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Gesundheitsreport Redaktion

Die Redaktion von Gesundheitsreport.com besteht aus verschiedenen Expertinnen und Experten aus den Bereichen Gesundheit, Medizin, Vorsorge, Wissenschaft und Pharma. Die Kombination aus fachspezifischen Ausbildungen, langjähriger Expertise und Erfahrungen sorgen für fakten- und studienbasierte Inhalte für unsere Lesenden.

Mehr als zwei Millionen Menschen leiden in Deutschland an einer Histaminintoleranz1www.gesundheitsforschung-bmbf.de. [Online] https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/testen-statt-verzichten-schnelle-hilfe-bei-histamin-intoleranz-7001.php (Abgerufen am 23. Mai 2022) . Wenn der Körper mit Beschwerden auf den Konsum bestimmter Lebensmittel reagiert, beginnt für Betroffene oft eine lange Ursachenforschung, wobei die Symptome letztendlich auf einer Unverträglichkeitsreaktion gegen Histamin beruhen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren Ernährungsplan umstellen können.

Kurz und knapp – Die wichtigsten Informationen rund um das Thema „Histaminintoleranz“

  • Die Histaminmenge, die Betroffene aufnehmen können, ist individuell unterschiedlich
  • Bestimmte „Trigger“ können Symptome auslösen
  • Vitamin C kann den Histaminspiegel senken und Symptomatik verbessern2www.filderklink.de. [Online] https://www.filderklinik.de/fileadmin/default/mediapool/02_medizin/privatambulanz/downloads-schwerpunkte/Histaminintoleranz.pdf (Abgerufen am 23. Mai 2022)
  • Diagnose ist oft sehr schwierig
  • Ein niedriger DAO-Wert (Diaminooxidasekonzentration) kann Symptome verstärken
  • Eine Ernährungsumstellung ermöglicht in vielen Fällen Beschwerdefreiheit

Histaminintoleranz – Was ist das?

Bei einer Histaminintoleranz handelt es sich um eine Unverträglichkeitsreaktion gegen den Botenstoff Histamin. Nach dem Verzehr von histaminhaltigen Lebensmittel können bei Betroffenen allergische Beschwerden, Magen-Darm-Probleme und Atemwegsbeschwerden auftreten.

Was ist Histamin?

Histamin ist ein körpereigenes Amin, welches als Abbauprodukt aus der Aminosäure Histidin hervorgeht. Ein möglicher Auslöser für eine Histaminintoleranz könnte das körpereigene Enzym Diaminoxidase (DAO) darstellen. Das für den Abbau von Histamin zuständige Enzym ist bei Betroffenen weniger aktiv. In der Folge gerät der Histaminabbau ins Stocken und Symptome treten auf. Zudem können bestimmte Lebensmittel oder Medikamente das Enzym blockieren. Eine Studie unterstreicht diese These: „Nach der Aufnahme von histaminreicher Nahrung, Alkohol, histaminliberierenden oder DAO-blockierenden Medikamenten können bei insuffizientem Histaminabbau an verschiedenen Organen Symptome auftreten3Maintz, Laura, Bieber, Thomas und Novak, Natalija. aerzteblatt.de. [Online] 2006. https://www.aerzteblatt.de/archiv/53958/Die-verschiedenen-Gesichter-der-Histaminintoleranz (Abgerufen am 23. Mai 2022) .“

Symptome einer Histaminunverträglichkeit

Die Symptome einer Histaminintoleranz können von Mensch zu Mensch stark variieren. Generell können Betroffene unter den folgenden Symptomen leiden:

  • Verstopfte Nase
  • Laufende Nase
  • Niesen
  • Asthma
  • Atembeschwerden
  • Juckreiz
  • Hautausschlag
  • Geschwollene Augen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Blähungen
  • Durchfall
  • Migräne
  • Schwindel
  • Sodbrennen
  • Herzrasen
  • Blutdruckabfall
  • Kopfschmerzen

Histaminintoleranz erkennen

Histamin freisetzende Lebensmittel, sogenannte Liberatoren, können eine körperliche Reaktion auslösen, sobald eine bestimmte Toleranzschwelle überschritten wird. Da es kein gesichertes Verfahren gibt, um eine Histaminintoleranz nachzuweisen, führt die Diagnostik über das Ausprobieren, nachdem bestimmte Erkrankungen ausgeschlossen werden4Maintz, Laura, Bieber, Thomas und Novak, Natalija. aerzteblatt.de. [Online] 2006.https://www.aerzteblatt.de/archiv/53958/Die-verschiedenen-Gesichter-der-Histaminintoleranz (Abgerufen am 23. Mai 2022) . Bei dieser Differenzialdiagnostik werden Krankheiten, die ähnliche Symptome wie eine Histaminintoleranz auslösen, ausgeschlossen. Sollten aus diesen Untersuchungen kein Befund hervorgehen, spricht dies für eine mögliche Histaminunverträglichkeit. Nachdem der Arzt andere Allergien ausgeschlossen hat, folgt im nächsten Schritt eine Ernährungsumstellung. Von nun an stehen für etwa einen Monat histaminarme Lebensmittel auf dem Speiseplan und es wird geschaut, wie der Körper auf diese Umstellung reagiert. Im Gegensatz zu einem Histaminverzicht können Betroffene unter Anleitung eines Arztes einen Provokationstest durchführen, bei dem gezielt histaminreiche Kost verzehrt wird. Diese Methode findet jedoch nur selten Anwendung in der Praxis.

Behandlung

Nachdem eine Histaminintoleranz festgestellt wurde bzw. vieles für eine Unverträglichkeit gegen das Amin spricht, geht es nun darum, die Symptome zu lindern. Hierbei gelten eine histaminarme Ernährung und Medikamente als die gängigsten Behandlungsansätze. Die folgende Aufstellung, zeigt eine Liste von Lebensmittel, auf welche Betroffene in dieser Zeit weitestgehend verzichten sollten.

Histaminhaltige Lebensmittel

Ernährung bei Histaminintoleranz
  • Gereifter Käse
  • Tomaten
  • Alkohol
  • Wurst (etwa Salami, Cervelatwurst, Bratwurst, Schinken, Rohschinken)
  • Brennessel
  • Thunfisch
  • Makrele
  • Hering
  • Spinat
  • Sauerkraut
  • Ketchup
  • Avocado
  • Erdnüsse
  • Kakao
  • Aubergine
  • Hefebrot
  • Steinpilze
  • Schwarzer Tee
  • Walnüsse

Neben den histaminhaltigen Lebensmittel gelten Zitrusfrüchte, Eier, Pfifferlinge und Schokoladen als Histaminliberatoren. Diese Lebensmittel erzeugen demnach Histamin im eigenen Körper.

Das Allergiezentrum Schweiz äußert sich wie folgt: „Im Allgemeinen sind Lebensmittel zu meiden, die Gärungs-, Reifungs- oder Fermentationsprozesse durchgemacht haben. Etwa alles mit Alkohol, Essig, Hefe und Bakterien. Dazu gehören Konserven, Fertigprodukte, Halbfertigprodukte, Wein, warmgehaltene oder wieder aufgewärmte Speisen und lang gelagerte Produkte5www.ndr.de. [Online] 31. Januar 2022. https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Ernaehrung-beim-Mastzellaktivierungssyndrom,mastzellaktivierungssyndrom102.html (Abgerufen am 23. Mai 2022) .“ Darüber hinaus empfehlen viele Experten ein Ernährungstagebuch. Hier können Betroffene eintragen, auf welche Lebensmittel sie mit Symptomen reagieren.

Welche Lebensmittel sind erlaubt?

Wer eine histaminarme Diät umsetzen möchte, sollte sich im Vorfeld über die dazugehörigen Ernährungstipps informieren und bestimmte Grundsätze verfolgen. Kaufen Sie Fleischware, Fisch und Gemüse stets frisch ein und verzehren Sie die Lebensmittel im Anschluss zügig, da der Histamingehalt mit der Lagerungszeit ansteigt. Ebenso sollten Sie es vermeiden, Fisch- und Fleischgerichte erneut aufzuwärmen. Verzichten Sie nach Möglichkeit gänzlich auf Alkohol, da dieser den Abbau von Histamin hemmt. Zudem weitet Alkohol die Blutgefäße, wodurch Symptome weiter verstärkt werden. Alkoholische Drinks sollten nicht zu Mahlzeiten oder in Kombination mit histaminreichen Lebensmitteln konsumiert werden. Die folgende Tabelle führt Lebensmittel mit einem niedrigen Histamingehalt auf.

Lebensmittel Beispiele
Fleisch Frisches Fleisch, nicht geräuchert
Fisch Seelachs, Dorsch, Scholle
Gemüse Kartoffeln, Salat, Kohl, Spargel, Mais
Getränke Wasser, Kaffee
Milchprodukte Joghurt, Kefir, Quark, Frischkäse
Süßigkeiten Fruchtgummi
Obst Birnen, Pfirsiche, Kirschen, Heidelbeeren

Medikamente

Oftmals können Menschen, die an einer Histaminunverträglichkeit leiden, nicht ganzjährig den Verzehr von histaminhaltigen Lebensmitteln vermeiden (z. B.: auf Reisen). In diesen Fällen können Antihistaminika Abhilfe schaffen. Die darin enthaltenen Wirkstoffe blockieren die Histaminrezeptoren.

Quellen & Verweise[+]

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