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Gesundheitsreport Redaktion

Die Redaktion von Gesundheitsreport.com besteht aus verschiedenen Expertinnen und Experten aus den Bereichen Gesundheit, Medizin, Vorsorge, Wissenschaft und Pharma. Die Kombination aus fachspezifischen Ausbildungen, langjähriger Expertise und Erfahrungen sorgen für fakten- und studienbasierte Inhalte für unsere Lesenden.

Eine ausreichende Vitamin- und Mineralstoffversorgung ist in der Schwangerschaft unerlässlich. Wir zeigen Ihnen, auf welche Nährstoffe Sie besonders achten sollten.

Kurz und knapp – Die wichtigsten Informationen im Überblick

  • Schwangere benötigen Folsäure
  • Ein Jodmangel kann die Entwicklung des Gehirns beeinträchtige
  • Wenn der Körper zu wenig Eisen erhält, kann es zu einer sogenannten „Eisenmangelanämie“ kommen.
  • Vitamin D-Mangel kann in der Schwangerschaft eine Präeklampsie begünstigen

Wichtige Vitamine in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft ist eine ausreichende Vitamin- und Mineralstoffzufuhr essenziell. Diese kann oftmals nur bedingt über eine ausgewogene Ernährung abgedeckt werden, weshalb werdende Mütter zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen. Dies sollte jedoch zunächst mit einem Arzt abgesprochen werden.

Folsäure

Bei Folsäure handelt es sich um ein wichtiges B-Vitamin, welches an der Zellteilung und dem Wachstum beteiligt ist1Feichter, Martina; Schör, Sabine. www.netdoktor.de. [Online] 6. Mai 2022. https://www.netdoktor.de/schwangerschaft/vitamine/.(Abgerufen am 29. Mai 2022) . Es muss dem Körper von außen zugefügt werden. Folsäure hilft darüber hinaus dabei, Fehlbildungen des Babys zu verhindern2Karl, Angelika. www.apotheken-umschau.de. [Online] 26. November 2021. https://www.apotheken-umschau.de/familie/schwangerschaft/ernaehrung/wie-viel-folsaeure-brauchen-schwangere-790787.html(Abgerufen am 29. Mai 2022) . Ein hoher Folsäurespiegel ist bereits in den ersten Schwangerschaftswochen enorm wichtig, um Neuralrohr-Schäden zu vermeiden. Hierbei handelt es sich um eine Fehlbildung der Wirbelsäule oder des Rückenmarks. Diese können sich während der Schwangerschaft entwickeln. Durchschnittlich ist eines von 1.000 Neugeborenen betroffen3www.schoen-klinik.de. [Online] https://www.schoen-klinik.de/spina-bifida(Abgerufen am 29. Mai 2022) . Darüber hinaus kann Folsäuremangel zu einer Lippen-Gaumen-Spalte führen, welche mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:500 auftreten4www.uniklink-duesseldorf.de. [Online] https://www.uniklinik-duesseldorf.de/patienten-besucher/klinikeninstitutezentren/klinik-fuer-mund-kiefer-und-plastische-gesichtschirurgie/behandlungsspektrum/lippen-kiefer-gaumenspalten(Abgerufen am 30. Mai 2022) .

Da der Körper Folsäure nicht selbstständig produzieren kann, muss die Aufnahme über die Nahrung erfolgen. Hierfür sollten Schwangere sich abwechslungsreich ernähren und gezielt Lebensmittel mit einem hohen Vitamin B-Gehalt essen.

Natürliche Folsäurelieferanten auf einen Blick

  • Nüsse
  • Eier
  • Gouda
  • Tomaten
  • Spinat
  • Paprikaschoten
  • Endivie
  • Feldsalat
  • Brokkoli
  • Eier
  • Grüne Erbsen
  • Linsen
  • Orangen

Wie viel Folsäure sollten Schwangere zu sich nehmen?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. empfiehlt für Schwangere eine tägliche Zufuhr von 550 µg pro Tag. Für Stillende liegt der Wert bei 450 µg pro Tag5www.dge.de. [Online] 6. Februar 2019. [Zitat vom: 29. Mai 2022.] https://www.dge.de/nachrichten/detail/referenzwerte-fuer-die-zufuhr-von-folat-aktualisiert/(Abgerufen am 30. Mai 2022) . Schon länger empfehlen Experten eine zusätzliche Supplementierung von Folsäure während der Schwangerschaft und Stillzeit6Schwangerschaft und Stillzeit. Neuse-Schwarz, bettina. s.l. : Pharmazeutische Zeitung, 2006(Abgerufen am 30. Mai 2022) .

Folsäure sollte bereits im Vorfeld der Schwangerschaft zugeführt werden. Zudem sollte schon in diesem Stadium auf eine jodreiche Ernährung geachtet werden.

Vitamine in der Schwangerschaft

Jod

Aufgrund der vermehrten Produktion von Schilddrüsenhormonen haben werdende Mütter in der Schwangerschaft einen höheren Jodbedarf. Das essenzielle Spurenelement wird gebraucht, um mehrere Körperfunktionen aufrechtzuerhalten. Es wird beispielsweise für die Produktion von Schilddrüsenhormonen benötigt, welche eine wichtige Rolle bei der Regulation von Stoffwechselvorgängen übernehmen. Darüber hinaus ist Jod auch für das Wachstum und die gesunde Entwicklung von inneren Organen, Nervensystem, Kreislauforganen und Muskulatur des Kindes notwendig. Bis heute wird ein Jodmangel in der Schwangerschaft häufig erst zu spät registriert, obwohl das Problem durchaus weit verbreitet ist. Demnach hat in Deutschland jede fünfte Frau eine vergrößerte Schilddrüse und in der Schwangerschaft steigt diese Zahl weiter in die Höhe: „Im ersten Trimenon haben 30 Prozent, im zweiten 50 Prozent und im dritten zwei Drittel aller Schwangeren eine vergrößerte Schilddrüse7Herberhold, Cornelia. www.aerzteblatt.de. [Online] https://www.aerzteblatt.de/archiv/7358/Schwangerschaft-Jodmangel-wird-haeufig-uebersehen#:~:text=Jodmangel%20macht%20einen%20Kropf.,aller%20Schwangeren%20eine%20vergr%C3%B6%C3%9Ferte%20Schilddr%C3%BCse(Abgerufen am 30. Mai 2022) .“ Für Schwangere spricht die DGE eine Empfehlung von 230 μg Jod pro Tag aus8www.dge.de. [Online]https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/jod/?L=0(Abgerufen am 30. Mai 2022) .

Wie äußert sich ein Jodmangel?

Fehlt der Schilddrüse Jod, kann sich dies in der Folge durch ein Kropfbildung äußern. Der Stoffwechsel verlangsamt sich und das Herz-Kreislauf-System kann Schaden nehmen. Insbesondere in der Schwangerschaft ist eine abdeckenden Jodversorgung für das Fötus essenziell. Generell können die folgenden Symptome auf einen Jodmangel hindeuten:

  • Müdigkeit
  • Schwellungen am Hals
  • Gewichtszunahme
  • Konzentrationsstörungen
  • Haarausfall
  • Menstruationsstörungen
  • Trockene Haut

Jodmangel verhindern

Aufgrund des hohen Jodbedarfs sollten Schwangere sich rechtzeitig über natürliche Jodquellen informieren. Es ist ratsam, mindestens zweimal pro Woche Fisch zu essen. Meerwasserfische wie Seelachs und Kabeljau gelten als hochwertige Jodlieferanten. Fisch sollte jedoch keineswegs roh verzehrt werden. Genauso wenig eignen sich während der Schwangerschaft gebeizte oder kalt geräucherte Fischprodukte, da diese ein Infektionsgefahr bergen und bestimmte Krankheitserreger wie Nematoden werden erst bei Temperaturen ab 70 Grad Celsius abgetötet. Neben Fisch finden wir Jod in Fleisch, Eiern, Gemüse, Milch und bestimmten Getreideprodukten.

Um ein mögliches Joddefizit zu vermeiden, können Schwangere zusätzlich auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen. So erklärt die DGE: „Zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung sollen Schwangere täglich ein Supplement mit 100 (bis 150) μg Jod einnehmen. Bei Schilddrüsenerkrankungen soll vor der Supplementation eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen“9www.dge.de. [Online] https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/bevoelkerungsgruppen/schwangere-stillende/handlungsempfehlungen-zur-ernaehrung-in-der-schwangerschaft/#:~:text=Tag%20supplementiert%20werden.-,Jod,mit%20dem%20behandelnden%20Arzt%20erfolgen(Abgerufen am 30. Mai 2022) .

Vitamin D

Vitamin D fördert nicht nur die Aufnahme von Kalzium im Darm, sondern ebenso die normale Knochen- und Muskelfunktion. Mehrere Studien legen nahe, dass Vitamin D3 einen Schutz für die Nervenzellen im Gehirn darstellt. Weiter trägt es zu einer Stärkung des Immunsystems bei. Insbesondere in der Schwangerschaft ist eine ausreichende Vitamin D -Versorgung wichtig, da Vitamin D die Aufnahme von Kalzium im Magen-Darm-Trakt erhöht. Dies ist für die Aushärtung der Knochen unerlässlich. Generell wird eine Tagesdosis von 20 Mikrogramm Vitamin D empfohlen. Die Aufnahme erfolgt in erster Linie durch die Umwandlung von UVB-Strahlen der Sonne. Gerade in den Wintermonaten benötigen wir aufgefüllte Vitamin D-Speicher, da die Sonnenstrahlung zu schwach ist. Aus diesem Grund kann eine Supplementierung sinnvoll sein.

Vitamin D-Mangel bemerken

Vitamin D-Mangel trifft vor allem die ältere Bevölkerungsgruppe. Die Abnahme kognitiver Fähigkeiten, Depressionen Herz-Kreislauferkrankungen und Osteoporose gehören zu den häufigsten Folgen. Von daher kommt einer präventiven und kontinuierlichen Vitamin D-Aufnahme eine entscheidende Rolle zu.

In diesen Lebensmitteln finden wir Vitamin D

  • Lachs
  • Makrele
  • Hühnereier
  • Champignons

Kalzium

Kalzium wird für den Aufbau der kindlichen Knochen benötigt. Bei einem Defizit kann dies unter anderem zu einer erhöhten Knochenbrüchigkeit (Osteoporose) führen. Die Techniker erklärt in diesem Zusammenhang: „Kalziumlieferanten sind hauptsächlich Milchprodukte. Sie sollten täglich etwa einen halben Liter Milch trinken und mindestens zweimal täglich Joghurt, Quark, Käse oder Ähnliches essen. Bevorzugen Sie fettreduzierte Milchprodukte und meiden Sie Rohmilchprodukte. Eine andere Kalziumquelle sind Sesamkörner, die Sie zum Beispiel über Salate streuen können10www.tk.de. [Online] https://www.tk.de/techniker/magazin/life-balance/familie/schwangerschaft-vitamine-mineralstoffe-2009392(Abgerufen am 30. Mai 2022).“

Eisen

Eisen ist für die Sauerstoffversorgung im menschlichen Körper extrem wichtig. Wenn unser Blut zu wenig Eisen enthält, sinkt die Menge an Hämoglobin im Blut, wodurch die Versorgung der Zellen und Organe gefährdet werden kann. Die DGE empfiehlt für Schwangere eine tägliche Zufuhr von 30 mg11www.dge.de. [Online] https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/eisen/?L=0(Abgerufen am 30. Mai 2022) . Vor allem Schwangere haben einen erhöhten Eisenbedarf. Die wachsende Gebärmutter benötigt größere Mengen Blut und im letzten Drittel der Schwangerschaft kann der Eisbedarf über die normale Ernährung nur schwer gedeckt werden. Von daher können Eisenpräparate dabei helfen, dieses Defizit aufzuheben. Jedoch sollte eine Behandlung stets mit dem Arzt abgestimmt werden.

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Good to know: Wie entsteht Eisenmangel?

Ein Eisenmangel kann entstehen, wenn der Körper das Spurenelement verliert oder wenn dieses nur ungenügend aufgenommen wird. Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • Blutverlust durch starke Menstruationsblutungen
  • Blutverlust durch Unfälle
  • Blutungen im Körper (z. B. bei Magengeschwüren)
  • Krebserkrankungen
  • Nierenfunktionsstörungen

Quellen & Verweise[+]

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