urteilsvermögen nach.

Doch was führt eigentlich zu Alzheimer, welche Symptome deuten auf die Krankheit hin und wie wird sie behandelt? Antworten auf diese Fragen werden im Anschluss gegeben.

Was wird unter der Alzheimer-Krankheit verstanden?

Obwohl Alzheimer auch Alzheimer-Demenz genannt wird, ist nicht jede Demenz automatisch eine Alzheimer-Erkrankung. Doch Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz. Die Alzheimer-Erkrankung wird korrekt als „Demenz vom Alzheimer Typ“ bezeichnet, häufig auch Morbus-Alzheimer. Im normalen Sprachgebrauch sind vor allem die Bezeichnungen Alzheimer-Demenz und Alzheimer-Krankheit weit verbreitet.

Alzheimer ist eine schwere Gehirnerkrankung, bei der Nervenzellen absterben und die geistige Leistungsfähigkeit des Betroffenen nachlässt. Diese eigenartige Krankheit der Hirnrinde beschrieb Alois Alzheimer noch im Jahr 1906, sodass die Erkrankung heute seinen Namen trägt.

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Bei Alzheimer handelt es sich um eine fortschreitende und nicht heilbare Krankheit, bei der Nervenzellen im Gehirn absterben. In der Folge verändert sich die Persönlichkeit der betroffenen Person und seine geistige Leistungsfähigkeit nimmt stetig ab.

Was sind die Ursachen für Alzheimer-Demenz?

Trotz jahrzehntelanger Forschung konnten die genauen Ursachen für Alzheimer noch immer nicht abschließend aufgeklärt werden. Allerdings gilt es inzwischen als bewiesen, dass für die Alzheimer-Erkrankung zwei verschiedene Eiweißablagerungen1Alzheimer: Ursachen, Symptome, Behandlung – https://www.tena.de/angehoerige-pflegen/inkontinenz-und-gesundheit/demenz-und-inkontinenz/alzheimer – abgerufen am 12.09.2022 kennzeichnend sind:

Beta-Amyloid-Plaques

Hierbei handelt es sich um ein durch eine chemische Reaktion im menschlichen Organismus entstandenes natürliches Eiweiß. Es entsteht aus dem Amyloid-Vorläuferprotein. Das Eiweiß kann durch ein gesundes Gehirn problemlos und selbständig zersetzt und abgebaut werden, doch der natürliche Abbauprozess verändert sich bei einem Gehirn, der an Alzheimer erkrankt ist. Es bilden sich Beta-Amyloid-Proteine, die sich verklumpen, ansammeln und zwischen den Nervenzellen im Gehirn ablagern. Und der menschliche Organismus ist nicht mehr in der Lage, die sogenannten Beta-Amyloid-Plaques abzubauen.

Tau-Fibrillen

Das sogenannte Tau-Protein ist im Inneren von Hirnzellen verortet. Es trägt unter anderem die Verantwortung dafür, Teile einer Struktur zu bilden, nämlich der Mikro-Röhrchen (Tubuli). Diese Tubuli helfen dem menschlichen Organismus dabei, von einem Teil der Nervenzelle zum anderen essenzielle Nährstoffe und andere wichtige Substanzen zu transportieren.

Das Tau-Protein ist aber bei Alzheimer-Betroffenen chemisch verändert, sodass es sich in den Nervenzellen in Form von Tau-Fibrillen (Fasern) ablegt. Dadurch verlieren die Nervenzellen an Funktion und Form und schlussendlich zerfallen sie.

Diese zwei Typen von Eiweißablagerungen sind dafür verantwortlich, dass Nervenzellen und Zellverbindungen über Jahre hinweg absterben. Wenn dies in Gehirnregionen geschieht, die für die Sprache, Orientierung sowie das Denken zuständig sind, können sie einen erheblichen Schaden anrichten und beim Betroffenen für gravierende Beeinträchtigungen sorgen.

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Alzheimer ist eine nicht heilbare Gehirnerkrankung, bei der die Nervenzellen absterben und verschiedene Gehirnfunktionen des Betroffenen beeinträchtigen können.

Welche Risikofaktoren gibt es bei Alzheimer?

Das Lebensalter gilt als der wichtigste Risikofaktor für die Alzheimererkrankung2Alzheimer: Symptome, Ursachen, Therapie – https://www.onmeda.de/krankheiten/alzheimer-id200439/ – abgerufen am 12.09.2022. Demnach steigt die Erkrankungshäufigkeit mit dem Alter sprunghaft an. Etwa 97 % aller Betroffenen sind über 65 Jahre alt. Auch bestimmte Genveränderungen spielen eine Rolle bei der Risikoerhöhung von Alzheimer. Bisher konnte der Einfluss des Geschlechts nicht eindeutig aufgeklärt werden, wenngleich Frauen im Vergleich zu Männern doppelt so oft an Alzheimer erkranken.

Neben dem Alter und der Genveränderung gibt es auch die folgenden Risikofaktoren, die die Alzheimer-Erkrankung begünstigen:

  • starkes Übergewicht (Adipositas)
  • Alkohol und Nikotin
  • Diabetes mellitus
  • hoher Cholesterinspiegel (Hypercholesterinämie)
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Schilddrüsenüberfunktion oder Schilddrüsenunterfunktion
  • Schlaganfall
  • Herzinfarkt
  • Häufige Schädelhirntraumata
  • ungesunde Ernährung (gesättigte Fettsäuren, rohes und fettes Fleisch)

Was sind die ersten Anzeichen?

Alzheimer – Ursachen, Symptome und Behandlung

Die Erkrankung bleibt charakteristischerweise über eine lange Zeit nahezu symptomlos, wodurch eine frühe Diagnose sehr schwierig ist. Ein schleichender Verlauf beginnt erst nach und nach. Gedächtnisstörungen und verminderte Konzentrationsfähigkeit sind meistens die ersten Anzeichen für Alzheimer.

Am Anfang der Erkrankung werden neu erlebte Dinge leicht vergessen und Betroffene können sich nicht mehr gut daran erinnern3Alzheimer: Symptome & Behandlung der Krankheit – https://www.gesundheit.de/krankheiten/gehirn-und-nerven/alzheimer-und-demenz/alzheimer – abgerufen am 12.09.2022. Das Langzeitgedächtnis weist vergleichsweise erst viel später Lücken auf. Dann kommt es zuerst zu Schwierigkeiten der örtlichen und zeitlichen Orientierung und danach zu fehlenden Erinnerungen zu der aktuellen Situation oder der eigenen Person.

Neben der Einschränkung von Orientierung und Gedächtnis können auch weitere Merkmale von Alzheimer auftreten, darunter:

  • Abnahme des Geruchssinns
  • beeinträchtigtes Urteilsvermögen, wie z. B. bei der passenden Kleiderwahl im Winter und Sommer
  • vermehrtes Verlegen von Gegenständen an nicht passenden Stellen (z. B. Klopapier in den Kühlschrank)
  • Störungen in der Ausführung zielgerichteter Bewegungen
  • Sprachstörungen (Wortverwechslungen ähnlicher Begriffe wie Katze statt Hund oder Wortfindungsstörungen sowie häufige Wiederholungen)
  • Störung der Sinnesverarbeitung bspw. beim Abschätzen von räumlichen Dimensionen oder beim Erkennen von vertrauten Gesichtern oder Bildern
  • Einschränkungen im Umgang mit Zahlen, wie z. B. beim Rechnungsbegleichen
  • Verlust der Schreibfähigkeit
  • Nicht-Erkennen von Wörtern oder Buchstaben
  • Stuhl- und Harninkontinenz
  • Störungen des Schlaf- und Wachrhythmus

Die Betroffenen ziehen sich aufgrund der Unsicherheit immer mehr vom sozialen Leben zurück, zeigen weniger Eigeninitiative als früher und geben ihre Hobbys auf. Eine Zeit lang bleibt die Persönlichkeit zunächst unverändert. Später können aber Persönlichkeitsveränderungen sehr ausgeprägt und in verschiedenen Formen auftreten, unter anderem als:

  • aggressives Verhalten
  • Unwohlsein und Misstrauen in fremder Umgebung
  • depressive Verstimmung durch emotionale Belastung
  • wahnhafte Theorien als Erklärungsversuche

Diagnose von Alzheimer

Obwohl die Erkrankung immer noch als unheilbar gilt, ist eine frühe Diagnose von großer Bedeutung für den weiteren Verlauf der Krankheit. Es gibt einige Medikamente, die vor allem in den frühen Stadien der Krankheit gut wirken und die auftretenden Symptome lindern können. Der erste Kontakt sollte dabei der Hausarzt sein. Dieser wendet sich dann bei Bedarf auch an Fachärzte wie Neurologen.

Die folgenden Methoden werden zur Diagnose von Alzheimer angewendet4Alzheimer-Demenz: Definition, Symptome & Verlauf – https://www.pflege.de/krankheiten/demenz/alzheimer/ – abgerufen am 12.09.2022:

  • Anamnese (Krankheitsbild) stellen: Hier erfasst der Arzt die persönliche Krankheitsgeschichte des Betroffenen
  • körperliche Untersuchung: Abhorchen, Tast- und Klopfuntersuchung, Blutdruckmessung
  • Labortests: Um andere körperliche Erkrankungen auszuschließen, kommt vor allem die Labordiagnostik von Blut und Urin zur Anwendung
  • Liquordiagnostik: Bei der Untersuchung der Rückenmarksflüssigkeit wird nach Eiweißablagerungen gesucht, um Alzheimer auszuschließen oder zu bestätigen
  • Demenz-Test bzw. psychometrische Tests: Fragen und kleine Aufgaben (MoCa-Test, Mini-Mental-Status Test, DemTect-Test oder Uhrentest) für den Betroffenen, um die geistige Leistungsfähigkeit abzuklären
  • Gentests dienen dazu, um abzuklären, ob es sich um eine vererbte, seltene Alzheimerform handelt
  • bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomographie (MRT) bzw. Computertomographie (CT), die im Bereich des Schläfen- und Scheitellappens eine Verminderung des Hirnvolumens aufzeigen können

Derzeit befinden sich aussagekräftige Bluttests zur Früherkennung von Alzheimer noch in Entwicklung (Stand 2022).

Behandlung und Vorbeugung von Alzheimer

Es gibt zwar Medikamente, die im frühen Stadium von Alzheimer gut wirken und die Symptome lindern können, jedoch ist die Krankheit an sich noch immer nicht heilbar. Medikamente wie Acetylcholinesterase-Hemmer und Memantine können Verhaltensstörungen wie Wahnvorstellungen oder Aggressivität verbessern und das Fortschreiten von Alzheimer leicht bremsen. Ginkgo biloba soll als pflanzlicher Wirkstoff die demenziell bedingten Leistungseinschränkungen verringern5Alzheimer: Ursachen, Symptome & Behandlung – https://www.meine-gesundheit.de/krankheit/krankheiten/alzheimer – abgerufen am 12.09.2022.

Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht der Medikamente, die bei der Behandlung von Alzheimer zur Anwendung kommen sowie ihre Wirkung:

Medikament Wirkung
Acetylcholinesterase-Hemmer Wirkstoffe wie Rivastigmin, Galantamin und Donepezil hemmen das Enzym Cholinesterase, damit der Botenstoff Acetylcholin nicht gespalten wird. Im Gehirn spielt Acetylcholin bei allen Denkprozessen eine wichtige Rolle. Acetylcholinesterase-Hemmer haben die Aufgabe, die Acetylcholin-Menge im Gehirn zu erhöhen, um so die Denkleistung zu verbessern.
Memantine Memantine zählen zu den N-Methyl-D-Aspartat-Antagonisten, die eine Wirkung auf die NMDA-Rezeptoren haben. Durch die Verringerung der negativen Auswirkungen des Botenstoffs Glutamat werden die Nervenzellen geschützt. Nerven, die durch Memantin geschützt werden, sterben langsamer ab.
Ginkgo biloba Die Reizleistung an den Nerven wird durch Ginkgo biloba verbessert. Dafür aktivieren die Inhaltsstoffe der Pflanze im Gehirn die Bildungsstellen für die Botenstoffe Serotonin und Acetylcholin. In gewissem Maße erhöhen sich dadurch das Lernvermögen und die Gedächtnisleistung.
Psychopharmaka Mit Hilfe von Psychopharmaka und Psychotherapie können Symptome wie Aggressivität, Erregung, depressive Verstimmung und innere Unruhe behandelt werden.

Nicht-medikamentöse Therapie

Bei der Behandlung von Alzheimer spielen auch die nicht-medikamentösen Therapiemaßnahmen eine wichtige Rolle. Dadurch kann die Alltagsselbstständigkeit so lange wie möglich erhalten bleiben und der Verlust der geistigen Fähigkeit hinausgezögert werden. Im Rahmen der nicht-medikamentösen Therapie bei Alzheimer helfen zum Beispiel:

  • Realitäts-Orientierungs-Training, damit sich der Betroffene zeitlich und räumlich besser zurechtfinden kann
  • kognitives Training, um das Denkvermögen und die Lernfähigkeit zu trainieren
  • eine Verhaltenstherapie hilft, mit Depressionen, Ängsten, Aggressionen und Wut besser umzugehen
  • autobiografische Arbeit, um die Erinnerungen wachzuhalten
  • Ergotherapie kann die alltäglichen Fähigkeiten erhalten und fördern
  • Musik- und Kunsttherapie
  • Physiotherapie
  • Aromatherapie
  • Snoezelen (Sinnesstimulation wie Schmecken, Riechen, Tasten etc.)

Vorbeugung von Alzheimer

Eine Reihe von Präventionsmaßnahmen kann dazu beitragen, das Risiko einer Alzheimer-Erkrankung zu reduzieren, darunter6Alzheimer – Ursachen, Symptome und Therapie – https://www.heilpraxisnet.de/krankheiten/alzheimer/ – abgerufen am 12.09.2022:

  • Anwendung von Spermidin und Resveratrol
  • gesunde und ausgewogene Ernährung
  • ausreichend Bewegung
  • geistiges Training
  • Antioxidantien aus grünem und schwarzem Tee
  • Folsäure und andere B-Vitamine
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Alzheimer kann nicht geheilt werden, aber durch medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapien kann das Voranschreiten der Krankheit verlangsamt und die Symptome gelindert werden. Auch mit bestimmten Präventionsmaßnahmen kann das Alzheimerrisiko verringert werden.

Quellen & Verweise[+]

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