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Julian Deutsch

Julian Deutsch

Julian schreibt seit Jahren über Gesundheitsthemen und beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit neuen Forschungsergebnissen. Als Autor bei Gesundheitsreport möchte er seinen Lesern einen umfangreichen und informativen Einblick zu ausgewählten Themen geben und zugleich auf aktuelle Trends aufmerksam machen.

Prostatabeschwerden sind die häufigste urologische Krankheit. Statistiken unterstreichen eine besorgniserregende Entwicklung. Demnach erkranken in Deutschland ca. „50 % der über 60-jährigen und 90 % der über 80-jährigen Männer“ an BPS (Benignes Prostata Syndrom)1www.edoc.rki.de. [Online] https://edoc.rki.de/handle/176904/3188 (Abgerufen am 8. Juni 2022) . Wir zeigen Ihnen, weshalb eine regelmäßige Vorsorge Leben retten kann.

Kurz und knapp – Die wichtigsten Informationen im Überblick

  • Prostatakrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Männern
  • Ständiger Harndrang, Schmerzen beim Wasserlassen und Restharngefühl deuten auf eine Prostataerkrankung hin
  • Regelmäßige Kontrollen können Leben retten

Die Funktion der Prostata

Bei der Prostata handelt es sich um eine akzessorische Geschlechtsdrüse des männlichen Genitaltrakts. Das Geschlechtsorgan lässt sich zunächst in die folgenden Bereiche unterteilen:

  • Periurethrale Zone (ummantelt die Harnröhre zwischen Samenhügel und Harnblasenhals)
  • Innenzone (hier liegt der Spritzkanal)
  • Aussenzone (Hauptteil der Prostatamasse)

Sie liegt unter der Harnblase und ummantelt die Harnröhre. Nach hinten wird sie durch das Rektum begrenzt. Durchschnittlich erreicht die Prostata eine Größe von ca. 4 cm, in ihrer Form ähnelt sie einer Kastanie. Durch die Vorsteherdrüse verlaufen zudem die Harnröhre und der Spritzkanal.

Eine wichtige Aufgabe der Vorsteherdrüse liegt in der Sekretbildung. So neutralisiert das Sekret der Prostata das saure Milieu der Vagina, eine unerlässliche Voraussetzung für die Befruchtung. Zudem ist sie an der Spermabildung, dem Samenerguss und dem Stoffwechsel der Hormone beteiligt. Darüber hinaus unterstützt sie den Blasenhals und den Verschluss der Harnblase, was wiederum wichtig beim Urinieren ist. Die in der Prostata produzierte Samenflüssigkeit ist für die Mobilität der Spermien essenziell.  Beim Samenerguss ziehen sich die Muskeln in der Prostata zusammen und drücken so die Samenflüssigkeit durch die Öffnungen der Vorsteherdrüse.

Was sind Prostatabeschwerden?

Entleerungsstörungen, ein Verlust der Libido und Reizbeschwerden gehören zu den häufigsten Problemen, mit denen sich Betroffene oft lange herumplagen und nicht selten markiert eine Prostataerkrankung den Beginn mentaler Krisen. Bei fast jedem zweiten Mann beginnt die Prostata ab dem 50. Lebensjahr zu wachsen, ca. 40 % der über 50-jährigen Männer in Deutschland klagen über Probleme beim Wasserlassen2www.urologenportal.de. [Online] https://www.urologenportal.de/fileadmin/MDB/PDF/Prostata_flyer_29_08_11_neu.pdf (Abgerufen am 8. Juni 2022) .

Prostatitis

Eine Prostatitis beschreibt eine Entzündung der Prostata, welche in verschiedenen Formen auftreten kann. Gemeinhin unterschieden Experten hierbei zwischen einer akut bakteriellen oder chronisch bakteriellen Prostatitis und einem chronischen Beckenschmerzsyndrom.

Ursachen und Symptome Prostatitis

Eine akute Prostataentzündung wird durch Bakterien verursacht. In vielen Fällen dringen zunächst Darmkeime in die Harnröhre ein und wandern von dort aus in Richtung Prostata. Eine Prostatitis ist nicht nur unangenehm, sondern verursacht in vielen Fällen ein schmerzhaftes Brennen beim Wasserlassen. Betroffene werden oft von einem schnellen Harndrang überrascht.

Im Zuge einer Prostatitis leiden Betroffene oftmals unter heftigen Schmerzen, die zunächst den Symptomen einer typischen Blasenentzündung ähneln, jedoch von Fieber und Schüttelfrost begleitet werden können.

Prostatitis: Diagnose und Behandlung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten um eine Prostatitis zu diagnostizieren. In der Praxis kommen dabei neben einer digitalen rektalen Untersuchung (DRU) Urin- und Blutuntersuchungen zum Einsatz. Stellt der Arzt hierbei eine Prostatitis fest, wird diese in der Regel mit hoch dosierten Antibiotika behandelt.

Schmerzen beim Wasserlassen

Schmerzen beim Wasserlassen machen sich durch ein unangenehmes Brennen oder Stechen beim Urinieren bemerkbar. Nicht selten ist eine Harnwegsinfektion für die Schmerzen verantwortlich, jedoch können auch andere Ursachen (z. B.: Blasensteine oder Entzündung des Nierenbeckens) für die Symptome in Frage kommen.

Schmerzen beim Wasserlassen – Behandlung

Ein Urologe kann die Ursache für die unangenehmen Schmerzen beim Urinieren feststellen. Nach einer ersten Anamnese, in der eine Erhebung der Krankengeschichte und eine Beschreibung der Symptome erfolgen, kann der Arzt den Schmerzen mithilfe einer Urinuntersuchung auf den Grund gehen.

Wenn eine bakterielle Infektion für die Schmerzen beim Urinieren verantwortlich ist, werden in der Therapie normalerweise Antibiotika verschrieben. Bei einer Pilzinfektion kommen dagegen Fungizide zum Einsatz3Luise Heine. www.netdoktor.de. [Online] 5. Mai 2020. https://www.netdoktor.ch/symptome/brennen-beim-wasserlassen/ Abgerufen am 8. Juni 2022) . Auch wenn Schmerzen beim Wasserlassen auftreten, ist es wichtig, dass Betroffene genügend Flüssigkeit zu sich nehmen.

Prostatakrebs

Prostatabeschwerden und was dagegen hilft

Der Prostatakrebs stellt die häufigste Krebsform bei Männern ab dem 65. Lebensjahr dar. Jedes Jahr erkranken in Deutschland ca. 60.000 Männer an Prostatakrebs und 12.000 bis 14.000 Männer versterben an einem Prostatakarzinom4www.internisten-im-netz.de. [Online] 6. Dezember 2019. https://www.internisten-im-netz.de/aktuelle-meldungen/aktuell/zahlen-und-fakten-zu-prostatakrebs.html (Abgerufen am 8. Juni 2022) .

Prostatakrebs – Diagnose und Behandlung

Früherkennung und Vorsorgeuntersuchungen sind enorm wichtig, um den Krebs möglichst frühzeitig zu identifizieren. Hierzu können Ärzte den sogenannten PSA-Wert (prostate-specific antigen) bestimmen oder eine rektale Untersuchung durchführen. Die Bestimmung des PSA-Wertes wurde lange Zeit als sehr kritisch angesehen, jedoch scheint sich diese Meinung seit einigen Jahren zu ändern. Als klarer Nachteil ist dabei zu benennen, dass statistisch gesehen 60 von 1.000 Männern eine unnötige Prostatakrebsdiagnose erhalten. Dem gegenüber werden durch den PSA-Test 3 von 1.000 Männern davor bewahrt, an den Folgen von Prostatakrebs zu sterben5www.gesundheitsinformationen.de. [Online] https://www.gesundheitsinformation.de/der-psa-test-zur-frueherkennung-von-prostatakrebs.html (Abgerufen am 8. Juni 2022) .

Psychische Belastung

Wenn Männer unter Prostatabeschwerden leiden, geht dies häufig mit mentalen Begleiterscheinungen einher. Da es sich um ein sensibles Thema handelt, verschweigen viele Betroffene ihre Probleme oft auch vor dem Freundeskreis und der Partnerin. Dies kann wiederum mit sozialen und privaten Abgrenzungen einhergehen, welche sich in Form von Libidoverlust, Depressionen und ständiger Gereiztheit darstellen. Demgegenüber haben Prostatabeschwerden wie Schmerzen beim Wasserlassen und ständiger Harndrang oft direkte Auswirkungen auf die Schlafqualität und das physische Befinden. Wer nachts mehrfach zur Toilette gehen muss, schläft oft sehr unruhig und ist in der Folge tagsüber erschöpft.

Benignes Prostatasyndrom

Veränderungen der Prostata können direkte Auswirkungen auf die Harnentleerung haben. Symptome wie ein schwacher Urinstrahl, Restharngefühl und häufige Toilettengänge werden unter dem Oberbegriff LUTS (lower urinary tract symptoms) zusammengefasst6www.prostata.de. [Online] https://www.prostata.de/weitere-erkrankungen/benignes-prostatasyndrom/beschwerden-und-symptome-des-bps (Abgerufen am 8. Juni 2022)

BPS – Behandlung

Nach einer ersten Anamnese folgen meist körperliche Untersuchungen und ein Ultraschall. Die Behandlungsmethode richtet sich in der Regel nach der Ausprägung der bestehenden Beschwerden. Die Wolfs Apotheke erklärt in diesem Zusammenhang: „Zur Verfügung stehen, je nach Ausprägung und bereits bestehenden Beschwerden, Medikamente, ein chirurgischer Eingriff und die schonendere Laservariante. Während die Medikamente das Wachstum verlangsamen sollen, dienen Operation und Lasereinsatz der Abtragung des überschüssigen Gewebes7www.wolfs-apotheke.de. [Online] https://www.wolfs-apotheke.de/gesundheitsbibliothek/index/benignes-prostatasyndrom/ (Abgerufen am 7. Juni 2022) .“

Prävention ist das A und O – Vorsorge kann Leben retten

Die genannten Prostataerkrankungen wirken sich in vielen Fällen nicht nur negativ auf die Lebensqualität aus. Da nur wenige Männer das sensible Thema thematisieren möchten, werden Beziehungen und Freundschaften nicht selten in Mitleidenschaft gezogen. Allein aus diesen Gründen machen regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen Sinn.

Da die Prostata sehr gut vom Rektum aus zu erreichen ist, gilt die digitale rektale Untersuchung als eine zuverlässige Methode, um eventuelle Verhärtungen oder eine Vergrößerung der Vorsteherdrüse zu identifizieren. In Kombination mit dem PSA-Wert kann der Arzt so ein Bild über die Gesundheit der Prostata erhalten.

Ab wann sollte ich zur Prostatavorsorge gehen?

In Deutschland können krankenversicherte Männer ab dem 45. Lebensjahr jährlich eine Tastuntersuchung der Vorsteherdrüse durch den Enddarm durchführen lassen. Bei Patienten mit bestimmten Beschwerden, Vorerkrankungen oder Prostatakrebs in der Familie werden PSA-Tests meistens schon früher von der Krankenkasse bezahlt. Ein zusätzlicher PSA-Test muss dagegen selbst bezahlt werden, da dieser nicht zur gesetzlichen Früherkennung zählt. Weil Tastuntersuchungen (Palpation) nur bedingt zuverlässig sind, senkt eine Kombination mit einem PSA-Test das Risiko, mögliche Tumore zu übersehen.

Quellen & Verweise[+]

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